(P: Strasbourg), Montag (Karte): E.R. in München (K: 23)

Liebe Elisabeth.
Wieder muß ich Deine Hilfe in Anspruch nehmen. Schicke mir sofort (bitte bald) die Stimmen Alfredo Casella – Blechmusik (Introduzione Choral u. Marsch). Die Stimmen liegen im Bücherschrank bei mir zu hause. Also im Bücherschrank im 2. Fach [Karte hier abgerissen]. Es sind ungefähr 40 Stimmen – [dito]. Auch von Egk sind Stimmen dabei – [dito]. [Schicke mir] den ganzen Stoß. Eingeschrieben an die Adresse: Karl A. Hartmann Straßbourg (France) Conservatoire de musique – Platz der Republik. Du findest sie ganz bestimmt. Auf jeder Stimme steht der Name Casella – und Egk. Jede Stimme ist ein Notenblatt. Also sei so lieb und setze Dich in Verbindung mit Richard. Mein Concert findet am 12. August statt. (Es könnte sein, daß die Stimmen am Flügel liegen oder neben dem Flügel auf dem Gestell.) Es ist viel Arbeit. Lebe wohl! Grüße an Vater. Dein Karl.

(P: Strasbourg), Montag (Karte): E.R. in München (K: 23)

Liebe Elisabeth.
Wieder muß ich Deine Hilfe in Anspruch nehmen. Schicke mir sofort (bitte bald) die Stimmen Alfredo Casella – Blechmusik (Introduzione Choral u. Marsch). Die Stimmen liegen im Bücherschrank bei mir zu hause. Also im Bücherschrank im 2. Fach [Karte hier abgerissen]. Es sind ungefähr 40 Stimmen – [dito]. Auch von Egk sind Stimmen dabei – [dito]. [Schicke mir] den ganzen Stoß. Eingeschrieben an die Adresse: Karl A. Hartmann Straßbourg (France) Conservatoire de musique – Platz der Republik. Du findest sie ganz bestimmt. Auf jeder Stimme steht der Name Casella – und Egk. Jede Stimme ist ein Notenblatt. Also sei so lieb und setze Dich in Verbindung mit Richard. Mein Concert findet am 12. August statt. (Es könnte sein, daß die Stimmen am Flügel liegen oder neben dem Flügel auf dem Gestell.) Es ist viel Arbeit. Lebe wohl! Grüße an Vater. Dein Karl.

(P: München; Strasbourg: 15.07.1933), Freitag (Karte): KAH in Straßburg (Poste restante)

Mein lieber Karl!
Du sollst nicht umsonst zur Post gehen, wenigstens liebe Grüße will ich Dir senden, wenn es auch noch nichts zu erzählen gibt. Ich schrieb soeben Mutter, daß Du gut fortgekommen bist. Hoffentlich bist Du auch gut angekommen u. einquartiert. Heute Nachmittag werde ich zu B. gehen. Hoffentlich erlebst Du nun recht schöne u. besonders anregende Stunden. Ich wünsche es Dir so sehr. Für heute sei herzlichst gegrüßt von Deiner Elisabeth.
Soeben holte ich Deine Antig. ab.

(P: München; Strasbourg: 15.07.1933), Freitag (Karte): KAH in Straßburg (Poste restante)

Mein lieber Karl!
Du sollst nicht umsonst zur Post gehen, wenigstens liebe Grüße will ich Dir senden, wenn es auch noch nichts zu erzählen gibt. Ich schrieb soeben Mutter, daß Du gut fortgekommen bist. Hoffentlich bist Du auch gut angekommen u. einquartiert. Heute Nachmittag werde ich zu B. gehen. Hoffentlich erlebst Du nun recht schöne u. besonders anregende Stunden. Ich wünsche es Dir so sehr. Für heute sei herzlichst gegrüßt von Deiner Elisabeth.
Soeben holte ich Deine Antig. ab.

(P: München), Straßburger Adresse: Fischerstaden 8, bei Hummel, Montag (Karte): E.R. in München (K: 23)

Liebe Elisabeth.
Bitte schreibe an Benno Balan – Berlin – Charlottenburg – Mommsenstr 46 er möchte eine Partitur – „Burleske Musik“ an Knudåge Riisager, Kopenhagen F Glahnsallee 43 senden. Hier hörte ich keine bedeutenden Werke. Hoffentlich wird es besser. Werde auf alle Fälle ein Ballett schreiben nach Bildern von Beckmann. [Werner] Egk kommt am Donnerstag
Ich bleibe Dein Karl.
Die Herren Dirigenten sind ungenießbar!!!!

(P: München), Straßburger Adresse: Fischerstaden 8, bei Hummel, Montag (Karte): E.R. in München (K: 23)

Liebe Elisabeth.
Bitte schreibe an Benno Balan – Berlin – Charlottenburg – Mommsenstr 46 er möchte eine Partitur – „Burleske Musik“ an Knudåge Riisager, Kopenhagen F Glahnsallee 43 senden. Hier hörte ich keine bedeutenden Werke. Hoffentlich wird es besser. Werde auf alle Fälle ein Ballett schreiben nach Bildern von Beckmann. [Werner] Egk kommt am Donnerstag
Ich bleibe Dein Karl.
Die Herren Dirigenten sind ungenießbar!!!!

(P: Bad Kissingen), Mittwoch (Karte): KAH in Junkersdorf

Mein lieber Karl!
Hoffentlich geht es Dir wieder besser, ich bin sehr unruhig. Schone Dich u. kuriere Dich gut aus. Gestern Abend kam M. u. T. Maga. Morgen schreibe ich wieder mehr. Lebe wohl, werd bald gesund, herzlichst Deine Elisabeth.
Grüße an Mutter u. Fritz.

Arnshausen (Briefkarte): KAH noch in Junkersdorf

H. Scherchen: 1. Arbeitstagung in Straßburg „15 Jahre neue Musik“ Juli bis August 33
(lt. KAH „eigentliches Fest“ vom 8. bis 16. August)

Mein lieber, guter Karl!
Wie soll die Sache jetzt gehen? Nach Deinem Telegramm zu schließen, willst Du erst nächste Woche [Montag, 10. Juli] nach Straßburg fahren, daß wir uns noch in München treffen können. Das wäre ja herrlich! Aber meinetwegen sollst du auch nichts versäumen. Am Montag hätte ich gut nach Bamberg kommen können, doch am Mittwoch würde es schwerer gehen, weil da Mama schon da ist. Hoffentlich kommt morgen ein Brief von Dir, wie du es dir denkst, ich habe jetzt gar keine Ahnung. Hoffentlich hat Adolf alles für Dich erledigt. Vor nächsten Montag kannst Du jetzt doch nicht fahren, denn in 3 Tagen kannst Du nicht alles erledigen, wenn Du erst Mittwoch zurückfährst. Also haben wir uns noch auf jeden Fall den ganzen Sonntag. Das ist wenig, aber es geht halt schwer anders. O Karl, ich werde ganz traurig, wenn ich denke so lange von Dir fern sein zu müssen, doch Du wirst schöne u. interessante Stunden verleben u. dann bin ich auch zufrieden. Bitte laß möglichst bald etwas hören, wie alles gehen soll. Ich richte mich nach Dir so gut als möglich. Gute Nacht es küßt Dich innigst Deine Elisabeth.

Arnshausen (Briefkarte): KAH noch in Junkersdorf

H. Scherchen: 1. Arbeitstagung in Straßburg „15 Jahre neue Musik“ Juli bis August 33
(lt. KAH „eigentliches Fest“ vom 8. bis 16. August)

Mein lieber, guter Karl!
Wie soll die Sache jetzt gehen? Nach Deinem Telegramm zu schließen, willst Du erst nächste Woche [Montag, 10. Juli] nach Straßburg fahren, daß wir uns noch in München treffen können. Das wäre ja herrlich! Aber meinetwegen sollst du auch nichts versäumen. Am Montag hätte ich gut nach Bamberg kommen können, doch am Mittwoch würde es schwerer gehen, weil da Mama schon da ist. Hoffentlich kommt morgen ein Brief von Dir, wie du es dir denkst, ich habe jetzt gar keine Ahnung. Hoffentlich hat Adolf alles für Dich erledigt. Vor nächsten Montag kannst Du jetzt doch nicht fahren, denn in 3 Tagen kannst Du nicht alles erledigen, wenn Du erst Mittwoch zurückfährst. Also haben wir uns noch auf jeden Fall den ganzen Sonntag. Das ist wenig, aber es geht halt schwer anders. O Karl, ich werde ganz traurig, wenn ich denke so lange von Dir fern sein zu müssen, doch Du wirst schöne u. interessante Stunden verleben u. dann bin ich auch zufrieden. Bitte laß möglichst bald etwas hören, wie alles gehen soll. Ich richte mich nach Dir so gut als möglich. Gute Nacht es küßt Dich innigst Deine Elisabeth.

  • Year
  • Vor dem 4.07.1933

(Junkersdorf), Sonntag (Telegramm) E.R. in Arnshausen

fahre mittwoch Karl.

Junkersdorf (Brief mit Umschlag): E.R. in Arnshausen

Meine liebe Elisabeth.
Heute bin ich wieder auf. Es geht langsam – doch bin ich froh, daß meine Krankheit (Darmgrippe) einigermaßen vorüber ist. Am Donnerstag um 4 h fahr ich hier weg. Mutter sagt eben, ich soll um 8 h fahren – gut ich werde mir den besten Zug heraussuchen. Mein liebes Kind wir sind öfters zusammen. Ich freue mich riesig – herrlich herrlich wird es. Elisabeth bleib mir gesund und froh. Jetzt ich endlich schönes Wetter. Also ich werde noch 2 mal schreiben.
Wie geht es in Arnshausen? Wie geht es Deiner Frau Mutter? Hoffentlich gut.
Ich freue mich auf unser Wiedersehn! Oh, diese Küsse!! Du – ! Mein Lieb! Alles Gute und Liebe wünsche ich Dir – komm – Du
Dein Karl

Junkersdorf (Brief mit Umschlag): E.R. in Arnshausen

Meine liebe Elisabeth.
Heute bin ich wieder auf. Es geht langsam – doch bin ich froh, daß meine Krankheit (Darmgrippe) einigermaßen vorüber ist. Am Donnerstag um 4 h fahr ich hier weg. Mutter sagt eben, ich soll um 8 h fahren – gut ich werde mir den besten Zug heraussuchen. Mein liebes Kind wir sind öfters zusammen. Ich freue mich riesig – herrlich herrlich wird es. Elisabeth bleib mir gesund und froh. Jetzt ich endlich schönes Wetter. Also ich werde noch 2 mal schreiben.
Wie geht es in Arnshausen? Wie geht es Deiner Frau Mutter? Hoffentlich gut.
Ich freue mich auf unser Wiedersehn! Oh, diese Küsse!! Du – ! Mein Lieb! Alles Gute und Liebe wünsche ich Dir – komm – Du
Dein Karl

  • Year
  • Nach dem 1. Juli 1933

Junkersdorf (Brief): E.R. in Arnshausen

Meine Liebe! Meine gute Elisabeth!
Hab’ bitte keine Angst um mich. Es geht schon viel besser. Es war eine Darmgrippe – und diesselbe [sic] spürte ich schon lange. Dann noch meine Nerven. Bitte hab’ keine Angst. Alles ist vorbei. Ich bleibe heute noch liegen. Morgen werde ich sehen. Ich fahre am Donnerstag nach Hause. Ich denke wohl Du fährst am Samstag, so treffen wir uns Sonntag. Ich wäre nie nach Straßburg weggefahren ohne Dich zu sprechen und Dich mehrere Tage zu sehen. Ich wollte Montag weg um meine Sachen mit Ruhe zu erledigen. Wird alles nachgeholt.
Ich bin mal neugierig, ob sich nun alles geregelt hat, mit meiner „Antigone“, ob ich K – B. Mitglied wohl werde? Ich glaube fast – – – – – – –
Ich studiere heute im Bett, Bach’s „Wohltemperiertes Klavier“ Das nimmt Scherchen durch. Nun am Sonntag können wir reden und uns nun ja. Mein Lieb Du kannst Dir kaum denken wie ich mich freue auch unser Wiedersehn. Elisabeth nimm Küsse von mir mein teuerstes Mädchen. –
Ich umarme Dich, schließe Dich ein und küsse Dein Haupt
in Verehrung und bleibe Dein Karl.
Ich bleibe wahrscheinlich bis Freitag in München. Hast Du alle Briefe bekommen, ich habe jeden Tag geschrieben. Bis auf Freitag da 2 Briefe.

Junkersdorf (Brief): E.R. in Arnshausen

Meine Liebe! Meine gute Elisabeth!
Hab’ bitte keine Angst um mich. Es geht schon viel besser. Es war eine Darmgrippe – und diesselbe [sic] spürte ich schon lange. Dann noch meine Nerven. Bitte hab’ keine Angst. Alles ist vorbei. Ich bleibe heute noch liegen. Morgen werde ich sehen. Ich fahre am Donnerstag nach Hause. Ich denke wohl Du fährst am Samstag, so treffen wir uns Sonntag. Ich wäre nie nach Straßburg weggefahren ohne Dich zu sprechen und Dich mehrere Tage zu sehen. Ich wollte Montag weg um meine Sachen mit Ruhe zu erledigen. Wird alles nachgeholt.
Ich bin mal neugierig, ob sich nun alles geregelt hat, mit meiner „Antigone“, ob ich K – B. Mitglied wohl werde? Ich glaube fast – – – – – – –
Ich studiere heute im Bett, Bach’s „Wohltemperiertes Klavier“ Das nimmt Scherchen durch. Nun am Sonntag können wir reden und uns nun ja. Mein Lieb Du kannst Dir kaum denken wie ich mich freue auch unser Wiedersehn. Elisabeth nimm Küsse von mir mein teuerstes Mädchen. –
Ich umarme Dich, schließe Dich ein und küsse Dein Haupt
in Verehrung und bleibe Dein Karl.
Ich bleibe wahrscheinlich bis Freitag in München. Hast Du alle Briefe bekommen, ich habe jeden Tag geschrieben. Bis auf Freitag da 2 Briefe.

  • Year
  • Nach dem 1. Juli 1933

(Vermerk München), Mittwoch (Telegramm): E.H. in Riccione

Warum ohne Nachricht = Karl

(P: München), Montag (Karte) E.H. in Riccione

München, den 29. August 1938. Montag
Liebe Elisabeth,
Ich schreibe heute zum letzten Male. Ich freue sehr mich auf Euer Kommen. Hoffentlich kommt Ihr alle gesund und froh in München an. Deine Mama ist gestern Sonntag um 10 Uhr weg. Wann sie zu Dir bzw. Euch kommt weiß ich allerdings nicht. Nun ja, das wirst Du dann sehen. Auf alle Fälle, wünsche ich Euch allen einen herzlichen Willkomm in München.
Herzliche Grüsse Dein und Euer Krl.

(P: München), Montag (Karte) E.H. in Riccione

München, den 29. August 1938. Montag
Liebe Elisabeth,
Ich schreibe heute zum letzten Male. Ich freue sehr mich auf Euer Kommen. Hoffentlich kommt Ihr alle gesund und froh in München an. Deine Mama ist gestern Sonntag um 10 Uhr weg. Wann sie zu Dir bzw. Euch kommt weiß ich allerdings nicht. Nun ja, das wirst Du dann sehen. Auf alle Fälle, wünsche ich Euch allen einen herzlichen Willkomm in München.
Herzliche Grüsse Dein und Euer Krl.