Dienstag (Brief): E.H. in Alassio

Mein heißes süsses Lieb!
Oh wie freue ich mich am morgen acht Tage: das süsse Wiedersehn! Ich hungere nach Dir! Und bald gehörst Du mir und ich Dir. Wie freue ich mich auf unsere Liebesfeste, mit Dir allein – mit einem Menschen, den man tief in der Seele liebt.
Die „Pfingstfeiertage“ waren spazieren – am Donnerstag fahre ich nach hause. Ich kann Dir nur versichern, daß ich mich unendlich auf Dich freue – Deinen lieben Augen Deinen Mund Deinen Körper küssen – welche süsse Lust. Stets bleibe ich Dein getreuer und aufrichtiger Krl.
fahre am Montag ab, bleibe Dienstag in Verona und komme Mittwoch zu mir. Gehe bitte in ein Reisebureaux und erkundige Dich über die Züge. Dort wird sicher deutsch gesprochen, auf alle Fälle: englisch. Ich wartete heute Dienstag sicher auf Post – am Donnerstag habe ich die letzte Karte bekommen und jetzt ist es bald eine Woche. Hoffentlich morgen Mittwoch sonst bin ich sehr nervös!!!
In treuer Ergebenheit Dein Diener Kl.

Dienstag (Brief): E.H. in Alassio

Mein heißes süsses Lieb!
Oh wie freue ich mich am morgen acht Tage: das süsse Wiedersehn! Ich hungere nach Dir! Und bald gehörst Du mir und ich Dir. Wie freue ich mich auf unsere Liebesfeste, mit Dir allein – mit einem Menschen, den man tief in der Seele liebt.
Die „Pfingstfeiertage“ waren spazieren – am Donnerstag fahre ich nach hause. Ich kann Dir nur versichern, daß ich mich unendlich auf Dich freue – Deinen lieben Augen Deinen Mund Deinen Körper küssen – welche süsse Lust. Stets bleibe ich Dein getreuer und aufrichtiger Krl.
fahre am Montag ab, bleibe Dienstag in Verona und komme Mittwoch zu mir. Gehe bitte in ein Reisebureaux und erkundige Dich über die Züge. Dort wird sicher deutsch gesprochen, auf alle Fälle: englisch. Ich wartete heute Dienstag sicher auf Post – am Donnerstag habe ich die letzte Karte bekommen und jetzt ist es bald eine Woche. Hoffentlich morgen Mittwoch sonst bin ich sehr nervös!!!
In treuer Ergebenheit Dein Diener Kl.

  • Jahr
  • Undatiert, 18.05.1937

(P: Zürich) Winterthur (Klemm), Freitag (Umschlag): E.H. in München (K: 31)

(P: St. Gallen), Sonntag (Karte): E.H. in Alassio

Meine liebe Elisabeth!
Gestern war ich im Film! Wunderbar – ich will gar nicht erzählen sonst bekommst Du wieder eine Wut. Aber – ich kann auch nichts dazu daß ich hierher komme und läuft gleich ein solch schöner französischer Film. Die Post die Du am Dienstag abschickst: bitte Wilhelmstr. 8. Heute gehen wir mit Sepp und seiner Friedi spazieren. Die Eltern (besonders Mama) waren sehr lieb. Es tut einem sehr wohl. Fritz ist krank – Adolf ist bei Fritz abends. Sonst gibt es nichts neues.
Mein Lieb ich freue mich sehr auf ein Wiedersehn. Genieße doch alles. Die Zeit geht rasch vorüber. Sei versichert, daß ich stets in Gedanken Deiner gedenke und bleibe Dein treuer Krl.
Auf frohes Wiedersehn. Grüße Fräulein Resi u. Dididi

(P: St. Gallen), Sonntag (Karte): E.H. in Alassio

Meine liebe Elisabeth!
Gestern war ich im Film! Wunderbar – ich will gar nicht erzählen sonst bekommst Du wieder eine Wut. Aber – ich kann auch nichts dazu daß ich hierher komme und läuft gleich ein solch schöner französischer Film. Die Post die Du am Dienstag abschickst: bitte Wilhelmstr. 8. Heute gehen wir mit Sepp und seiner Friedi spazieren. Die Eltern (besonders Mama) waren sehr lieb. Es tut einem sehr wohl. Fritz ist krank – Adolf ist bei Fritz abends. Sonst gibt es nichts neues.
Mein Lieb ich freue mich sehr auf ein Wiedersehn. Genieße doch alles. Die Zeit geht rasch vorüber. Sei versichert, daß ich stets in Gedanken Deiner gedenke und bleibe Dein treuer Krl.
Auf frohes Wiedersehn. Grüße Fräulein Resi u. Dididi

  • Date
  • 16 May 1937

(P: München, Express), Samstag (Karte): KAH in Liège (Hotel de l’Univers)

d. 1. 7. 39.

Mein lieber Karl!
Ich komme Dienstag 1238 oder 1645 in Lüttich an. Das hängt davon ab, wie ich das Visum in Köln bekomme. Das Konsulat öffnet 9 h, wenn ich also den Zug 952 noch erwische, was ich sehr hoffe, so komme ich schon 1238. Verliere nur nicht Mut, wenn auch bis jetzt alles schlecht aussieht für die Aufführung. Ich habe Dir postlagernd einen Brief geschrieben. Gib Skulsky sofort Antwort. Ich freue mich so riesig auf unser Wiedersehen und hoffe, daß es durch nichts getrübt wird. Einstweilen noch alles Liebe u. Gute, mit den innigsten Wünschen bleibe ich
Deine dich innig liebende Elisabeth

(P: München, Express), Samstag (Karte): KAH in Liège (Hotel de l’Univers)

d. 1. 7. 39.

Mein lieber Karl!
Ich komme Dienstag 1238 oder 1645 in Lüttich an. Das hängt davon ab, wie ich das Visum in Köln bekomme. Das Konsulat öffnet 9 h, wenn ich also den Zug 952 noch erwische, was ich sehr hoffe, so komme ich schon 1238. Verliere nur nicht Mut, wenn auch bis jetzt alles schlecht aussieht für die Aufführung. Ich habe Dir postlagernd einen Brief geschrieben. Gib Skulsky sofort Antwort. Ich freue mich so riesig auf unser Wiedersehen und hoffe, daß es durch nichts getrübt wird. Einstweilen noch alles Liebe u. Gute, mit den innigsten Wünschen bleibe ich
Deine dich innig liebende Elisabeth

  • Date
  • 1 Jul 1939

(P: Alassio), Sonntag (Karte): KAH (Münchner Adresse) in der Schweiz

Lieber Karl!
Besten Dank für Deinen Brief, morgen schreibe ich Dir wieder einen. Ich habe keine Ahnung wo Du z. Z. bist. Hoffentlich kommt auch das Geld sonst müßte ich Freitag abreisen. Andernfalls bleibe ich bis 23. Mai. Wahrscheinlich bleibe ich einen Tag in Verona. Sonst geht es uns gut. Heute war wieder Sonnenschein. Für heute grüße u. küsse ich Dich aufs herzlichste u. bleibe Deine Elisabeth.
[Ansicht Karte] Unsere Zimmer. Der Strand ist jetzt noch lange nicht so voll.

(P: Alassio), Sonntag (Karte): KAH (Münchner Adresse) in der Schweiz

Lieber Karl!
Besten Dank für Deinen Brief, morgen schreibe ich Dir wieder einen. Ich habe keine Ahnung wo Du z. Z. bist. Hoffentlich kommt auch das Geld sonst müßte ich Freitag abreisen. Andernfalls bleibe ich bis 23. Mai. Wahrscheinlich bleibe ich einen Tag in Verona. Sonst geht es uns gut. Heute war wieder Sonnenschein. Für heute grüße u. küsse ich Dich aufs herzlichste u. bleibe Deine Elisabeth.
[Ansicht Karte] Unsere Zimmer. Der Strand ist jetzt noch lange nicht so voll.

  • Date
  • 16 May 1937

Lindau-Bodensee, Hotel Bad Schachen (Brief): E.H. in Alassio

Mein teures Lieb!
Zum Guten morgen (es ist 6 h morgens) wünsche ich Dir alles erdenklich Liebe vor allem Gesundheit. Vergiss mich nicht in all der Schönheit!
Um 12 h 15 fahre ich zum Neracher. Von dort aus schreibe ich Dir wieder.
ich bleibe bis Dienstag – Mittwoch. Ich umarme Dich – drücke Dich an mein Herz – küsse Deinen Körper und bleibe Dein Krl.
Schreibe Deiner Mama.
Das Wetter ist herrlich. Ich werde selbst Tautenhahn schreiben! Ein Brief kam von Scherchen – werde ihn morgen oder übermorgen senden. Sonst gibt’s nichts neues.
ich bleibe Dein Karl.

Lindau-Bodensee, Hotel Bad Schachen (Brief): E.H. in Alassio

Mein teures Lieb!
Zum Guten morgen (es ist 6 h morgens) wünsche ich Dir alles erdenklich Liebe vor allem Gesundheit. Vergiss mich nicht in all der Schönheit!
Um 12 h 15 fahre ich zum Neracher. Von dort aus schreibe ich Dir wieder.
ich bleibe bis Dienstag – Mittwoch. Ich umarme Dich – drücke Dich an mein Herz – küsse Deinen Körper und bleibe Dein Krl.
Schreibe Deiner Mama.
Das Wetter ist herrlich. Ich werde selbst Tautenhahn schreiben! Ein Brief kam von Scherchen – werde ihn morgen oder übermorgen senden. Sonst gibt’s nichts neues.
ich bleibe Dein Karl.

  • Jahr
  • Undatiert, um den 15.05.1937

Lüttich/Liège, Freitag (Briefpapier: „Hotel de l’Univers“, 4 Bögen): E.H. in München

Meine liebe liebe Elisabeth!
Nachdem ich am Mittwoch ½ 6 von Dir wegfuhr war es mir sehr schwer ums Herz für Dich. Elisabeth, was soll mit Deinen Nerven? –
Ich bin gestern nachts um ½12 angekommen. Natürlich mit 4 Stund[en] verspätung. Die Fahrpläne!? Ich fuhr im ganzen 26 Stunden. Eine elende fahrerei! Nun ist in Lüttich alles voll. Ich fand doch ein Zimmer – nein kein Zimmer – sondern in einem Bad steht ein Bett. Eigentlich bin ich sehr froh. Ich kann baden so oft ich will. Alle abend – jeden morgen. Das ist ein großer Vorteil. Wenn Du kommst so bekomme ich ein Doppelzimmer.
Was ist mit Adolf, ist er noch so grandig [sic]. Sollte er mitkommen so muß er das Zimmer – bzw. das Bad nehmen. –
Schreibe mir gleich (Eilbrief – oder Telegramm) wann du kommst, wegen zimmerbestellen [sic]. Es ist schrecklich voll. –
Bringe bitte: Messer mit Korkzieher, Nadel u. Faden, Bullrichtabletten, Löffel für Greppfruit [sic]. –
Nun zur Hauptsache: Das gesamte Material ist da. Trotzdem das Material da ist, war erst eine geteilte Probe. Zuerst Bläser – dann Streicher. Ich darf nicht zuhören. Ich darf nichts unternehmen – Nichts – damit mich das Orchester nicht sieht, und dass ich keinen kennen lerne. Aber:
In der Frühe ging ich zu dem Notar, großes Haus – sehr Feudal aber nicht Einer ein Wort: deutsch, nicht mal der Notar. Die Verhandlung war kurz aber wir haben uns gut verstanden. Er schickte mich zum Commissariat General de l’Exposition. Also auf – ich fuhr mit Linie 1 hin. Auch da nicht einer der Deutsch sprach – da plötzlich sass eine schwarze Dame an der Schreibmaschine, die sprach gut Deutsch. „L’Œuvre“ wird am (wahrscheinlich) Dienstag gespielt. Es sind im ganzen 7 Werke. 3 am Montag – 4 am Dienstag. Und sehr wahrscheinlich ist meines das letzte. Und am Mittwoch werden die 3 prämierten Werke nochmals gespielt. Wie gesagt Proben oder Generalproben nichts darf ich besuchen. Oh mein „L’Œuvre“. Ich ging wieder, alsdann ging ich in einen Palast, wo Schlittschuhlaufen getrieben wurde. Ein riesiger Raum. (Eintritt 2 Fr.). Es war schön kühl. Ich war da ½ Stunde – da, wer kommt da: der erste Hornist aus Winterthur. (Ein Belgier – der Deutsch spricht und jetzt bei Ansermet (Genf) spielt.
Wir begrüßten uns. Und da erfuhr ich keine besonders erfreulichen Nachrichten. Der Palast war nämlich, der große Festpalast – tagsüber wird Schlittschuh gelaufen – abends Conzerte. Er erzählte mir, daß das abends der Raum 38o Wärme hat, aber an den Füßen friert man. Es wird nur Holzplatten darüber gedeckt und das Eis ist weg – das Conzert kann beginnen. Der Dirigent (62 Jahre alt) sei ein guter Dirigent für Volkstümliche Musik – aber moderne hat er keine Ahnung (aber ich hatte so ein[e] Ahnung von so einem Dirigenten). Strauß sei ihm zu modern –, „Feuervogel“ von Strawinsky hat er mal gemacht – eine Scheiße. –
Er kannte nur den Namen eines Jurymitgliedes. Ein Franzose (Paris) nun ja = der ist einigermaßen modern. Das Orchester sei bedeutend besser als der Dirigent. Ich habe alles eingehend gefragt – heute nachmittag 5 h nach der Probe treffe ich ihn wieder. Nun weißt Du so ziemlich alles. Teile mir nur mehr Deine genaue Ankunft in Liége mit. Du hast also nichts Großes zu erwarten, im Gegenteil; das meint der Hornist auch. Wir reisen bald nach Bruxelles – Paris. Nicolay (Brüssel) kommt im August nach Liége. Leider!
Bitte lass den Brief Adolf lesen, oder vorlesen.
Nun mein liebes liebes Weib. Ich freue mich auf Dein Kommen. Ich erwarte Dich mit inniger Liebe und ich bleibe stets Dein Karl.
Grüße bitte Deine Lieben. Für Deine Mama erledige ich alles. –
Ich versuch die Tage von Alassio noch schöner und lieber zu gestalten. Immer bin und bleibe ich Dein liebster Kl.
Der Brief hat 4 Bögen.
Wenn ich Durst habe, so gehe ich in den Deutschen Pavillon da gibt es täglich ½ 11 – 12, und 3 h – 5 h alle Mineralwasser umsonst so viel Du willst.

Lüttich/Liège, Freitag (Briefpapier: „Hotel de l’Univers“, 4 Bögen): E.H. in München

Meine liebe liebe Elisabeth!
Nachdem ich am Mittwoch ½ 6 von Dir wegfuhr war es mir sehr schwer ums Herz für Dich. Elisabeth, was soll mit Deinen Nerven? –
Ich bin gestern nachts um ½12 angekommen. Natürlich mit 4 Stund[en] verspätung. Die Fahrpläne!? Ich fuhr im ganzen 26 Stunden. Eine elende fahrerei! Nun ist in Lüttich alles voll. Ich fand doch ein Zimmer – nein kein Zimmer – sondern in einem Bad steht ein Bett. Eigentlich bin ich sehr froh. Ich kann baden so oft ich will. Alle abend – jeden morgen. Das ist ein großer Vorteil. Wenn Du kommst so bekomme ich ein Doppelzimmer.
Was ist mit Adolf, ist er noch so grandig [sic]. Sollte er mitkommen so muß er das Zimmer – bzw. das Bad nehmen. –
Schreibe mir gleich (Eilbrief – oder Telegramm) wann du kommst, wegen zimmerbestellen [sic]. Es ist schrecklich voll. –
Bringe bitte: Messer mit Korkzieher, Nadel u. Faden, Bullrichtabletten, Löffel für Greppfruit [sic]. –
Nun zur Hauptsache: Das gesamte Material ist da. Trotzdem das Material da ist, war erst eine geteilte Probe. Zuerst Bläser – dann Streicher. Ich darf nicht zuhören. Ich darf nichts unternehmen – Nichts – damit mich das Orchester nicht sieht, und dass ich keinen kennen lerne. Aber:
In der Frühe ging ich zu dem Notar, großes Haus – sehr Feudal aber nicht Einer ein Wort: deutsch, nicht mal der Notar. Die Verhandlung war kurz aber wir haben uns gut verstanden. Er schickte mich zum Commissariat General de l’Exposition. Also auf – ich fuhr mit Linie 1 hin. Auch da nicht einer der Deutsch sprach – da plötzlich sass eine schwarze Dame an der Schreibmaschine, die sprach gut Deutsch. „L’Œuvre“ wird am (wahrscheinlich) Dienstag gespielt. Es sind im ganzen 7 Werke. 3 am Montag – 4 am Dienstag. Und sehr wahrscheinlich ist meines das letzte. Und am Mittwoch werden die 3 prämierten Werke nochmals gespielt. Wie gesagt Proben oder Generalproben nichts darf ich besuchen. Oh mein „L’Œuvre“. Ich ging wieder, alsdann ging ich in einen Palast, wo Schlittschuhlaufen getrieben wurde. Ein riesiger Raum. (Eintritt 2 Fr.). Es war schön kühl. Ich war da ½ Stunde – da, wer kommt da: der erste Hornist aus Winterthur. (Ein Belgier – der Deutsch spricht und jetzt bei Ansermet (Genf) spielt.
Wir begrüßten uns. Und da erfuhr ich keine besonders erfreulichen Nachrichten. Der Palast war nämlich, der große Festpalast – tagsüber wird Schlittschuh gelaufen – abends Conzerte. Er erzählte mir, daß das abends der Raum 38o Wärme hat, aber an den Füßen friert man. Es wird nur Holzplatten darüber gedeckt und das Eis ist weg – das Conzert kann beginnen. Der Dirigent (62 Jahre alt) sei ein guter Dirigent für Volkstümliche Musik – aber moderne hat er keine Ahnung (aber ich hatte so ein[e] Ahnung von so einem Dirigenten). Strauß sei ihm zu modern –, „Feuervogel“ von Strawinsky hat er mal gemacht – eine Scheiße. –
Er kannte nur den Namen eines Jurymitgliedes. Ein Franzose (Paris) nun ja = der ist einigermaßen modern. Das Orchester sei bedeutend besser als der Dirigent. Ich habe alles eingehend gefragt – heute nachmittag 5 h nach der Probe treffe ich ihn wieder. Nun weißt Du so ziemlich alles. Teile mir nur mehr Deine genaue Ankunft in Liége mit. Du hast also nichts Großes zu erwarten, im Gegenteil; das meint der Hornist auch. Wir reisen bald nach Bruxelles – Paris. Nicolay (Brüssel) kommt im August nach Liége. Leider!
Bitte lass den Brief Adolf lesen, oder vorlesen.
Nun mein liebes liebes Weib. Ich freue mich auf Dein Kommen. Ich erwarte Dich mit inniger Liebe und ich bleibe stets Dein Karl.
Grüße bitte Deine Lieben. Für Deine Mama erledige ich alles. –
Ich versuch die Tage von Alassio noch schöner und lieber zu gestalten. Immer bin und bleibe ich Dein liebster Kl.
Der Brief hat 4 Bögen.
Wenn ich Durst habe, so gehe ich in den Deutschen Pavillon da gibt es täglich ½ 11 – 12, und 3 h – 5 h alle Mineralwasser umsonst so viel Du willst.

  • Date
  • 30 Jun 1939

Alassio, Freitag (Brief) KAH in München

Alassio, den 14. Mai 1937.
Mein liebster Karl!
Vor allem meine herzlichste Gratulation für deinen Ehrenpreis. Das ist doch wieder ein Beweis, daß Du sehr viel kannst. Freue Dich darüber mit mir. Ich weiß jetzt nicht, ob Du zu Neracher gefahren bist. Hoffentlich bekomme ich bald mein Geld. Sonst müßte ich Freitag abreisen. Hier gibt es nicht viel zu erzählen. Am Donnerstag war ich allein in Genua einen Tag. Mit Richardi ist es zu beschwerlich eine Stadt anzuschauen. Es war ganz schön nur ist ein Tag oder vielmehr ¾ Tag sehr wenig. Ich machte eine Rundreise, und dann sah ich mir den Hafen an. O Karl, als ich vor diesen Ozeanriesen stand bekam ich eine ungeheure Sehnsucht wieder einmal eine große Fahrt auf ihnen zu machen. Aber nur mit Dir! Um 8 h abends war ich wieder daheim. Die Fahrt 91 km kostete 2,50 M hin und zurück. Jetzt ist hier wieder herrliches Wetter. Heute ist es entsetzlich heiß gewesen. Aber wenn man ins Wasser kann, dann geht es an. Ich glaube, ich habe keine Lust mehr in unseren Pfützen zu baden.
Lieber Karl, schicke mir doch ungefähr 20 Stück deiner Kataloge, wenn sie fertig sind, dann kann ich einige verteilen. Es ist mir unbegreiflich, wie Mama auf einmal 15 M für ein Konzert ausgeben kann. Hast Du sie etwas für Musik interessiert. Ich bin froh, daß Ihr euch gut versteht. Wenn sie einmal einen schlechten Tag hat, dann mußt Du sie eben nehmen wie sie ist. Besser ist immer ein ungespanntes Verhältnis, als umgekehrt. Dem kl. Dididi gehts gut. Heute ist er ganz ins Wasser gegangen. Er hat sich nun mit allen Gästen des Hotels angefreundet u. es ist reizend, wie er verhätschelt wird. Aber trotzdem ist er sehr anständig und lieb. Jetzt, am 15. Mai geht die Saison an. Es wird jetzt voller hier. Halte fein die Wohnung schön sauber. Ziehe die Sonnenvorhänge gut vor, daß die Möbel nicht schießen. Wie steht es bei Dir mit dem Geld? Bleibe mir nur gesund und froh. Ich freue mich wirklich riesig auf unser Wiedersehen und das macht mir den Abschied von der schönen Gegend leicht. Länger könnte ich nicht mehr ohne Dich sein. Grüße auch Adolf. Mit innigen Küssen bleibe ich Deine Elisabeth.

Alassio, Freitag (Brief) KAH in München

Alassio, den 14. Mai 1937.
Mein liebster Karl!
Vor allem meine herzlichste Gratulation für deinen Ehrenpreis. Das ist doch wieder ein Beweis, daß Du sehr viel kannst. Freue Dich darüber mit mir. Ich weiß jetzt nicht, ob Du zu Neracher gefahren bist. Hoffentlich bekomme ich bald mein Geld. Sonst müßte ich Freitag abreisen. Hier gibt es nicht viel zu erzählen. Am Donnerstag war ich allein in Genua einen Tag. Mit Richardi ist es zu beschwerlich eine Stadt anzuschauen. Es war ganz schön nur ist ein Tag oder vielmehr ¾ Tag sehr wenig. Ich machte eine Rundreise, und dann sah ich mir den Hafen an. O Karl, als ich vor diesen Ozeanriesen stand bekam ich eine ungeheure Sehnsucht wieder einmal eine große Fahrt auf ihnen zu machen. Aber nur mit Dir! Um 8 h abends war ich wieder daheim. Die Fahrt 91 km kostete 2,50 M hin und zurück. Jetzt ist hier wieder herrliches Wetter. Heute ist es entsetzlich heiß gewesen. Aber wenn man ins Wasser kann, dann geht es an. Ich glaube, ich habe keine Lust mehr in unseren Pfützen zu baden.
Lieber Karl, schicke mir doch ungefähr 20 Stück deiner Kataloge, wenn sie fertig sind, dann kann ich einige verteilen. Es ist mir unbegreiflich, wie Mama auf einmal 15 M für ein Konzert ausgeben kann. Hast Du sie etwas für Musik interessiert. Ich bin froh, daß Ihr euch gut versteht. Wenn sie einmal einen schlechten Tag hat, dann mußt Du sie eben nehmen wie sie ist. Besser ist immer ein ungespanntes Verhältnis, als umgekehrt. Dem kl. Dididi gehts gut. Heute ist er ganz ins Wasser gegangen. Er hat sich nun mit allen Gästen des Hotels angefreundet u. es ist reizend, wie er verhätschelt wird. Aber trotzdem ist er sehr anständig und lieb. Jetzt, am 15. Mai geht die Saison an. Es wird jetzt voller hier. Halte fein die Wohnung schön sauber. Ziehe die Sonnenvorhänge gut vor, daß die Möbel nicht schießen. Wie steht es bei Dir mit dem Geld? Bleibe mir nur gesund und froh. Ich freue mich wirklich riesig auf unser Wiedersehen und das macht mir den Abschied von der schönen Gegend leicht. Länger könnte ich nicht mehr ohne Dich sein. Grüße auch Adolf. Mit innigen Küssen bleibe ich Deine Elisabeth.

  • Date
  • 14 May 1937

München (Brief): E.H. in Alassio

Meine allerliebste Elisabeth!
Meine letzte Post wirst Du erhalten haben. Also bei dem Preisausschreiben habe ich den III. Preis bekommen. Den 1. Preis erhielt ein Österreicher mit dem Namen Apostel (wirklich keine besondere Begabung). Den 2. Preis erhielt wieder ein Österreicher Lentz (den ich gar nicht kenne und noch nie gehört habe). Das waren Geldpreise (denn das Geld müssen Österreicher bekommen). Der 3. Preis ist ein Ehrenpreis (nachdem geht es nach Qualität: den erhielt ich! Immerhin eine Ehrung, für die heutige Zeit sogar eine sehr große! Mehr weiß ich noch nicht!
Nun ja mein Lieb, – wir schaffen es schon: mit viel ausdauer und nervenkraft, vorallem mit viel Liebe gegeneinander. Werde mir nur Gesund und kräftig. Ruhen (liegen) – essen – trinken! Hab keine Angst um mich, denn ich liebe Euch – Dich mein alles und mein liebes Dididi – zu sehr!
Ich war mit Adolf in der „Zaubergeige“ eine fürchterlich schlechte Aufführung, und das Stück klingt und wirkt sehr schwach! Man merkt deutlich daß es keine innerliche, und große Begabung ist – dieser Egk. Sehr äußerlich!
Beste Elisabeth! Ich umarme Dich innig! Bleibe stets Dein treuer und aufrichtiger Mann, Kamerad und Geliebter Krl.
Nimm einen festen Kuss, meine Beste! Sobald ich Zeit habe schreibe ich!

München (Brief): E.H. in Alassio

Meine allerliebste Elisabeth!
Meine letzte Post wirst Du erhalten haben. Also bei dem Preisausschreiben habe ich den III. Preis bekommen. Den 1. Preis erhielt ein Österreicher mit dem Namen Apostel (wirklich keine besondere Begabung). Den 2. Preis erhielt wieder ein Österreicher Lentz (den ich gar nicht kenne und noch nie gehört habe). Das waren Geldpreise (denn das Geld müssen Österreicher bekommen). Der 3. Preis ist ein Ehrenpreis (nachdem geht es nach Qualität: den erhielt ich! Immerhin eine Ehrung, für die heutige Zeit sogar eine sehr große! Mehr weiß ich noch nicht!
Nun ja mein Lieb, – wir schaffen es schon: mit viel ausdauer und nervenkraft, vorallem mit viel Liebe gegeneinander. Werde mir nur Gesund und kräftig. Ruhen (liegen) – essen – trinken! Hab keine Angst um mich, denn ich liebe Euch – Dich mein alles und mein liebes Dididi – zu sehr!
Ich war mit Adolf in der „Zaubergeige“ eine fürchterlich schlechte Aufführung, und das Stück klingt und wirkt sehr schwach! Man merkt deutlich daß es keine innerliche, und große Begabung ist – dieser Egk. Sehr äußerlich!
Beste Elisabeth! Ich umarme Dich innig! Bleibe stets Dein treuer und aufrichtiger Mann, Kamerad und Geliebter Krl.
Nimm einen festen Kuss, meine Beste! Sobald ich Zeit habe schreibe ich!

  • Jahr
  • Undatiert, nach dem 13. Mai 1937

München, Donnerstag (Brief): KAH in Lüttich

d. 29. 6. 39.

Mein lieber, lieber Karl!
Nun ist ja doch noch alles gut gegangen und in Ordnung. Um 7 h kam das Telegramm, daß die Noten oben sind bei der Direktion der Wasserausstellung, wie Du ja auch wissen wirst inzwischen. Heute kam die Post von Fritz u. – ob Dus [sic] glaubst oder nicht – 2 Briefe aus Lüttich dabei vom Notar mit dem deutlichen Absender darauf. Nur Liège statt Lüttich und das hat Fritz scheinbar nicht gewußt, daß das Lüttich ist. So etwas finde ich unverzeihlich. Die ganze Aufregung wäre nicht gewesen, wenn Fritz diese 2 Briefe vom 13. u. 20. 6. nachgeschickt hätte. Aber wenn er nur beim Telephonanruf etwas gesagt hätte. Die hat er ruhig liegen lassen. Das versteh ich einfach nicht!! Von Skulsky war auch ein Brief dabei, Du sollst ihm Dein Hotel u. die Aufführung schreiben, er kommt dazu nach Lüttich. Er hat sehr nett geschrieben. Er möchte Dich noch vor der Aufführung sprechen u. will Dich auch in Brüssel in Musikkreise einführen. Redlichs Mutter hat auch aus London geschrieben. Meinen Leuten sage ich natürlich nicht, daß bei Fritz 2 Briefe aus Lüttich gelegen wären.
Hoffentlich ist Dein Auge besser. Paß nur recht darauf auf und tu immer die Binde darüber, wenn es auch komisch aussieht. Schreibe mir rechtzeitig, wann ich kommen soll.
Ich bin so froh, daß nun doch alles gut gegangen ist. Hoffentlich probt der Dirigent fleißig. Mein lieber, lieber Karl, wir hatten am Mittwoch so arg wenig voneinander, hoffentlich bist Du nicht gekränkt. Ich freue mich riesig auf unser Wiedersehen u. bis dahin bleibe ich mit tausend innigen u. lb. Grüßen u. Küssen immer u. stets Deine Dich heiß liebende Elisabeth.
d. Adresse von Skulsky: Bruxelles, 48 rue Vanderlinden.

München, Donnerstag (Brief): KAH in Lüttich

d. 29. 6. 39.

Mein lieber, lieber Karl!
Nun ist ja doch noch alles gut gegangen und in Ordnung. Um 7 h kam das Telegramm, daß die Noten oben sind bei der Direktion der Wasserausstellung, wie Du ja auch wissen wirst inzwischen. Heute kam die Post von Fritz u. – ob Dus [sic] glaubst oder nicht – 2 Briefe aus Lüttich dabei vom Notar mit dem deutlichen Absender darauf. Nur Liège statt Lüttich und das hat Fritz scheinbar nicht gewußt, daß das Lüttich ist. So etwas finde ich unverzeihlich. Die ganze Aufregung wäre nicht gewesen, wenn Fritz diese 2 Briefe vom 13. u. 20. 6. nachgeschickt hätte. Aber wenn er nur beim Telephonanruf etwas gesagt hätte. Die hat er ruhig liegen lassen. Das versteh ich einfach nicht!! Von Skulsky war auch ein Brief dabei, Du sollst ihm Dein Hotel u. die Aufführung schreiben, er kommt dazu nach Lüttich. Er hat sehr nett geschrieben. Er möchte Dich noch vor der Aufführung sprechen u. will Dich auch in Brüssel in Musikkreise einführen. Redlichs Mutter hat auch aus London geschrieben. Meinen Leuten sage ich natürlich nicht, daß bei Fritz 2 Briefe aus Lüttich gelegen wären.
Hoffentlich ist Dein Auge besser. Paß nur recht darauf auf und tu immer die Binde darüber, wenn es auch komisch aussieht. Schreibe mir rechtzeitig, wann ich kommen soll.
Ich bin so froh, daß nun doch alles gut gegangen ist. Hoffentlich probt der Dirigent fleißig. Mein lieber, lieber Karl, wir hatten am Mittwoch so arg wenig voneinander, hoffentlich bist Du nicht gekränkt. Ich freue mich riesig auf unser Wiedersehen u. bis dahin bleibe ich mit tausend innigen u. lb. Grüßen u. Küssen immer u. stets Deine Dich heiß liebende Elisabeth.
d. Adresse von Skulsky: Bruxelles, 48 rue Vanderlinden.

  • Date
  • 29 Jun 1939