25.11.26
18.00 Uhr
Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft
Franz-Joseph-Str. 20
80801 München
(U3/U6 Giselastraße)
Kollektivkompositionen sind eine Seltenheit in der Musikgeschichte. Umso bedeutender ist die deutsch-deutsche Gemeinschaftskomposition „Jüdische Chronik“ (1960/61) von Boris Blacher, Paul Dessau, Karl Amadeus Hartmann, Hans Werner Henze und Rudolf Wagner-Régeny auf einen Text von Jens Gerlach. Das Werk bezieht sich einerseits auf den Ende der 1950er-Jahre wieder verstärkt aufkeimenden Antisemitismus, der sich auch in Schändungen jüdischer Synagogen manifestierte, andererseits auf das kulturelle Verständnis zwischen Ost und West im damals geteilten Deutschland. Die Referentinnen gewähren anschaulich und mit Musikbeispielen spannende und neue Einblicke in dieses hochaktuelle Werk.
Der Vortragsabend umfasst drei Beiträge von ca. 40 Minuten Dauer. Zum Abschluss wird es eine Diskussion und Möglichkeit zum Austausch geben.
Maya Oppitz (HU Berlin): musikhistorischer Vortrag
Chiara Rubino (HU Berlin): musikanalytischer Vortrag
Iris Simon (LMU München): dramaturgisch-analytischer Vortrag
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten.
Eintritt frei
Mit unserer Forschungsinitiative hartmannforum fördern wir junge Musikwissenschaftler:innen im deutschsprachigen Raum. Das Symposium wird in Kooperation mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin am 11. Februar 2027 um 18 Uhr im Rahmen der dortigen Gastvortragsreihe wiederholt.