JUGENDBÜSTE KARL AMADEUS HARTMANN
KARL RÖHRIG
Bronze
- Document Number
- V 25
- Year
- 1935
- Archivalienkategorie
- Dokumente Leben und Werk
- Person/Mention
- Röhrig Karl
Bronze
JUGENDBÜSTE KARL AMADEUS HARTMANN
Autographe Reinschrift (25 Blätter), 1945. Mus. Mss. 9660
More InfoAutographe Reinschrift (25 Blätter), 1945. Mus. Mss. 9660
Zweiter Satz in zwei Fassungen erhalten. Der erste Satz offenbar nachträglich hinzugefügt, die gestempelte Paginierung beginnt mit dem zweiten Satz, der ursprünglich die Satz-Zählung aufwies (auf Überklebung die Zahl 2). – Auf einem beiliegenden Blatt wird der Anlass der Komposition genannt: Am 27. u. 28. April 1945 schleppte sich ein Menschenstrom von Dachauer >Schutzhäftlingen< an uns vorüber - unendlich war der Strom - unendlich war das Elend - unendlich war das Leid -. In seiner Trauer und Bitterkeit, aber auch in der Entschlossenheit, sich mit der Ohnmacht nicht abzufinden, schlägt dieses Werk am Ende des Zweiten Weltkriegs einen Bogen zurück zu der am Beginn des Krieges komponierten >Musik der Trauer< (»Concerto funebre«) aus dem Jahr 1939.Komponiert 1945. Uraufführung: 1946, München, im privaten Kreis. Solist: Kurt Arnold
Kohlezeichnung ca. 70 x 50. Signiert unten rechts: Adolf Hartmann
More InfoKohlezeichnung ca. 70 x 50. Signiert unten rechts: Adolf Hartmann
»Da war die Mutter: in sorgenreichen Jahren vor der Zeit weißhaarig geworden, verleugnete sie doch nie ihre pfälzische Frohnatur und hatte stets für eine heitere Plauderei etwas übrig« (Max See, Erinnerungen an Karl Amadeus Hartmann, S. 99).
Frühjahr
aus Dokumentation des Münchner Stadtmuseums
Winter
Hartmann mit seiner Frau Elisabeth und dem neunjährigen Sohn Richard
Die Familie Hartmann lebte von 1942 – 45 meist in Kempfenhausen.
»Als ich 1935 für längere Zeit nach München zurückkehrte, fand ich Hartmann völlig gewandelt. Aus dem einstigen musikalischen enfant terrible, das sich in Burlesken und Persiflagen austobte, war ein Pathetiker geworden. Der Tod seiner Mutter traf ihn unter den trostlosen Verhältnissen der Hitlerdiktatur mit doppelter Schwere. Was uns Gleichgesinnte lediglich verbitterte, das zwang ihn, seinen Zorn und seine abgrundtiefe Trauer in Tönen mitzuteilen. Er hatte keine Wahl; der Weg eines Bekenntnismusikers war vorgezeichnet« (Max See, Erinnerungen, S.101 f.).