Arnshausen, Samstag (Brief): KAH in Junkersdorf

Mein lieber, guter Karl!
Schon wieder mußten wir die schwere Stunde des Abschieds mitmachen. Wie oft wohl noch?! Von mal zu mal wird es schwerer für mich und ich meine, ich könnte es keinen Tag mehr ohne Dich aushalten. Wie viel Glück durften wir schon durch unsere Liebe erfahren und auch wie viel Schmerz. O, diese ewige Sehnsucht nach Dir und und diese dauernde Angst um Dein teures Leben. Mein Karl, erhalte Dich für mich, ich könnte nicht ohne Dich sein. Ich freue mich so sehr darauf, wenn ich einmal alles mit Dir teilen darf. Ich kann es mir nicht anders vorstellen, als daß wir die glücklichsten Menschen werden.
Hoffentlich bist du gut angekommen, grüße bitte deine Mutter u. Bruder herzlichst von mir. Ich habe es Herrn Pfarrer wegen des Briefpapiers gesagt. Als ich gestern heimkam hatte ich die Nacht über etwas Fieber, infolge einer Halsentzündung. Ich hatte schon seit ein paar Tagen etwas Halsweh. Bitte sei mir nicht bös, daß ich Dir gestern nicht sagte, ich wollte Dich nicht unnötig ängstigen und es ist auch wirklich nicht schlimm. Bis Montag wird es schon wieder vorbei sein. Ich schickte heute an Mama ein Telegramm, daß ich deshalb nicht kommen könne. Ich bin so froh, daß ich nicht zu diesen dummen Kerls muß. Nebenbei bin ich jetzt auch etwas Krankenpflegerin, d h. ich mache ganz kleine Hilfsleistungen od. bleibe im Zimmer sitzen, wenn niemand Zeit hat dazubleiben.
Mein lieber Karl, bleibe froh, und freuen wir uns über unsere schöne Liebe, auch wenn wir nicht beisammen sind. Ich küsse Dich und bleibe stets in großer Treue Deine Elisabeth

Arnshausen, Samstag (Brief): KAH in Junkersdorf

Mein lieber, guter Karl!
Schon wieder mußten wir die schwere Stunde des Abschieds mitmachen. Wie oft wohl noch?! Von mal zu mal wird es schwerer für mich und ich meine, ich könnte es keinen Tag mehr ohne Dich aushalten. Wie viel Glück durften wir schon durch unsere Liebe erfahren und auch wie viel Schmerz. O, diese ewige Sehnsucht nach Dir und und diese dauernde Angst um Dein teures Leben. Mein Karl, erhalte Dich für mich, ich könnte nicht ohne Dich sein. Ich freue mich so sehr darauf, wenn ich einmal alles mit Dir teilen darf. Ich kann es mir nicht anders vorstellen, als daß wir die glücklichsten Menschen werden.
Hoffentlich bist du gut angekommen, grüße bitte deine Mutter u. Bruder herzlichst von mir. Ich habe es Herrn Pfarrer wegen des Briefpapiers gesagt. Als ich gestern heimkam hatte ich die Nacht über etwas Fieber, infolge einer Halsentzündung. Ich hatte schon seit ein paar Tagen etwas Halsweh. Bitte sei mir nicht bös, daß ich Dir gestern nicht sagte, ich wollte Dich nicht unnötig ängstigen und es ist auch wirklich nicht schlimm. Bis Montag wird es schon wieder vorbei sein. Ich schickte heute an Mama ein Telegramm, daß ich deshalb nicht kommen könne. Ich bin so froh, daß ich nicht zu diesen dummen Kerls muß. Nebenbei bin ich jetzt auch etwas Krankenpflegerin, d h. ich mache ganz kleine Hilfsleistungen od. bleibe im Zimmer sitzen, wenn niemand Zeit hat dazubleiben.
Mein lieber Karl, bleibe froh, und freuen wir uns über unsere schöne Liebe, auch wenn wir nicht beisammen sind. Ich küsse Dich und bleibe stets in großer Treue Deine Elisabeth

(P: München, 14.08.1938), Samstag (Brief mit Umschlag) E.H. in Riccione (Hotel Vienna – Touring) München, den 13. August 1938

Mein liebes Weib,
ich will Dir tausend innige Grüße senden! Sei versichert dass ich stets Deiner gedenke. Eben erhielt ich Deine Karte. Kümmere bitte Dich nicht um mich. Werde mir gesund, erhalte Dich bitte für uns. Was macht mein lieber Bub!?
Es hat sich nichts neues ereignet. Keine Angst! Es kam keine Post – nichts! Meine Post an Fiorillo, Vigue, u.s.w. habe ich erledigt.
Stets werde ich immer Deiner mitfühlen! Lebe wohl! Mit tausend Küssen immer Dein Karl

(P: München, 14.08.1938), Samstag (Brief mit Umschlag) E.H. in Riccione (Hotel Vienna – Touring) München, den 13. August 1938

Mein liebes Weib,
ich will Dir tausend innige Grüße senden! Sei versichert dass ich stets Deiner gedenke. Eben erhielt ich Deine Karte. Kümmere bitte Dich nicht um mich. Werde mir gesund, erhalte Dich bitte für uns. Was macht mein lieber Bub!?
Es hat sich nichts neues ereignet. Keine Angst! Es kam keine Post – nichts! Meine Post an Fiorillo, Vigue, u.s.w. habe ich erledigt.
Stets werde ich immer Deiner mitfühlen! Lebe wohl! Mit tausend Küssen immer Dein Karl

Arnshausen, Montag (Brief): KAH in Junkersdorf

Mein liebster Karl!
Du hast halt doch immer sehr gescheite Einfälle. Wie furchtbar gerne würde ich am Freitag mit dir heimfahren, doch ich muß hier noch einige Schwierigkeiten überwinden. Meine Tante möchte mich natürlich mit aller Gewalt zurückhalten, daß ich erst Anfang nächster Woche fahre und da muß ich nun versuchen fortzukommen ohne sie zu kränken. Auf jeden Fall versuche ich mein möglichstes zu tun und hoffe, daß alles gut gehen wird. Es wäre zu schön, wenn wir 7 volle Stunden allein beisammen sein dürften und uns wieder einmal ungestört über alles unterhalten dürften. Wie würde ich mich freuen!! Hoffen wir das beste. Dann mußt du aber Adolf schreiben, daß er Mama nicht sagt, daß du am Donnerstag Freitag kommst, sonst bekommt sie alles heraus. Auf welche Hintergedanken muß man nicht immer kommen. Ich gebe Dir morgen oder spätestens bis Mittwoch eine entscheidende Antwort. Hoffentlich kann ich mit Dir sein, Dich nur sehen dürfen u. ich werde wieder froh. Mein geliebter Karl, gute Nacht! Ich liege schon im Bett, weil es mir zu kalt war im Zimmer aufzubleiben. Auf frohes Wiedersehen, ich küsse Dich und bleibe mit vielen Grüßen
Deine Dich innig liebende Elisabeth.

Arnshausen, Montag (Brief): KAH in Junkersdorf

Mein liebster Karl!
Du hast halt doch immer sehr gescheite Einfälle. Wie furchtbar gerne würde ich am Freitag mit dir heimfahren, doch ich muß hier noch einige Schwierigkeiten überwinden. Meine Tante möchte mich natürlich mit aller Gewalt zurückhalten, daß ich erst Anfang nächster Woche fahre und da muß ich nun versuchen fortzukommen ohne sie zu kränken. Auf jeden Fall versuche ich mein möglichstes zu tun und hoffe, daß alles gut gehen wird. Es wäre zu schön, wenn wir 7 volle Stunden allein beisammen sein dürften und uns wieder einmal ungestört über alles unterhalten dürften. Wie würde ich mich freuen!! Hoffen wir das beste. Dann mußt du aber Adolf schreiben, daß er Mama nicht sagt, daß du am Donnerstag Freitag kommst, sonst bekommt sie alles heraus. Auf welche Hintergedanken muß man nicht immer kommen. Ich gebe Dir morgen oder spätestens bis Mittwoch eine entscheidende Antwort. Hoffentlich kann ich mit Dir sein, Dich nur sehen dürfen u. ich werde wieder froh. Mein geliebter Karl, gute Nacht! Ich liege schon im Bett, weil es mir zu kalt war im Zimmer aufzubleiben. Auf frohes Wiedersehen, ich küsse Dich und bleibe mit vielen Grüßen
Deine Dich innig liebende Elisabeth.

Junkersdorf (Brief): E.R. in Arnshausen

O Gott!! Wie freue ich mich Dir, meine liebe gute Elisabeth, herzliche Grüße senden zu dürfen. Immer von neuem muß ich Dir schreiben. –
mein bist Du! mein mußt Du bleiben! mein!!
Mein Lieb, bitte erhalte Dich gesund und schenke mir Dein langes Leben. Bitten will ich zu dem Wesen, das uns führet, daß wir zwei eingehen dürfen – als Weib und Mann – in das Reich der höchsten Menschlichkeit. – – und Freude und Glück wird unser Los sein.
Geliebte! Elisabeth hilf mir zu bauen das Glück der Liebe. Nur Du kannst dieses dunkle Reich ergründen. Du bist geschaffen dazu.
Möchtest du viele herzliche Grüße an Herrn Pfarrer, meinen väterlichen Freund und an Deine Tante, Deiner mütterlichen Freundin übermitteln, und tausend Dank für alles was mir Liebes gegeben worden ist im Pfarrhaus.
Du, meine über alles Geliebte – Elisabeth sei umarmt – in Sehnsucht nach Dir, geküßt und ich bleibe Dein Karl.
Entschuldige dies Briefpapier, doch ich muß erst nach Bamberg um welches zu holen.

Junkersdorf (Brief): E.R. in Arnshausen

O Gott!! Wie freue ich mich Dir, meine liebe gute Elisabeth, herzliche Grüße senden zu dürfen. Immer von neuem muß ich Dir schreiben. –
mein bist Du! mein mußt Du bleiben! mein!!
Mein Lieb, bitte erhalte Dich gesund und schenke mir Dein langes Leben. Bitten will ich zu dem Wesen, das uns führet, daß wir zwei eingehen dürfen – als Weib und Mann – in das Reich der höchsten Menschlichkeit. – – und Freude und Glück wird unser Los sein.
Geliebte! Elisabeth hilf mir zu bauen das Glück der Liebe. Nur Du kannst dieses dunkle Reich ergründen. Du bist geschaffen dazu.
Möchtest du viele herzliche Grüße an Herrn Pfarrer, meinen väterlichen Freund und an Deine Tante, Deiner mütterlichen Freundin übermitteln, und tausend Dank für alles was mir Liebes gegeben worden ist im Pfarrhaus.
Du, meine über alles Geliebte – Elisabeth sei umarmt – in Sehnsucht nach Dir, geküßt und ich bleibe Dein Karl.
Entschuldige dies Briefpapier, doch ich muß erst nach Bamberg um welches zu holen.

(P: Riccione), Freitag (Karte): KAH in München (W: 8)

Mein lieber Karl!
Bis jetzt habe ich noch keine Nachricht von Dir. Hoffentlich kommt morgen eine, sonst werde ich unruhig. Es wird doch alles in Ordnung sein daheim? Ich kann Dir eigentlich nichts neues schreiben. Wir sind fast d. ganzen Tag am Wasser, wo es herrlich ist. Meine Telefonnummer: Riccione 271
Für heute lebe recht wohl und in großer Liebe bleibe ich Deine Elisabeth.

(P: Riccione), Freitag (Karte): KAH in München (W: 8)

Mein lieber Karl!
Bis jetzt habe ich noch keine Nachricht von Dir. Hoffentlich kommt morgen eine, sonst werde ich unruhig. Es wird doch alles in Ordnung sein daheim? Ich kann Dir eigentlich nichts neues schreiben. Wir sind fast d. ganzen Tag am Wasser, wo es herrlich ist. Meine Telefonnummer: Riccione 271
Für heute lebe recht wohl und in großer Liebe bleibe ich Deine Elisabeth.

Arnshausen, Mittwoch (Brief): KAH in Junkersdorf

d. 13. Juli 32.
Mein einzig lieber Karl!
Du gehst mir jetzt so furchtbar ab, daß ich es nicht beschreiben kennst [sic]. Wie schön waren doch die Tage, wo Du bei mir warst! Du bist mein einziges Glück und ohne Dich wäre das Leben ohne jeden Zweck für mich. Das fühle ich jedesmal deutlicher, wenn du von mir fort bist. Was hast Du mir nicht schon alles gegeben und wie arm war ich vorher! Wir müssen bald zusammen kommen, mein Vater muß uns unterstützen u. er versteht uns auch. Diesmal wird meine Mutter den Kopf nicht durchsetzen können. Wie Du ja weißt kann ich den Tag nicht erwarten, an dem ich aus diesem Gefängnis herauskommen und für immer bei Dir sein darf. Hier wirst Du natürlich ganz falsch eingeschätzt, man hält Dich tatsächlich für innerlich tief religiös und ich bekam schon einen Vortrag von meiner Tante, daß ich Dich noch religiöser erziehen müßte, nur schwer gelingt es mir dann manchmal meinen Mund zu halten und die Meinung nicht offen herauszusagen. Wenn Du nämlich nicht da bist, muß ich noch viel mehr über Religion hören. Es ist so scheußlich, wenn man sich immer verstellen mußt [sic], aber tue ich es nicht, dann heißt es: „Früher warst Du auch nicht so.“ Wir dürfen aber damit rechnen, daß wir hier gut unterstützt werden. Sonst geht hier alles seinen alten Gang, natürlich sitze ich viel am Radio. Mein Karl, erhole Dich jetzt noch recht gut, Du hast, wenn Du nach München kommst noch schwere Kämpfe zu bestehen und da müssen die Nerven gut sein. Wenn dem Künstler auch vieles schwerer gemacht wird als anderen Menschen, so hat er auch mehr Recht auf das Errungene stolz zu sein. Habe Mut, und versuche Deine oft niedergedrückten Stimmungen so rasch als möglich zu überwinden. Wie freue ich mich auf den Freitag. Erwarte Dich also am Freitag um 942 h am Bahnhof, sollten wir uns durch Zufall dort nicht treffen, komme dann um 11 h an den Bamberger Dom. Ich hoffe, Du bekommst meinen Brief von heute früh rechtzeitig, da habe ich alles näher geschrieben. Grüße Deine Mutter recht herzlich von mir u. auch Bruder Fritz.
Auf baldiges Wiedersehen am Freitag. Lebe wohl mein lieber Karl, die herzlichsten Grüße u. Küsse von Deiner Dich nie vergessenen Elisabeth.
Auch meine Tante u. H. Pfarrer lassen Dich herzlich grüßen.

Arnshausen, Mittwoch (Brief): KAH in Junkersdorf

d. 13. Juli 32.
Mein einzig lieber Karl!
Du gehst mir jetzt so furchtbar ab, daß ich es nicht beschreiben kennst [sic]. Wie schön waren doch die Tage, wo Du bei mir warst! Du bist mein einziges Glück und ohne Dich wäre das Leben ohne jeden Zweck für mich. Das fühle ich jedesmal deutlicher, wenn du von mir fort bist. Was hast Du mir nicht schon alles gegeben und wie arm war ich vorher! Wir müssen bald zusammen kommen, mein Vater muß uns unterstützen u. er versteht uns auch. Diesmal wird meine Mutter den Kopf nicht durchsetzen können. Wie Du ja weißt kann ich den Tag nicht erwarten, an dem ich aus diesem Gefängnis herauskommen und für immer bei Dir sein darf. Hier wirst Du natürlich ganz falsch eingeschätzt, man hält Dich tatsächlich für innerlich tief religiös und ich bekam schon einen Vortrag von meiner Tante, daß ich Dich noch religiöser erziehen müßte, nur schwer gelingt es mir dann manchmal meinen Mund zu halten und die Meinung nicht offen herauszusagen. Wenn Du nämlich nicht da bist, muß ich noch viel mehr über Religion hören. Es ist so scheußlich, wenn man sich immer verstellen mußt [sic], aber tue ich es nicht, dann heißt es: „Früher warst Du auch nicht so.“ Wir dürfen aber damit rechnen, daß wir hier gut unterstützt werden. Sonst geht hier alles seinen alten Gang, natürlich sitze ich viel am Radio. Mein Karl, erhole Dich jetzt noch recht gut, Du hast, wenn Du nach München kommst noch schwere Kämpfe zu bestehen und da müssen die Nerven gut sein. Wenn dem Künstler auch vieles schwerer gemacht wird als anderen Menschen, so hat er auch mehr Recht auf das Errungene stolz zu sein. Habe Mut, und versuche Deine oft niedergedrückten Stimmungen so rasch als möglich zu überwinden. Wie freue ich mich auf den Freitag. Erwarte Dich also am Freitag um 942 h am Bahnhof, sollten wir uns durch Zufall dort nicht treffen, komme dann um 11 h an den Bamberger Dom. Ich hoffe, Du bekommst meinen Brief von heute früh rechtzeitig, da habe ich alles näher geschrieben. Grüße Deine Mutter recht herzlich von mir u. auch Bruder Fritz.
Auf baldiges Wiedersehen am Freitag. Lebe wohl mein lieber Karl, die herzlichsten Grüße u. Küsse von Deiner Dich nie vergessenen Elisabeth.
Auch meine Tante u. H. Pfarrer lassen Dich herzlich grüßen.

Arnshausen, Dienstag (Brief): KAH in Junkersdorf

Liebster Karl!
Guten Morgen.
Ich war sehr überrascht, gleich einen Brief gestern von Dir erhalten zu haben, umso größer war die Freude. Tausend Dank dafür und für Deine Liebe. Ja, auch für mich ist es jetzt traurig. Doch ich muß jetzt in Eile schreiben, weil ich den Brief jemandem nach Kissingen mitgeben muß, daß er noch rechtzeitig bei Dir eintrifft. Ich schreibe heute noch mehr u. nehme den anderen Brief selbst mit nach Kissingen, am Abend. Wir fahren also am Freitag 15. Juli nach Bamberg und kommen dort kurz vor 9 h an. Dein Zug geht 803 h von Junkersdorf ab und kommt 942 h in Bamberg an, wo wir Dich dort erwarten. Wie wahnsinnig freue ich mich auf ein Wiedersehen. Hoffentlich kommst Du gut an. Ich schreibe heute noch mehr und denke, daß der Brief auch noch am Donnerstag ankommt, ich schicke diesen hier nur zur Vorsorge fort. Also 942 h in Bamberg am Bahnhof. Wenn Du nicht da wärst, komme ich auf den darauffolgenden Zug. Hoffentlich kommen wir rechtzeitig an u. versäumen keinen Zug.
Auf Wiedersehen. Viele Grüße u. Küsse von Deiner Elisabeth.
Entschuldige mein herrliches Deutsch, aber es eilt wirklich sehr, weil um 7 h früh das Mädchen kommt um ihn mitzunehmen u. ich bin natürlich noch verschlafen.

Arnshausen, Dienstag (Brief): KAH in Junkersdorf

Liebster Karl!
Guten Morgen.
Ich war sehr überrascht, gleich einen Brief gestern von Dir erhalten zu haben, umso größer war die Freude. Tausend Dank dafür und für Deine Liebe. Ja, auch für mich ist es jetzt traurig. Doch ich muß jetzt in Eile schreiben, weil ich den Brief jemandem nach Kissingen mitgeben muß, daß er noch rechtzeitig bei Dir eintrifft. Ich schreibe heute noch mehr u. nehme den anderen Brief selbst mit nach Kissingen, am Abend. Wir fahren also am Freitag 15. Juli nach Bamberg und kommen dort kurz vor 9 h an. Dein Zug geht 803 h von Junkersdorf ab und kommt 942 h in Bamberg an, wo wir Dich dort erwarten. Wie wahnsinnig freue ich mich auf ein Wiedersehen. Hoffentlich kommst Du gut an. Ich schreibe heute noch mehr und denke, daß der Brief auch noch am Donnerstag ankommt, ich schicke diesen hier nur zur Vorsorge fort. Also 942 h in Bamberg am Bahnhof. Wenn Du nicht da wärst, komme ich auf den darauffolgenden Zug. Hoffentlich kommen wir rechtzeitig an u. versäumen keinen Zug.
Auf Wiedersehen. Viele Grüße u. Küsse von Deiner Elisabeth.
Entschuldige mein herrliches Deutsch, aber es eilt wirklich sehr, weil um 7 h früh das Mädchen kommt um ihn mitzunehmen u. ich bin natürlich noch verschlafen.

Riccione, Donnerstag (Brief): KAH in München d. 11. 8. 38

Mein innig geliebter Karl!
Wie geht es dir? Ich denke so viel an dich und gestern am Tage unserer Ankunft wollte ich schon wieder bei dir sein. Schreibe mir viel, ich muß wissen, was Du immer treibst und daß Du gesund bist. Nun muß ich Dir einiges schreiben, wie es hier ist. Die Fahrt verlief gut. Nur hatte in Kufstein ein Wagen, der der ital. Jugend gehörte einen Achsenbruch und die kamen nun alle in unseren Wagen in die 3. Klasse. Das störte aber weiter nicht, wie konnten bis ½ 9 h früh in unserem Coupée allein bleiben und liegen. In Verona kamen Leute, darunter einer, der sicher schwer lungenkrank war, der sich nicht allein aufrecht halten konnte und da gingen wir in das Abteil nebenan, natürlich hatten wir da keine Fensterplätze mehr. Am Schluß war die Fahrt sehr heiß, der Zug hatte 1 Std. Verspätung. Das Hotel hier ist sehr teuer und dann bekamen wir nicht einmal 2 Zimmer, erst in den nächsten Tagen. Weil es so teuer ist ging ich gleich auf Suche nach einem anderen und nach langem rennen hatte ich endlich eines gefunden, das mir zugesagt hätte. Nun läßt mich aber dieses Hotel nicht gehen, außer ich zahle 5 Tage die Pension, weil es vorausbestellt war. Das geht nun natürlich nicht. Ich muß jetzt 14 Tage hier bleiben, den[n] sonst kostet es noch mehr als 55 Lire pro Tag. Aber nach 2 Wochen werde ich mir für die weiteren 8 – 10 Tage etwas anderes suchen. Das Essen ist ja ausgezeichnet, aber sonst habe ich mich schon über das Hotel geärgert. Natürlich ruhe ich jetzt nicht, ehe ich nicht die 2 Zimmer habe, wenn ich schon so viel bezahlen muß. Gestern Abend war noch ein Gewitter, heute herrlicher Sonnenschein. Die Gegend ist schön, aber Alassio war mir lieber, auch war dort d. Vegetation viel südländischer. Der Strand ist viel, viel größer u. schöner, wie in Alassio, Richardi hat heute schon fest gebadet u. Sand gespielt, das Wetter ist sehr warm. Im übrigen wissen die Leute hier alle, was sie verlangen müssen, es ist natürlich Hochsaison. Vor unserem Zimmer ist eine Terrasse, die sehr schön ist. Jetzt habe ich Dir aber alles sehr, sehr ausführlich geschrieben. In der Stadt laufen sie hier alle im Strand- oder Badeanzug herum. Da könnte sich Papas Mutter wieder entsetzen.
Teile mir bitte bald mit, wie es Fritz geht u. welche Nachricht er gebracht hat. Laß es Dir nur recht gut gehen und überanstrenge Dich jetzt nicht mit Deiner Arbeit. Für heute lebe recht wohl, ich küsse Dich innig und bleibe immer und stets
Deine treue Dich heißliebende Elisabeth.
Vergiß bitte nicht an Nijinskys Frau zu schreiben.

Riccione, Donnerstag (Brief): KAH in München d. 11. 8. 38

Mein innig geliebter Karl!
Wie geht es dir? Ich denke so viel an dich und gestern am Tage unserer Ankunft wollte ich schon wieder bei dir sein. Schreibe mir viel, ich muß wissen, was Du immer treibst und daß Du gesund bist. Nun muß ich Dir einiges schreiben, wie es hier ist. Die Fahrt verlief gut. Nur hatte in Kufstein ein Wagen, der der ital. Jugend gehörte einen Achsenbruch und die kamen nun alle in unseren Wagen in die 3. Klasse. Das störte aber weiter nicht, wie konnten bis ½ 9 h früh in unserem Coupée allein bleiben und liegen. In Verona kamen Leute, darunter einer, der sicher schwer lungenkrank war, der sich nicht allein aufrecht halten konnte und da gingen wir in das Abteil nebenan, natürlich hatten wir da keine Fensterplätze mehr. Am Schluß war die Fahrt sehr heiß, der Zug hatte 1 Std. Verspätung. Das Hotel hier ist sehr teuer und dann bekamen wir nicht einmal 2 Zimmer, erst in den nächsten Tagen. Weil es so teuer ist ging ich gleich auf Suche nach einem anderen und nach langem rennen hatte ich endlich eines gefunden, das mir zugesagt hätte. Nun läßt mich aber dieses Hotel nicht gehen, außer ich zahle 5 Tage die Pension, weil es vorausbestellt war. Das geht nun natürlich nicht. Ich muß jetzt 14 Tage hier bleiben, den[n] sonst kostet es noch mehr als 55 Lire pro Tag. Aber nach 2 Wochen werde ich mir für die weiteren 8 – 10 Tage etwas anderes suchen. Das Essen ist ja ausgezeichnet, aber sonst habe ich mich schon über das Hotel geärgert. Natürlich ruhe ich jetzt nicht, ehe ich nicht die 2 Zimmer habe, wenn ich schon so viel bezahlen muß. Gestern Abend war noch ein Gewitter, heute herrlicher Sonnenschein. Die Gegend ist schön, aber Alassio war mir lieber, auch war dort d. Vegetation viel südländischer. Der Strand ist viel, viel größer u. schöner, wie in Alassio, Richardi hat heute schon fest gebadet u. Sand gespielt, das Wetter ist sehr warm. Im übrigen wissen die Leute hier alle, was sie verlangen müssen, es ist natürlich Hochsaison. Vor unserem Zimmer ist eine Terrasse, die sehr schön ist. Jetzt habe ich Dir aber alles sehr, sehr ausführlich geschrieben. In der Stadt laufen sie hier alle im Strand- oder Badeanzug herum. Da könnte sich Papas Mutter wieder entsetzen.
Teile mir bitte bald mit, wie es Fritz geht u. welche Nachricht er gebracht hat. Laß es Dir nur recht gut gehen und überanstrenge Dich jetzt nicht mit Deiner Arbeit. Für heute lebe recht wohl, ich küsse Dich innig und bleibe immer und stets
Deine treue Dich heißliebende Elisabeth.
Vergiß bitte nicht an Nijinskys Frau zu schreiben.

(P: Maroldsweisach-Bamberg), Junkersdorf, Montag (Brief mit Umschlag): E.R. in Arnshausen

Liebe Elisabeth. Meine liebste Braut.
Ich sitze eben in der Bahn nach Junkersdorf. Glaube mir die Reise bzw. Die Heimreise war sehr traurig. Leider bin ich jetzt nicht mehr in der Fassung Dir klar einen Brief zu schreiben. Elisabeth, wenn man sich so in inniger Liebe versteht, wenn man sich in so großer Treue gegenseitig vertraut, kann man schwer scheiden. Dann ist es sehr hart, wenn man sich trennen muß. Doch es gibt ein Wiedersehn. Elisabeth hoffentlich dürfen wir uns bald sehen! Elisabeth hoffentlich dürfen wir uns bald küssen, Dich o meine Geliebte. Ich werde morgen Dir schreiben und ich freue mich Dich brieflich zu unterhalten.
Mitteilen möchte ich Dir noch: ich kam gesund und „froh“ nach hause. Bitte grüße mir Deine Tante und unsern väterlichen Freund Herrn Pfarrer und nochmals möchte ich meinen Dank Dir schreiben und übermittle ihn Deiner Tante.
Nimm bitte mir die schlechte Schrift nicht übel, doch ich sitze im Zug und die Bahn nimmt keine Rücksicht auf meinen Brief. Morgen schreibe ich Dir wieder einen ordentlichen Brief.
Nun lebe wohl! Mein Lieb! Gute Nacht! Ich drücke dir die Hände und küsse Dich meine liebste Elisabeth und bleibe Dein Karl.
Im Zuge wird es immer finsterer. Hu! ich fürchte mich – – nur ein Scherz, meine Geliebte doch im finsteren schreibt sich’s schlecht. Dein treuer Karl.

(P: Maroldsweisach-Bamberg), Junkersdorf, Montag (Brief mit Umschlag): E.R. in Arnshausen

Liebe Elisabeth. Meine liebste Braut.
Ich sitze eben in der Bahn nach Junkersdorf. Glaube mir die Reise bzw. Die Heimreise war sehr traurig. Leider bin ich jetzt nicht mehr in der Fassung Dir klar einen Brief zu schreiben. Elisabeth, wenn man sich so in inniger Liebe versteht, wenn man sich in so großer Treue gegenseitig vertraut, kann man schwer scheiden. Dann ist es sehr hart, wenn man sich trennen muß. Doch es gibt ein Wiedersehn. Elisabeth hoffentlich dürfen wir uns bald sehen! Elisabeth hoffentlich dürfen wir uns bald küssen, Dich o meine Geliebte. Ich werde morgen Dir schreiben und ich freue mich Dich brieflich zu unterhalten.
Mitteilen möchte ich Dir noch: ich kam gesund und „froh“ nach hause. Bitte grüße mir Deine Tante und unsern väterlichen Freund Herrn Pfarrer und nochmals möchte ich meinen Dank Dir schreiben und übermittle ihn Deiner Tante.
Nimm bitte mir die schlechte Schrift nicht übel, doch ich sitze im Zug und die Bahn nimmt keine Rücksicht auf meinen Brief. Morgen schreibe ich Dir wieder einen ordentlichen Brief.
Nun lebe wohl! Mein Lieb! Gute Nacht! Ich drücke dir die Hände und küsse Dich meine liebste Elisabeth und bleibe Dein Karl.
Im Zuge wird es immer finsterer. Hu! ich fürchte mich – – nur ein Scherz, meine Geliebte doch im finsteren schreibt sich’s schlecht. Dein treuer Karl.

Arnshausen (Brief): KAH in Junkersdorf

Heißgeliebter Karl!
O wie bin ich ärgerlich, daß ich morgen nicht mit Dir fahren darf, ich darf mir die schönen Stunden, die wir miteinander hätten genießen dürfen, gar nicht vorstellen. Es wäre so wichtig, daß wir uns über alles unterhalten könnten. Ich hätte H. Pf. anders gehalten. Auf jeden Fall komme ich bald nach München, die Sehnsucht nach Dir treibt nach dort, wenn ich sonst dort nichts verloren habe. Karl, ich danke Dir für Deine Güte und Dein überaus großes Verständnis zu mir. Doch durch all diese Hindernisse wird unsere Liebe nur noch gestärkt. Ich möchte den kennen, der uns auseinander reißen könnte. Hoffentlich kannst Du in München ungestört weiterarbeiten. Du brauchst jetzt wieder unglaublich viel Nervenkraft, verbrauche nicht mehr als unbedingt nötig ist, das kann man schon etwas einrichten. Und sei mir vorsichtig mit Deinen „Freunden“, Du weißt wen ich meine. Gestern schrieb mir Mama, sie war scheinbar doch etwas besorgt um mich, worüber ich ganz angenehm überrascht war. Vielleicht sorgst Du dafür, daß Adolf bald bei Mama anruft, sie soll mit ihm für nächste Woche, am besten am Mittwoch oder Donnerstag etwas ausmachen, daß wir da ein paar Stunden beisammen sein können. Sage Adolf ich bitte ihn darum, er kann Mama schon irgendwie dazu bringen. Ich schreibe schon noch genauer, wo wir uns gleich treffen können.
Mein lieber Karl, ich muß schließen, weil der Postbote da ist, der meinen Brief mitnehmen will. Vergiß mich nicht, wie ich stets an Dich denke und grüße mir auch Deine Brüder. Erhalte Dich für mich wohl u. gesund und ich bleibe in steter Treue unter herzlichen Grüßen und Küssen Deine Elisabeth.

Arnshausen (Brief): KAH in Junkersdorf

Heißgeliebter Karl!
O wie bin ich ärgerlich, daß ich morgen nicht mit Dir fahren darf, ich darf mir die schönen Stunden, die wir miteinander hätten genießen dürfen, gar nicht vorstellen. Es wäre so wichtig, daß wir uns über alles unterhalten könnten. Ich hätte H. Pf. anders gehalten. Auf jeden Fall komme ich bald nach München, die Sehnsucht nach Dir treibt nach dort, wenn ich sonst dort nichts verloren habe. Karl, ich danke Dir für Deine Güte und Dein überaus großes Verständnis zu mir. Doch durch all diese Hindernisse wird unsere Liebe nur noch gestärkt. Ich möchte den kennen, der uns auseinander reißen könnte. Hoffentlich kannst Du in München ungestört weiterarbeiten. Du brauchst jetzt wieder unglaublich viel Nervenkraft, verbrauche nicht mehr als unbedingt nötig ist, das kann man schon etwas einrichten. Und sei mir vorsichtig mit Deinen „Freunden“, Du weißt wen ich meine. Gestern schrieb mir Mama, sie war scheinbar doch etwas besorgt um mich, worüber ich ganz angenehm überrascht war. Vielleicht sorgst Du dafür, daß Adolf bald bei Mama anruft, sie soll mit ihm für nächste Woche, am besten am Mittwoch oder Donnerstag etwas ausmachen, daß wir da ein paar Stunden beisammen sein können. Sage Adolf ich bitte ihn darum, er kann Mama schon irgendwie dazu bringen. Ich schreibe schon noch genauer, wo wir uns gleich treffen können.
Mein lieber Karl, ich muß schließen, weil der Postbote da ist, der meinen Brief mitnehmen will. Vergiß mich nicht, wie ich stets an Dich denke und grüße mir auch Deine Brüder. Erhalte Dich für mich wohl u. gesund und ich bleibe in steter Treue unter herzlichen Grüßen und Küssen Deine Elisabeth.