GEDANKEN HARTMANNS ÜBER SEIN VERHÄLTNIS ZUR ZWÖLFTONTECHNIK Handschriftliche Notizen zur Dodekaphonie

3 Styroportafeln

Konzeptblätter. Bleistift um 1959

Hartmann hat diese Gedanken um 1959 im Zusammenhang mit Bemerkungen zu seiner Siebten Symphonie niedergeschrieben.

Ich habe mich sehr intensiv bei Webern mit der Zwölftontechnik auseinandergesetzt, obwohl ich sie in meinen Werken nie angewendet habe.

Bis heute habe ich den Balast[!] der Tradition nie abzuschütteln versucht. Im Gegenteil: ich habe mich mit der vor-Bachschen Musik eingehend beschäftigt.

Meine formale Gestaltung bringt traditionelle Formtypen, die der Zwölftontechnik nicht im Wege stehen würden, letztere aber wirkt sich in meinem Denkprozess sehr hemmend aus. Ich habe keine besondere Beziehung zu dieser Technik, da ich beobachtet habe, daß viele kompositorische Eigenschaften in mir unterdrückt würden.

Ähnlich äusserte sich Hartmann auch in einem Gespräch mit Joachim Herrmann: Ich bin kein Gefolgsmann der Zwölftonmethode geworden, nicht etwa deshalb, weil sie damals in den Jahren der politisch gelenkten Musikanschauung keine Aussicht hatte, sich durchzusetzen. Ich fand dieses strenge Gesetz einfach nicht der Phantasie meines Ausdruckswillens gemäß (Sendung des Bayerischen Rundfunks, 9.3.1961).

  • Document Number
  • V 40
  • Year
  • 1959

ZWEITES STREICHQUARTETT Komponiert 1945/46. Uraufführung: 1949, Mailand, Vegh-Quartett. Widmung an Hartmanns Frau Elisabeth

Autographes Partitur-Fragment (3 Blätter), um 1945. Mus. Mss. 12946

Fragment aus dem Schlusssatz, enthaltend die Urfassung des Abschnitts Ziffer 12 der gedruckten Partitur. Das den dritten Satz bestimmende viertonige Motiv mit abwärtsgerichtetem Halbton und Molldreiklang in die Gegenrichtung, auf vorliegendem Blatt mehrfach vorkommend (z.B. letzter Takt der ersten Akkolade), ist aus dem Namen Vegh (f-e-g-h) gewonnen. Das Quartett sollte ursprünglich dem Primarius des Vegh-Quartetts, Sandor Vegh, gewidmet werden.

  • Document Number
  • V 41
  • Year
  • 1945

Musterung / Ausmusterung / Herzkrankheit

Brief von Karl an Elisabeth vom 5.1.43: „Meine liebe Elisabeth! Körperlich geht es mir gut! Besonders das Herz geht gut. Ja, das kommt von meinem heißgeliebten Freund, dem Arzt. Der stellt meine linke Seite wieder her. Heute kamen zwei Kisten 10 kg (140) Äpfel. Ich lasse dieselben zu bis Du kommst. Gestern war ich bei Fleischmann – er glaubt, daß ich die nächsten 4 – 6 Wochen noch meine sichere Ruhe habe. Was dann weiß er nicht, da ja viel passieren kann. Aber Otto Fr. ist ja ein Depp! Sonst gibt es nichts neues! Lebst alle wohl! Seid herzlichst gegrüßt! Ich bin immer Euer Karl.“

  • Document Number
  • V 49 i
  • Year
  • 1943

Symphonie L’Oeuvre

Programmheft des Brüsseler Rundfunks

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Symphonie L’Oeuvre

Programmheft des Brüsseler Rundfunks

Komponiert 1937 unter dem Titel »Esquisses Symphoniques«, unter dem Eindruck von E. Zolas Roman in »L’Oeuvre« umbenannt. Uraufführung: Juli 1939, Lüttich,

Programmheft des Brüsseler Rundfunks EMILE ZOLA: L’OEUVRE

Im Frühjahr 1939 beschäftigte ich mich eingehend mit dem Künstlerroman L’Oeuvre von Emile Zola … Ich wollte kein symphonisches Gedicht schreiben, sondern nur den Eindruck, den ich nach dem Lesen des Buches empfing, musikalisch festlegen (…) Ich habe versucht, die dunkle Tragödie mit allen Schönheiten und besonders mit all den Schrecklichkeiten, die wahren Künstlern widerfahren, darzustellen (Hartmann im Programmheft des Brüsseler Rundfunks, Saison 1939/40).

  • Document Number
  • V 43a
  • Year
  • 1939/1940

Ölbild L’Oeuvre

Ölbild / Bild Adolf Hartmann L’ oeuvre

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CONCERTO FUNEBRE FÜR VIOLINE UND STREICHORCHESTER

Autographe Reinschrift der Partitur (16 Blätter), Manuskript um 1959 und Druck. Mus. Mss. 129158

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