(P: München), Montag (Karte): KAH in München (E: 18)

Montag früh 7 h. Abfahrt.
Lieber Karl!
Noch vor meiner Abreise möchte ich Dir tausend herzliche Grüße senden. Auch Mutter und Richard. Papa hat mir fest versprochen mich sofort zu holen, wenn ich nicht mit zurück kann. Also sei ganz ruhig.
Nochmals alles Liebe und lebe wohl Deine Elisabeth.

München, Sonntag (Brief:) E.R. in Arnshausen

1. Brief München 16. Okt. 32
Meine liebe Elisabeth. Meine liebe Braut.
Heute abend muß ich dir noch liebe Grüße und Küsse senden. Ich bin froh, Dir heute noch schreiben zu dürfen damit Du siehst, daß ich immer Deiner gedenke. Ich sitze tief in der Arbeit. Heute schreibe ich Briefe an Vigué und Frau Hüni Myhacek. Hoffentlich das Konzert im November. Ich werde anschließend gleich an Generalmusikdirektor Dr. Scherchen schreiben nach Wien. Wenn er das Konzert nicht dirigiert, dann werde ich es selbst dirigieren.
Wie bist Du in Arnshausen angekommen. Ich freue mich, bald von Dir zu hören. Ich denke noch gerne an die schönen Stunden in Arnshausen. Erhole Dich gut, bleibe mir ja gesund und vergiß mich nicht und ich bleibe unter heißen Küssen Dein Karl.
Jetzt beginne ich ein Orchesterwerk für Scherchen zu schreiben. Bis auf morgen bleibe glücklich, morgen schreibe ich wieder
Dein Karl.

München, Sonntag (Brief:) E.R. in Arnshausen

1. Brief München 16. Okt. 32
Meine liebe Elisabeth. Meine liebe Braut.
Heute abend muß ich dir noch liebe Grüße und Küsse senden. Ich bin froh, Dir heute noch schreiben zu dürfen damit Du siehst, daß ich immer Deiner gedenke. Ich sitze tief in der Arbeit. Heute schreibe ich Briefe an Vigué und Frau Hüni Myhacek. Hoffentlich das Konzert im November. Ich werde anschließend gleich an Generalmusikdirektor Dr. Scherchen schreiben nach Wien. Wenn er das Konzert nicht dirigiert, dann werde ich es selbst dirigieren.
Wie bist Du in Arnshausen angekommen. Ich freue mich, bald von Dir zu hören. Ich denke noch gerne an die schönen Stunden in Arnshausen. Erhole Dich gut, bleibe mir ja gesund und vergiß mich nicht und ich bleibe unter heißen Küssen Dein Karl.
Jetzt beginne ich ein Orchesterwerk für Scherchen zu schreiben. Bis auf morgen bleibe glücklich, morgen schreibe ich wieder
Dein Karl.

(P: Garmisch-Partenkirchen), Donnerstag (Karte): KAH in München (E: 18)

Lieber Karl!
Ich habe vergessen, Dir zu schreiben daß wir am Starnberger Bahnhof ankommen 604 h
Heute ist ein herrlicher Tag. Auf frohes Wiedersehen und recht herzliche Grüße auch an Deine Mutter u. Brüder Deine Elisabeth.
Herzl. Grüße Vater R.

München (E: 18), Mittwoch (Brief mit Umschlag) E.R. in Garmisch (Sonnenstr. 17, Haus Ludwig)

Meine liebe gute Elisabeth.
Oh Dank für Deinen lieben Brief. Wie gerne wäre ich bei Dir. Wie gerne wäre ich bei Euch beiden. Mit euch alle Lust, alle Freude teilen und dann die Stunden wo wir alleine sein könnten. Elisabeth ich muß arbeiten. Heute Programme fort senden, 700 Stück. Froh bin ich, daß ich arbeiten kann für Dich, damit wir bald anerkannt werden. Mein Concerto für 2 Violinen Fagott und Schlagzeug werde ich morgen fertig, dann kommt die Reinschrift. Dann schreibe ich eine „kleine Konzertmusik“ für Kammerorchester. Elisabeth wir werden bald anerkannt werden, wir müßen [sic] bald anerkannt werden. Ja – und dann werde ich Dich mit Ruhe lieben dürfen. Ja – und wir werden dann ein frohes und freudiges Paar weil wir wissen, daß nur uns die reine Liebe zusammengeführt hat. Ich will arbeiten was nur möglich ist, damit wir beide alles erreichen was wir uns ersehnen – und dann können wir Deinen Verwandten zeigen wie Unrecht sie uns tun. Elisabeth ich muß leider jetzt zum Bahnhof die Post (Programme) aufgeben und nehme Deinen Brief gleich mit. Also meine liebe Elisabeth sei mir gut und behalte mich lieb wie ich Dich liebe und bleibe unter tausend Küssen
Dein Karl.
Meine liebe Elisabeth, Du schreibst ob ich komme. Die Zeit ist doch recht kurz und ich habe viel Arbeit. Natürlich käme ich gerne zu Dir. Das weißt Du ja. Aber gerade vor einem Konzert. Ich hätte doch keine richtige Ruhe. Froh in ich, daß Du Dich und unser lieber Vater gut erholst. Hoffentlich bleibt das schöne Wetter für Euch.
Elisabeth habe bitte keine Angst. Bitte glaube mir ich suche mich gesund zuerhalten [sic] für uns beide. Auch mit anderen Menschen – nun ja – da brauche ich nichts zu schreiben, doch eine Beruhigung zur Zeit komme ich fast mit keinem Menschen zusammen.
Meine Mutter dankt vielmals für die Grüße und soll auch Grüße erwidern. Deine Mutter will unbedingt zur Schraube – was Sie vor hat, wissen wir nicht. Sie arbeitet mit Macht gegen uns. Sie scheut sich nicht zu verleumden – es könnte sein, daß sie vielleicht einen Eid schwören müßte, – und dann – ! Elisabeth, denke jetzt nicht viel, erfreue Dich an der Natur und wir beide werden dann uns glücklich wiedersehen und bis dahin werden wir uns freuen auf die Zukunft. Nimm einen festen Kuß und ich umarme Dich und drücke Dich an mein Herz und bleibe Dein Karl.
Hast Du den letzten Brief vernichtet?
Vater soll sich gut erholen und alles Grüßen Euch herzlichst.

München (E: 18), Mittwoch (Brief mit Umschlag) E.R. in Garmisch (Sonnenstr. 17, Haus Ludwig)

Meine liebe gute Elisabeth.
Oh Dank für Deinen lieben Brief. Wie gerne wäre ich bei Dir. Wie gerne wäre ich bei Euch beiden. Mit euch alle Lust, alle Freude teilen und dann die Stunden wo wir alleine sein könnten. Elisabeth ich muß arbeiten. Heute Programme fort senden, 700 Stück. Froh bin ich, daß ich arbeiten kann für Dich, damit wir bald anerkannt werden. Mein Concerto für 2 Violinen Fagott und Schlagzeug werde ich morgen fertig, dann kommt die Reinschrift. Dann schreibe ich eine „kleine Konzertmusik“ für Kammerorchester. Elisabeth wir werden bald anerkannt werden, wir müßen [sic] bald anerkannt werden. Ja – und dann werde ich Dich mit Ruhe lieben dürfen. Ja – und wir werden dann ein frohes und freudiges Paar weil wir wissen, daß nur uns die reine Liebe zusammengeführt hat. Ich will arbeiten was nur möglich ist, damit wir beide alles erreichen was wir uns ersehnen – und dann können wir Deinen Verwandten zeigen wie Unrecht sie uns tun. Elisabeth ich muß leider jetzt zum Bahnhof die Post (Programme) aufgeben und nehme Deinen Brief gleich mit. Also meine liebe Elisabeth sei mir gut und behalte mich lieb wie ich Dich liebe und bleibe unter tausend Küssen
Dein Karl.
Meine liebe Elisabeth, Du schreibst ob ich komme. Die Zeit ist doch recht kurz und ich habe viel Arbeit. Natürlich käme ich gerne zu Dir. Das weißt Du ja. Aber gerade vor einem Konzert. Ich hätte doch keine richtige Ruhe. Froh in ich, daß Du Dich und unser lieber Vater gut erholst. Hoffentlich bleibt das schöne Wetter für Euch.
Elisabeth habe bitte keine Angst. Bitte glaube mir ich suche mich gesund zuerhalten [sic] für uns beide. Auch mit anderen Menschen – nun ja – da brauche ich nichts zu schreiben, doch eine Beruhigung zur Zeit komme ich fast mit keinem Menschen zusammen.
Meine Mutter dankt vielmals für die Grüße und soll auch Grüße erwidern. Deine Mutter will unbedingt zur Schraube – was Sie vor hat, wissen wir nicht. Sie arbeitet mit Macht gegen uns. Sie scheut sich nicht zu verleumden – es könnte sein, daß sie vielleicht einen Eid schwören müßte, – und dann – ! Elisabeth, denke jetzt nicht viel, erfreue Dich an der Natur und wir beide werden dann uns glücklich wiedersehen und bis dahin werden wir uns freuen auf die Zukunft. Nimm einen festen Kuß und ich umarme Dich und drücke Dich an mein Herz und bleibe Dein Karl.
Hast Du den letzten Brief vernichtet?
Vater soll sich gut erholen und alles Grüßen Euch herzlichst.

Riccione, Sonntag (Brief): KAH in München d. 14. 8. 38

Mein liebster Karl!
Heute Sonntag habe ich Deine beiden Briefe erhalten, ich war schon ganz ungeduldig, weil ich so lange nichts von Dir hörte.
Natürlich war ich so gut wie Du, mehr als überrascht über Hermanns Karte. Ich verstehe nicht ganz, was er eigentlich will. Es sieht sehr nett aus, doch wie Du weißt ist er mit Vorsicht zu behandeln. Auf jeden Fall mußt Du ihm bald einen Brief schreiben. Ich würde ihm schreiben, äußerst höflich und einschmeichelnd natürlich, daß Du nach seinem Benehmen in London den Eindruck gewonnen hast, daß er nichts mehr von Dir wissen will, und daß Du Dich da natürlich nicht aufdrängen wolltest, daß Du aber immer große Verehrung u. Liebe für ihn empfinden wirst. Das ist ja auch schließlich wahr. Auch solltest Du ihm noch schreiben, daß seine Beschuldigung Dir sehr weh getan habe, da Du doch immer ihn verteidigt hättest. So in diesem Stil, mußt Du ihm unbedingt schreiben. Glaube mir das. Ich glaube, er hängt doch noch an Dir, sonst hätte er nicht diese Karte geschickt. Ich behalte vorerst dieselbe hier.
Ich bin froh, daß Straub nicht kommt. Da kommst Du dann auch mit Deiner Arbeit ganz anders vorwärts. Ich bin so froh, daß Du zufrieden damit bist, da wird Deine Stimmung dann auch etwas gehobener sein.
Ich habe noch immer keine 2 Zimmer, wenn ich bis morgen keine habe suche ich mir etwas anderes, da kann ich dann ruhig gehen, denn ich habe doch 2 Zimmer bestellt und sie haben meine Bedingungen nicht erfüllt. Ich glaube da kann das Hotel gar nichts machen. Schreibe bitte jetzt die nächsten Tage postlagernd, denn wenn ich gehen sollte, so mag ich natürlich dann hier nicht mehr nach Post fragen. Auf jeden Fall bleibe ich nicht länger als 2 Wochen hier, weil es viel zu teuer ist. Morgen, Montag entscheidet es sich, ob ich bis dahin bleibe oder nicht. Ich gebe Dir dann gleich Bescheid. Sonst ist es hier sehr schön, das Wetter warm aber nicht zu heiß. Leider kann ich nun ein paar Tage nicht baden, das tut mir schon sehr leid. Alassio war aber doch noch schöner. Richardi gefällt es natürlich riesig gut, sein Appetit allerdings läßt noch immer zu wünschen übrig.
Nun, mein einzig geliebter Karl, lebe recht wohl, glaube mir, meine Gedanken begleiten Dich immer mit großer, großer Liebe Deine treue Elisabeth.

Riccione, Sonntag (Brief): KAH in München d. 14. 8. 38

Mein liebster Karl!
Heute Sonntag habe ich Deine beiden Briefe erhalten, ich war schon ganz ungeduldig, weil ich so lange nichts von Dir hörte.
Natürlich war ich so gut wie Du, mehr als überrascht über Hermanns Karte. Ich verstehe nicht ganz, was er eigentlich will. Es sieht sehr nett aus, doch wie Du weißt ist er mit Vorsicht zu behandeln. Auf jeden Fall mußt Du ihm bald einen Brief schreiben. Ich würde ihm schreiben, äußerst höflich und einschmeichelnd natürlich, daß Du nach seinem Benehmen in London den Eindruck gewonnen hast, daß er nichts mehr von Dir wissen will, und daß Du Dich da natürlich nicht aufdrängen wolltest, daß Du aber immer große Verehrung u. Liebe für ihn empfinden wirst. Das ist ja auch schließlich wahr. Auch solltest Du ihm noch schreiben, daß seine Beschuldigung Dir sehr weh getan habe, da Du doch immer ihn verteidigt hättest. So in diesem Stil, mußt Du ihm unbedingt schreiben. Glaube mir das. Ich glaube, er hängt doch noch an Dir, sonst hätte er nicht diese Karte geschickt. Ich behalte vorerst dieselbe hier.
Ich bin froh, daß Straub nicht kommt. Da kommst Du dann auch mit Deiner Arbeit ganz anders vorwärts. Ich bin so froh, daß Du zufrieden damit bist, da wird Deine Stimmung dann auch etwas gehobener sein.
Ich habe noch immer keine 2 Zimmer, wenn ich bis morgen keine habe suche ich mir etwas anderes, da kann ich dann ruhig gehen, denn ich habe doch 2 Zimmer bestellt und sie haben meine Bedingungen nicht erfüllt. Ich glaube da kann das Hotel gar nichts machen. Schreibe bitte jetzt die nächsten Tage postlagernd, denn wenn ich gehen sollte, so mag ich natürlich dann hier nicht mehr nach Post fragen. Auf jeden Fall bleibe ich nicht länger als 2 Wochen hier, weil es viel zu teuer ist. Morgen, Montag entscheidet es sich, ob ich bis dahin bleibe oder nicht. Ich gebe Dir dann gleich Bescheid. Sonst ist es hier sehr schön, das Wetter warm aber nicht zu heiß. Leider kann ich nun ein paar Tage nicht baden, das tut mir schon sehr leid. Alassio war aber doch noch schöner. Richardi gefällt es natürlich riesig gut, sein Appetit allerdings läßt noch immer zu wünschen übrig.
Nun, mein einzig geliebter Karl, lebe recht wohl, glaube mir, meine Gedanken begleiten Dich immer mit großer, großer Liebe Deine treue Elisabeth.

(P: München, Stempel: 4. Okt. 1932), (E: 18), Montag (Karte): E.R. in Garmisch (postlagernd)

Liebe Elisabeth.
Möchte Dir nur liebe Grüße senden.
Bitte erhole Dich gut und vergiß mich nicht. Viele Grüße und gute Erholung sende und wünsche ich unserm lieben Vater und sei Du gegrüßt von Deinem Karl.

(P: München, 19.09.1932), Sonntag (Karte): KAH in München (E: 18)

Lieber Karl!
Morgen fahren wir voraussichtlich nach Garmisch u. bleiben dort. Wenn es etwas zu schreiben gibt, schreibe bitte postlagernd. Ich gebe Dir natürlich sofort Nachricht von unserer Adresse. Bitte sei vorsichtig in allem.
Lebe wohl u. viele herzl. Grüße auch an Mutter u. Brüder von Deiner Elisabeth.

(P: München, 19.09.1932), Sonntag (Karte): KAH in München (E: 18)

Lieber Karl!
Morgen fahren wir voraussichtlich nach Garmisch u. bleiben dort. Wenn es etwas zu schreiben gibt, schreibe bitte postlagernd. Ich gebe Dir natürlich sofort Nachricht von unserer Adresse. Bitte sei vorsichtig in allem.
Lebe wohl u. viele herzl. Grüße auch an Mutter u. Brüder von Deiner Elisabeth.

Arnshausen (Brief): KAH in Junkersdorf

Mein liebster, bester Karl!
O Karl, habe doch nicht immer so viel Angst um mich. „Unkraut verdirbt nicht.“ Aber Scherz beiseite, ich bin doch noch nicht aus Glas, daß ich gleich zerbreche, wenn man dranstößt. – Ich wurde jetzt 2 Stunden unterbrochen, weil Rieke totgemacht wurde. Es ist doch arg traurig, wenn so ein Tierchen, das immer treu an einem gehängt ist plötzlich getötet wird. Aber doch bin ich froh, daß sie erlöst ist, sie mußte unangenehme Dinge mitmachen. Mutter von H. Pf. geht es auch nicht besonders gut. Meine Tante ist heute natürlich tief unglücklich. O, mein Karl, ich hoffe immer noch, daß ich Freitag mit Dir fahren kann, doch ist diese Möglichkeit sehr gering. Bitte rechne nicht damit, nur wenn ich fahren kann, dann schicke ich Dir noch entweder ein Telegramm od. telephoniere. Wenn Du auch nichts mehr von mir hörst, sagen wir, es entscheidet sich so spät, daß jede Antwort zu spät bei Dir ankäme, so bin ich in dem Zug in Bamberg. Es kommt jetzt alles darauf an, ob Papa eine Karte schreibt, daß ich noch diese Woche kommen solle. Jedenfalls tue ich mein möglichstes. Wie würde ich mich freuen! Mich wieder einmal mit Dir unterhalten können, Dich für länger sehen dürfen! Mein Karl, wie schön wird die Zeit werden, in der wir für immer zusammen vereint sein werden. Manchmal nur ein Kuß, welches Glück würde das bedeuten. Aber Du bist mein, schon jetzt, und ich bleibe Dein.
Geliebter Karl, ich küsse Dich und bleibe, noch immer eine schwache Hoffnung im Herzen auf ein Wiedersehen am Freitag
Deine dich innig liebende Elisabeth.
Wenn Du nichts mehr von mir hörst, kann ich nicht kommen, aber selbstverständlich ohne jegliche Schuld. Wie feig ist doch H. Pf. Aber man kann halt doch von kaum einem Menschen etwas erwarten.

Arnshausen (Brief): KAH in Junkersdorf

Mein liebster, bester Karl!
O Karl, habe doch nicht immer so viel Angst um mich. „Unkraut verdirbt nicht.“ Aber Scherz beiseite, ich bin doch noch nicht aus Glas, daß ich gleich zerbreche, wenn man dranstößt. – Ich wurde jetzt 2 Stunden unterbrochen, weil Rieke totgemacht wurde. Es ist doch arg traurig, wenn so ein Tierchen, das immer treu an einem gehängt ist plötzlich getötet wird. Aber doch bin ich froh, daß sie erlöst ist, sie mußte unangenehme Dinge mitmachen. Mutter von H. Pf. geht es auch nicht besonders gut. Meine Tante ist heute natürlich tief unglücklich. O, mein Karl, ich hoffe immer noch, daß ich Freitag mit Dir fahren kann, doch ist diese Möglichkeit sehr gering. Bitte rechne nicht damit, nur wenn ich fahren kann, dann schicke ich Dir noch entweder ein Telegramm od. telephoniere. Wenn Du auch nichts mehr von mir hörst, sagen wir, es entscheidet sich so spät, daß jede Antwort zu spät bei Dir ankäme, so bin ich in dem Zug in Bamberg. Es kommt jetzt alles darauf an, ob Papa eine Karte schreibt, daß ich noch diese Woche kommen solle. Jedenfalls tue ich mein möglichstes. Wie würde ich mich freuen! Mich wieder einmal mit Dir unterhalten können, Dich für länger sehen dürfen! Mein Karl, wie schön wird die Zeit werden, in der wir für immer zusammen vereint sein werden. Manchmal nur ein Kuß, welches Glück würde das bedeuten. Aber Du bist mein, schon jetzt, und ich bleibe Dein.
Geliebter Karl, ich küsse Dich und bleibe, noch immer eine schwache Hoffnung im Herzen auf ein Wiedersehen am Freitag
Deine dich innig liebende Elisabeth.
Wenn Du nichts mehr von mir hörst, kann ich nicht kommen, aber selbstverständlich ohne jegliche Schuld. Wie feig ist doch H. Pf. Aber man kann halt doch von kaum einem Menschen etwas erwarten.

  • Year
  • Nach dem 16. Juli 1932

München, Sonntag (Brief): E.H. in Riccione München, den 14. August 1938

Mein liebes Weib!
Wie geht es Dir!? Hoffentlich bist Du gesund! Vielen Dank für Deine Karte. Bitte rege Dich nicht auf, es ist alles in Ordnung, alles ruhig, alles wie es sich gehört. Heute ist Fritz weg. Wieder nach Junkersdorf, er freut sich schon wieder wenn er nach München kommt.
Heute war ich bei See – er möchte mit mir eine Oper bearbeiten. Er sucht jetzt, wir gehen jetzt in das Theatermuseum und Staatsbibliothek und schnüffeln. Mir schwebt schon etwas vor = unbedingt eine französische Operette. Eine Alte.
Was heute los ist weiss ich noch nicht, Adolf will um 7 Uhr kommen. Mit meiner Arbeit geht es flott weiter. Hoffentlich werde ich in dieser Woche noch mit dem zweiten Satz fertig, hoffentlich. Nur habe ich so viel Kopfschmerzen – wie ist es eigentlich ohne Kopfschmerzen. Immer das grauenhafte wühlen [sic] im Kopf. Das schmerzt! Diese Tage hatte ich noch sehr stark Zahnschmerzen. Kukowsky ist auf Urlaub. Gestern ging es nicht mehr – da ging ich zu einem Dentisten in der Hedwigstrasse, der machte mir den Zahn auf (er machte ein Loch in die Plombe) und es war alles vorüber. Nun warte ich auf meinen Kukowsky der kommt mitte der kommenden Woche.
Nun mein liebes liebes Elisabethchen, bleibe mir gesund, 1.) werde gesund 2.) werde dick!!! 3.) ruhe bitte 4.) rege Dich nicht auf 5.) habe mich immer lieb, dann werde ich Dein treuer und Dich ewig liebender Krl.

München, Sonntag (Brief): E.H. in Riccione München, den 14. August 1938

Mein liebes Weib!
Wie geht es Dir!? Hoffentlich bist Du gesund! Vielen Dank für Deine Karte. Bitte rege Dich nicht auf, es ist alles in Ordnung, alles ruhig, alles wie es sich gehört. Heute ist Fritz weg. Wieder nach Junkersdorf, er freut sich schon wieder wenn er nach München kommt.
Heute war ich bei See – er möchte mit mir eine Oper bearbeiten. Er sucht jetzt, wir gehen jetzt in das Theatermuseum und Staatsbibliothek und schnüffeln. Mir schwebt schon etwas vor = unbedingt eine französische Operette. Eine Alte.
Was heute los ist weiss ich noch nicht, Adolf will um 7 Uhr kommen. Mit meiner Arbeit geht es flott weiter. Hoffentlich werde ich in dieser Woche noch mit dem zweiten Satz fertig, hoffentlich. Nur habe ich so viel Kopfschmerzen – wie ist es eigentlich ohne Kopfschmerzen. Immer das grauenhafte wühlen [sic] im Kopf. Das schmerzt! Diese Tage hatte ich noch sehr stark Zahnschmerzen. Kukowsky ist auf Urlaub. Gestern ging es nicht mehr – da ging ich zu einem Dentisten in der Hedwigstrasse, der machte mir den Zahn auf (er machte ein Loch in die Plombe) und es war alles vorüber. Nun warte ich auf meinen Kukowsky der kommt mitte der kommenden Woche.
Nun mein liebes liebes Elisabethchen, bleibe mir gesund, 1.) werde gesund 2.) werde dick!!! 3.) ruhe bitte 4.) rege Dich nicht auf 5.) habe mich immer lieb, dann werde ich Dein treuer und Dich ewig liebender Krl.

Arnshausen (Brief): KAH in Junkersdorf

Mein Karl!
Tausend Dank für Deinen lieben Brief aus Bamberg. Du kannst Dir meine Freude über jeden Deiner Briefe nicht vorstellen, jedes Wort ist mir so lieb und immer und immer wieder muß ich ihn lesen. Du hast so unendlich viel Liebe und Verständnis für mich, wie ich es von niemandem gewöhnt bin. Ich will mich aber damit nicht beklagen über meine Mutter. Meine Gedanken sind jetzt nur mehr bei Dir und ich lebe nur für Dich und versuche Dir einigermaßen gleichzukommen. Welches Glück ist es doch, daß wir uns gefunden haben und wie selbstverständlich nimmt man es manchmal hin. Oft denke ich, Mädchen die ihr Brot selbst verdienen müssen sind doch viel höher zu schätzen, während ich daheim sitze und nichts tue. Jetzt seitdem ich Dich habe, kann ich mich im Leben wenigstens darin verdienstlich machen, indem ich versuche einen Menschen glücklich zu machen und in seinen schweren Sorgen u. dem schweren Lebenskampf zu unterstützen. „O Karl, wie glücklich machst Du mich“, das ist das einzige was ich immer nur sagen kann. Gebe Gott, daß Du dasselbe kannst. Es geht mir schon wieder ganz gut, also bitte, keine Angst. Unsere arme Rieke muß morgen oder übermorgen totgemacht werden. Wir sind alles sehr traurig darüber, meine Tante weint viel. Voraussichtlich fahre ich nächsten Sonntag heim. O, Gott, jetzt beginnt wieder meine Angst um Dich, wenn Du nach München kommst, bis jetzt war ich doch ziemlich sicher, daß Dir nichts passieren konnte. Aber glaube mir, es liegt ganz an Dir, ob Du überall gut durchkommst, also handle danach.
Geliebter Karl, lebe jetzt recht wohl, bis wir uns wiedersehen, müssen wir von der Erinnerung an die schönen Stunden, die wir zusammen genießen durften, leben. Ich umarme und küsse Dich in heißer Liebe Deine Elisabeth

Arnshausen (Brief): KAH in Junkersdorf

Mein Karl!
Tausend Dank für Deinen lieben Brief aus Bamberg. Du kannst Dir meine Freude über jeden Deiner Briefe nicht vorstellen, jedes Wort ist mir so lieb und immer und immer wieder muß ich ihn lesen. Du hast so unendlich viel Liebe und Verständnis für mich, wie ich es von niemandem gewöhnt bin. Ich will mich aber damit nicht beklagen über meine Mutter. Meine Gedanken sind jetzt nur mehr bei Dir und ich lebe nur für Dich und versuche Dir einigermaßen gleichzukommen. Welches Glück ist es doch, daß wir uns gefunden haben und wie selbstverständlich nimmt man es manchmal hin. Oft denke ich, Mädchen die ihr Brot selbst verdienen müssen sind doch viel höher zu schätzen, während ich daheim sitze und nichts tue. Jetzt seitdem ich Dich habe, kann ich mich im Leben wenigstens darin verdienstlich machen, indem ich versuche einen Menschen glücklich zu machen und in seinen schweren Sorgen u. dem schweren Lebenskampf zu unterstützen. „O Karl, wie glücklich machst Du mich“, das ist das einzige was ich immer nur sagen kann. Gebe Gott, daß Du dasselbe kannst. Es geht mir schon wieder ganz gut, also bitte, keine Angst. Unsere arme Rieke muß morgen oder übermorgen totgemacht werden. Wir sind alles sehr traurig darüber, meine Tante weint viel. Voraussichtlich fahre ich nächsten Sonntag heim. O, Gott, jetzt beginnt wieder meine Angst um Dich, wenn Du nach München kommst, bis jetzt war ich doch ziemlich sicher, daß Dir nichts passieren konnte. Aber glaube mir, es liegt ganz an Dir, ob Du überall gut durchkommst, also handle danach.
Geliebter Karl, lebe jetzt recht wohl, bis wir uns wiedersehen, müssen wir von der Erinnerung an die schönen Stunden, die wir zusammen genießen durften, leben. Ich umarme und küsse Dich in heißer Liebe Deine Elisabeth

  • Year
  • Nach dem 16. Juli 1932