«Mara tanzt durch München» – digitales Familienkonzert des Nationaltheaters Mannheim

Zeichentrickfilm (Ernesto Lucas) mit Musik von Karl Amadeus Hartmann

Die Konzerttermine für 2021 sind online!

Nach einer langen Corona-Pause starten auch wir in die neue Saison und freuen uns auf Ihr Kommen!

13.07. ensemble hartmann21 (jeweils 18.30 und 20 Uhr)
04.08. ensemble hartmann21 (jeweils 18.30 und 20 Uhr)
22.09. Philharmonisches Streichquartett der Berliner Philharmoniker (20 Uhr)
12.10. Juliane Banse & Henri Bonamy (jeweils 18.30 und 20 Uhr)
10.11. ensemble hartmann21 (jeweils 18.30 und 20 Uhr)

Hier gelangen Sie zur Veranstaltungsseite, auf der Sie auch die Tickets online buchen können: hartmann-gesellschaft.de/veranstaltungen/

Ein frohes Jahr 2021!

Wir wünschen Ihnen ein frohes sowie vor allem gesundes neues Jahr und hoffen, Sie bald wieder bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen zu dürfen!

Osterfestspiele Baden-Baden: Absage von Konzerten mit Werken Hartmanns

Aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie mussten folgende Aufführungen von Werken Karl Amadeus Hartmanns im Rahmen der Osterfestspiele Baden-Baden in Kooperation mit den Berliner Philharmonikern abgesagt werden:

06.04.2020 Simplicius Simplicissimus (Musikalische Leitung: Michael Hasel)
06.04.2020 Streichquartett Nr. 1 „Carillon“ (Philharmonisches Streichquartett)
08.04.2020 Lamento (Sopran: Juliane Banse)
09.04.2020 Simplicius Simplicissimus (Musikalische Leitung: Michael Hasel)
11.04.2020 Simplicius Simplicissimus (Musikalische Leitung: Michael Hasel)

Zum Tod von Mariss Jansons

Mariss Jansons – am 1. Dezember letzten Jahres verstorben – wurde gestern posthum die Karl Amadeus Hartmann-Medaille verliehen. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ehrt hiermit Dirigenten, welche den Klangkörper nachhaltig geprägt und unterstützt haben.
Wir begrüßen die Auszeichnung und verneigen uns vor diesem großartigen Maestro!

Ingolf Turban (Violine) // hartmann21

Mit dem Geiger Ingolf Turban begegnet einer der herausragendsten und aufregendsten Musiker dem Werk Karl Amadeus Hartmanns, setzt sich ihm aus, reflektiert, spürt Bezügen nach und lässt als Interpret den Zuhörer an seiner individuellen Erlebenswelt teilhaben. In einem singulär komponierten Programm kreiert Turban ein Kaleidoskop an unterschiedlichen Blickwinkeln und Wahrnehmungsweisen und lässt einen auf diese Weise Hartmanns musikalisch progressive, und in ihrer Klangsprache radikal grenzüberschreitende Suite Nr. 2 für Violine solo neu erfahren.
Im nationalsozialistischen Deutschland verweigerte sich Hartmann rigoros jeglicher Vereinnahmung durch das totalitäre Regime und zog sich in die „innere Emigration“ zurück, während er gleichzeitig im Ausland umso beredter zu sprechen versuchte und als Symbol für ein „anderes Deutschland“ – das Kultur und Humanismus gegen Barbarei setzte – auch wahrgenommen wurde. Sein Komponieren verstand er bewusst als „Gegenaktion“. In jedem seiner Werke suchte Hartmann den internationalen Schulterschluss mit Verbündeten im Geiste, sei es durch die Verwendung von Texten und Melodien verbotener Künstler oder mit Hilfe jüdischen Liedgutes. Gerade die Verwendung des jüdischen „Eliyahu hanavi“ in sämtlichen Kompositionen der Jahre 1933 bis 1945 geriet bei Hartmann zur Klagechiffre für die Vernichtung des jüdischen Volkes, stand aber auch stellvertretend für die Verfolgung aller Regimegegner. Erste Spuren jüdischer Melismen lassen sich in seinem Frühwerk bereits im Jahr 1927 verorten und führen zu ersten Ausprägungen in Hartmanns Suite Nr. 2 für Violine solo.
„Nach Bach und Reger dürfte es erst wieder Hartmann gelungen sein, der Violine eine so ungewöhnlich komplexe Polyphonie zu schenken. Dies ist umso erstaunlicher, bedenkt man, dass Hartmann als damals erst 22-jähriger Student der Posaune es vermochte, die Möglichkeiten der Geige derart genial bis an die Grenze des Machbaren auszuloten“, so Ingolf Turban in einem Interview im Jahr 2013 (Festschrift zum internationalen „Karl Amadeus Hartmann-Jahr 2013“).
Es ist deshalb nur sinnfällig, in unserem Konzert einen weiten Bogen von Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 2, über Béla Bartóks Melodia bis hin zu Paul Hindemiths Sonate für Violine solo op. 31, Nr. 2 zu schlagen. Auch Paul Hindemith gilt es nach wie vor weit pluraler begreifen zu lernen und seine gelegentlich gar humoristisch geprägte Farbvielfalt zu feiern.

Eine Veranstaltung der © Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft e. V., gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Bezirk Oberbayern.

#Listen#Out#3 (2019)

Mit unserem Programm möchten wir zunächst einen Bogen zu den Anfängen der 1945 von Karl Amadeus Hartmann gegründeten MUSICA VIVA schlagen. Mit Solowerken von Pierre Boulez und György Ligeti bilden zwei Kompositionen der engsten Weggefährten Hartmanns und prägnantesten Gestalten der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts eine programmatische Klammer um Hartmanns frühe Suite Nr. 1 für Klavier. 1945 komponiert der damals zwanzigjährige Boulez seine Douze Notations: zwölf Stücke zu zwölf Takten á zwölf Tönen. Über dreißig Jahre später sollten ihm gerade diese Miniaturen als Keimzelle für sein gleichnamiges und epochemachendes Orchesterwerk dienen. Aphoristische Kürze, unverkennbar expressionistische Klangintensität und rigoros serielles Vorgehen in puncto Kompositionstechnik sind die bestimmenden Merkmale, die dieses Werk zum ästhetischen Manifest des jungen Pierre Boulez machen.
Bevor György Ligeti 1956 aus politischen wie künstlerischen Gründen aus Ungarn in den Westen floh, komponierte er eine ganze Reihe von Frühwerken in der Nachfolge Béla Bartóks; zu ihnen gehört auch die Solosonate für Cello, die zwischen 1948 und 1953 entstand. Obwohl ihre zwei Sätze den folkloristisch geprägten „Volkston“ Bartóks noch ungebrochen erkennen lassen, betrachtete das Komitee der kommunistischen Komponistenunion das Werk als „zu modern“ und verbot seine Aufführung.
Nach Pierre Boulez ist Philippe Manoury wohl die Galionsfigur der französischen Avantgarde schlechthin. Die Frage nach den diversen Formen der musikalischen Interaktion rückte während der vergangenen Jahre verstärkt in den Fokus seines Schaffens wie seiner musiktheoretischen Schriften. Dieses Moment prägt auch sein Werk Ultima, in dem neue Möglichkeiten des Zusammenspiels unter „freien“ Individuen erprobt werden: „Diese freiwillige Unabhängigkeit im Verhalten der drei Instrumente wurde mir durch die Heterogenität ihrer jeweiligen Natur nahegelegt.“, so der Komponist im Vorwort seiner Partitur.
Schlussendlich widmet sich unser ensemble hartmann21 einem neuen Werk des 29-jährigen mexikanischen Komponisten Carlos G. Hernández, der auch unsere daran anschließende Gesprächsrunde bereichern wird. Ähnlich wie Philippe Manoury, beschäftigt sich Hernández in seinem Werk 5(233n mit dem Thema der Kommunikation oder Isolation zwischen Individuen im Zeitalter der digitalen Medien und überträgt dies auf die Interaktion der Instrumentalstimmen.

Eine Veranstaltung der © Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft e. V., gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, die LfA Förderbank Bayern und den Bezirk Oberbayern.

#Listen#Out#2 (2019)

Stetig darum bemüht, neue Impulse in der Auseinandersetzung mit Karl Amadeus Hartmanns Œuvre zu setzen und – ganz in dessen Sinne – junge Komponisten*innen zu fördern, konnten wir in diesem Jahr erstmalig den Karl Amadeus Hartmann- Kompositionspreis ausloben. Um eine höhere programmatische Verdichtung zu erreichen, wurden an die Ausschreibung nicht nur instrumentatorische und zeitliche, sondern vor allem inhaltliche Bedingungen geknüpft. So geht die uraufzuführende Komposition eine stringente Verbindung von größtmöglicher Kohärenz mit den Rahmenwerken des Abends ein. Wir freuen uns sehr, Ihnen den frisch gebackenen Preisträger Jingyu Jang vorstellen und das prämierte Werk „Omega“ uraufführen zu können.
Neben ihm wird auch der zweite Komponist des Abends José María Sánchez-Verdú, einer der renommiertesten Komponisten unserer Tage, anwesend sein und unser Komponistengespräch bereichern. „Geboren im äußersten Süden von Spanien (Al-Andaluz), faszinieren mich Geschichte, Literatur, Mystik und Musik dieses Territoriums. Das Mittelmeer (Mare nostrum) als Raum der Begegnungen, der Bewegungen, der Suche, des Austauschs, der Kulturen und Religionen, aber auch der Katastrophen, des Krieges und des Todes.“, so der Komponist. Das Mittelmeer stellt ihm die Verbindung der europäischen mit der arabisch-maurischen Welt dar. Sánchez-Verdú sucht und findet eine Entsprechung der arabischen Poesie, Kalligraphie und Architektur in seiner eigenen musikalischen Ästhetik: Ornamentik eingebettet in strenger Struktur. „Es gibt sehr filigrane Muster, die auf eine geometrische Weise durch eine Oberfläche entwickelt sind, so dass man sie nicht mehr nachverfolgen kann. Man kann nur die Figur als Ganzes sehen.“
Obgleich erst 1945/46 zur Gänze fertiggestellt, hallt in Karl Amadeus Hartmanns 2. Streichquartett noch der Schrecken der Nazizeit und des Krieges nach. Nicht zufällig erinnert die Motivik der langsamen Einleitung des 1. Satzes an das jüdische Eliyahu hanavi-Zitat, vorgeführt als instrumentatorisches Extrem einer zunächst vom Violoncello bis zur Sopranlage geführten Klage. Dieser Formteil schließt mit einer Anspielung auf die Ganztonfolge in Alban Bergs Violinkonzert mit dem bezeichnenden, latent mitschwingenden Bach-Choral-Text „Es ist genug“. Aber was darauf folgt, vom Komponisten mit „äußerst lebhaft und sehr energisch“ tituliert, ist der sich Bahn brechende Kraftakt eines Neubeginns!

Eine Veranstaltung der © Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft e. V., gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, die LfA Förderbank Bayern und den Bezirk Oberbayern.