Arnshausen (Brief): KAH in Junkersdorf (geschrieben Mittwoch nachts.)

Mein Karl! Mein größtest Glück!
O Karl, ich bin so todunglücklich, daß ich nicht mit dir fahren darf. H. Pfarrer ist doch auch recht gefühllos, ich muß mich gerade zusammen nehmen, daß ich ihm noch freundlich antworten kann. Warum muß er uns das verpatzen? Meine Tante wäre viel netter gewesen, sie hätte das ruhig auf sich genommen. Wann darf ich einmal ein freier Mensch sein, ohne daß mir jedermann dreinredet. Karl, ich bin heute in einer Stimmung, daß ich laut ausweinen könnte. Wärst Du doch nur bei mir! Noch dazu ist es nachts 11 h und diese Stille macht mich noch trauriger. Ich meine, ich könnte es nicht mehr aushalten vor Sehnsucht nach Dir. –
Ich freue mich mit Dir, daß Dir Deine „Witwe“ so gut glückt, jedes Dir gelungene Werk ist für mich eine große Freude und ich werde noch stolzer auf Dich (wenn das überhaupt noch geht). Aber je mehr die Leute Deine Stärke erkennen, desto größer werden Deine Kämpfe und Deine Sorgen werden. Doch das alles trage ich so gerne mit Dir, ich freue mich sogar darauf einem Menschen, Dir, eine Stütze sein zu dürfen. Durch meine Liebe zu Dir, fühle ich mich stark genug Dir beizustehen. – Ich war nie sehr dafür das textliche Deiner Witwe stark umzuändern sondern mehr die Handlungen. Das ist es was bei den Leuten abstoßend wirkt, weniger die Worte und am wenigsten die Musik, weil sie das eben nicht begreifen. Und ich bin fest überzeugt, keine fünf Personen verstehen das Stück im vollen und ganzen. Hoffentlich mißverstehst du mich nicht, es ist nicht so ganz einfach, das begreiflich aufs Papier zu bringen. Ich glaube jetzt selbst, daß Dir dieses neue Werk Erfolg bringen wird, nachdem es geändert ist u. freue mich darauf, wenn ich auch nicht verstehen will, daß ich noch immer etwas angst vor diesem Abend habe. Doch ich habe Vertrauen auf Dich und weiß, daß Du um unserer Zukunft u. Liebe willen nichts unvorsichtiges unternehmen wirst. Um eines möchte ich Dich noch bitten. Wenn Du nach München kommst sei vorsichtig, daß nichts passiert. Lasse Dich mit keinem Menschen in politische Unterhaltungen ein, da kommt nie etwas gescheites heraus u. sei auch nicht neugierig bei Straßenaufläufen. Karl, ich bitte Dich schone Dich für mich. Willst Du mir das versprechen, worum ich Dich jetzt gebeten habe? Ich komme sonst aus der Angst nicht heraus. Ich komme spätestens am Dienstag heim. Vor mir auf dem Tisch stehen Deine Nelken, sie sind noch in schönster Blüte. Karl, ich glaube nicht, daß eine Liebe noch größer werden kann. Was gäbe ich darum, dürfte ich Dich jetzt an mich drücken, Dich küssen, Dir sagen wie ich Dich liebe. Du wirst jetzt wahrscheinlich schon schlafen. Gute Nacht, schlaf wohl, ich küsse Dich und bleibe in rasender Liebe
Deine (Frau) Elisabeth.
Ich habe eine furchtbare Wut auf Herrn Pfarrer, weil er so wenig Schneid hat, da für mich hinzustehen. Bitte grüße mir Deine Mutter und Bruder Fritz aufs herzlichste.

Arnshausen (Brief): KAH in Junkersdorf (geschrieben Mittwoch nachts.)

Mein Karl! Mein größtest Glück!
O Karl, ich bin so todunglücklich, daß ich nicht mit dir fahren darf. H. Pfarrer ist doch auch recht gefühllos, ich muß mich gerade zusammen nehmen, daß ich ihm noch freundlich antworten kann. Warum muß er uns das verpatzen? Meine Tante wäre viel netter gewesen, sie hätte das ruhig auf sich genommen. Wann darf ich einmal ein freier Mensch sein, ohne daß mir jedermann dreinredet. Karl, ich bin heute in einer Stimmung, daß ich laut ausweinen könnte. Wärst Du doch nur bei mir! Noch dazu ist es nachts 11 h und diese Stille macht mich noch trauriger. Ich meine, ich könnte es nicht mehr aushalten vor Sehnsucht nach Dir. –
Ich freue mich mit Dir, daß Dir Deine „Witwe“ so gut glückt, jedes Dir gelungene Werk ist für mich eine große Freude und ich werde noch stolzer auf Dich (wenn das überhaupt noch geht). Aber je mehr die Leute Deine Stärke erkennen, desto größer werden Deine Kämpfe und Deine Sorgen werden. Doch das alles trage ich so gerne mit Dir, ich freue mich sogar darauf einem Menschen, Dir, eine Stütze sein zu dürfen. Durch meine Liebe zu Dir, fühle ich mich stark genug Dir beizustehen. – Ich war nie sehr dafür das textliche Deiner Witwe stark umzuändern sondern mehr die Handlungen. Das ist es was bei den Leuten abstoßend wirkt, weniger die Worte und am wenigsten die Musik, weil sie das eben nicht begreifen. Und ich bin fest überzeugt, keine fünf Personen verstehen das Stück im vollen und ganzen. Hoffentlich mißverstehst du mich nicht, es ist nicht so ganz einfach, das begreiflich aufs Papier zu bringen. Ich glaube jetzt selbst, daß Dir dieses neue Werk Erfolg bringen wird, nachdem es geändert ist u. freue mich darauf, wenn ich auch nicht verstehen will, daß ich noch immer etwas angst vor diesem Abend habe. Doch ich habe Vertrauen auf Dich und weiß, daß Du um unserer Zukunft u. Liebe willen nichts unvorsichtiges unternehmen wirst. Um eines möchte ich Dich noch bitten. Wenn Du nach München kommst sei vorsichtig, daß nichts passiert. Lasse Dich mit keinem Menschen in politische Unterhaltungen ein, da kommt nie etwas gescheites heraus u. sei auch nicht neugierig bei Straßenaufläufen. Karl, ich bitte Dich schone Dich für mich. Willst Du mir das versprechen, worum ich Dich jetzt gebeten habe? Ich komme sonst aus der Angst nicht heraus. Ich komme spätestens am Dienstag heim. Vor mir auf dem Tisch stehen Deine Nelken, sie sind noch in schönster Blüte. Karl, ich glaube nicht, daß eine Liebe noch größer werden kann. Was gäbe ich darum, dürfte ich Dich jetzt an mich drücken, Dich küssen, Dir sagen wie ich Dich liebe. Du wirst jetzt wahrscheinlich schon schlafen. Gute Nacht, schlaf wohl, ich küsse Dich und bleibe in rasender Liebe
Deine (Frau) Elisabeth.
Ich habe eine furchtbare Wut auf Herrn Pfarrer, weil er so wenig Schneid hat, da für mich hinzustehen. Bitte grüße mir Deine Mutter und Bruder Fritz aufs herzlichste.

(P: Riccione), Donnerstag (Karte): KAH in München (W: 8)

Mein lieber Karl!
Wir sind gut hier angekommen, alles weitere schreibe ich dir morgen brieflich.
Bleibe mir gesund u. mit 1000 innigen Küssen bleibe ich Deine Elisabeth

(P: Zürich, 29. [I]V. 1938), Freitag (Brief mit Umschlag) E.H. in München (K: 31)

Liebe Elisabeth!
Also die Uraufführung ist vorüber [28. April 1938]. Die Oper „Mathis der Maler“ ist ein nichtendenwollender Schmarrn. Es waren viele Gäste da: Vogel – Reich – Ansermet – Milhaud. (Ansermet hat nur ein Orchester von 80 Mann – er dirigiert in München: ein Konzert von „Kraft durch Freude“.) Er wird mir noch schreiben. Heute war ein Vortrag von Beidler über Wagner der erzählte uninteressanten Quatsch. Nur noch ein Gast war da: Erich Bormann das weißt Du ja. Nach London kommt die gesammte internationale Musikerschaft. Direktor Schmidt-Bloss habe ich mich selbst vorgestellt. Ich werde von München aus ihm schreiben. Gestern nach der Oper war ein Essen (von 1 h nachts bis ½ 5 h morgens). Ich werde Dir alles erzählen! Der Erfolg der Oper war sehr groß, doch es ist keine Oper von Geist und Theaterbegabung. Miserabel – das Textbuch schon! Oh armer See!!!
Ich werde dir den Brief an den Verlag noch schicken. Bormanns kommen im Sommer auf alle Fälle. Rufe bitte Redlich an, am Donnerstag: ich glaube mittag!! (schon wegen Bergs – Partituren!) Was gibt es wohl bei Euch neues? Was wird wohl bei Euch kommen? Auf alle Fälle bleibe mir gesund
stets in treuer Liebe Dein Kl.
Gehe zu Schenker!! Wie geht es meinem Blubbi!
Liebe Elisabeth! Besten Dank für die prompte Weitergabe meiner Nachricht. Es hat gut geklappt. Karl stand schon an der Bahn. Schade, daß Du und Roswitha nicht mit von der Partie seid. Die Sommerzusammenkunft können wir nun in Ruhe treffen. Viele Grüße Erich
Viele Grüsse u. alles Gute Ihre Friedel Straub
Auch Fritz lässt vielmals grüssen.

(P: Zürich, 29. [I]V. 1938), Freitag (Brief mit Umschlag) E.H. in München (K: 31)

Liebe Elisabeth!
Also die Uraufführung ist vorüber [28. April 1938]. Die Oper „Mathis der Maler“ ist ein nichtendenwollender Schmarrn. Es waren viele Gäste da: Vogel – Reich – Ansermet – Milhaud. (Ansermet hat nur ein Orchester von 80 Mann – er dirigiert in München: ein Konzert von „Kraft durch Freude“.) Er wird mir noch schreiben. Heute war ein Vortrag von Beidler über Wagner der erzählte uninteressanten Quatsch. Nur noch ein Gast war da: Erich Bormann das weißt Du ja. Nach London kommt die gesammte internationale Musikerschaft. Direktor Schmidt-Bloss habe ich mich selbst vorgestellt. Ich werde von München aus ihm schreiben. Gestern nach der Oper war ein Essen (von 1 h nachts bis ½ 5 h morgens). Ich werde Dir alles erzählen! Der Erfolg der Oper war sehr groß, doch es ist keine Oper von Geist und Theaterbegabung. Miserabel – das Textbuch schon! Oh armer See!!!
Ich werde dir den Brief an den Verlag noch schicken. Bormanns kommen im Sommer auf alle Fälle. Rufe bitte Redlich an, am Donnerstag: ich glaube mittag!! (schon wegen Bergs – Partituren!) Was gibt es wohl bei Euch neues? Was wird wohl bei Euch kommen? Auf alle Fälle bleibe mir gesund
stets in treuer Liebe Dein Kl.
Gehe zu Schenker!! Wie geht es meinem Blubbi!
Liebe Elisabeth! Besten Dank für die prompte Weitergabe meiner Nachricht. Es hat gut geklappt. Karl stand schon an der Bahn. Schade, daß Du und Roswitha nicht mit von der Partie seid. Die Sommerzusammenkunft können wir nun in Ruhe treffen. Viele Grüße Erich
Viele Grüsse u. alles Gute Ihre Friedel Straub
Auch Fritz lässt vielmals grüssen.

(P: München, Express), Sonntag (Brief mit Umschlag): KAH in Winterthur (Klemm) den 10.4.38

Mein inniggeliebter Karl!

Soeben erhielt ich diesen Brief von Mendelsohn:
„Sehr geehrter Herr Hartmann! Antwortlich Ihrer Karte gestatte ich mir Ihnen mitzuteilen, daß die diversen Auszüge noch immer im Hotel Imperial liegen und die Leitung des Hotels die Noten nicht herausgibt, bis eine Vollmacht von Dr. Scherchen eintrifft. Ich habe diese Vollmacht bereits mehrmals urgiert aber bis jetzt ohne Erfolg. Ich halte es für das beste, wenn Sie direkt an das Hotel schreiben und um die Einsendung der Noten ersuchen, zugleich aber den Betrag für das Porto beilegen, da gerade in dieser Angelegenheit die Hotelleitung sich mehr als unfreundlich benimmt…! Es gibt vielleicht noch eine Möglichkeit. Dr. Redlich fährt nächste Woche
nach München. Da dieser auch noch Partituren dort liegen hat, könnte er so Ihre Noten gleich mitnehmen (angeblich setzen nämlich die Autoren bei persönlicher Vorsprache im Hotel doch die Herausgabe durch) so daß die Noten durch sichere Hände zu Ihnen kämen. Schreiben Sie doch bitte sofort an ihn und ersuchen Sie ihn um diese Gefälligkeit. Ich kann leider derzeit nicht mehr für die Sache tun.“
Lieber Karl, ich habe Dir nun die genaue Abschrift des Briefes geschickt. Mein Brief an Redlich ist schon fort, ich habe ihn sehr dringend gebeten, sich um Deine Noten zu kümmern. Ich schickte den Brief eingeschrieben fort. Es ist nun das beste Du gehst sofort zu Scherchen, er soll dir die Vollmacht geben. Die Adresse von Redlich ist: Wien I, Rothenturmstr. 14 bei Frau Pogány. Schreibe du ihm auch noch einmal. Hoffentlich kommt die Sache bald in Ordnung.
Sonst ist hier alles in Ordnung. Richardi ist wieder fast gesund. Heute um 5 h kommt Miss Osborne. Ich hatte schon eine fürchterliche Hetze heute. Bis man für einen Besuch alles gerichtet hat, dann wählen, und noch dazu Sonntag. Heute schrieb Jean eine Karte aus Tunis von einer Konzertreise. Karl Hagen schrieb auch einen gesalzenen Brief wegen seiner Bilder, recht hat er ja. Miss Osborne hatte eine unglückliche Liebe und da sollen nun einige Assistenten von Prof. Schmidt sie abends manchmal zum tanzen mitnehmen. Darum bat ihre Mutter. Das ist mir ja ganz angenehm.
Mein lieber, lieber Karl bleibe mir gesund, und komme Donnerstag froh in meine Arme. Ich freue mich schon so darauf!! Tausend innige Küsse in heißer Liebe bleibe ich Deine Elisabeth.
Dies ist meine letzte Post. Ich erwarte dich ½ 10 h am Zug

(P: München, Express), Sonntag (Brief mit Umschlag): KAH in Winterthur (Klemm) den 10.4.38

Mein inniggeliebter Karl!

Soeben erhielt ich diesen Brief von Mendelsohn:
„Sehr geehrter Herr Hartmann! Antwortlich Ihrer Karte gestatte ich mir Ihnen mitzuteilen, daß die diversen Auszüge noch immer im Hotel Imperial liegen und die Leitung des Hotels die Noten nicht herausgibt, bis eine Vollmacht von Dr. Scherchen eintrifft. Ich habe diese Vollmacht bereits mehrmals urgiert aber bis jetzt ohne Erfolg. Ich halte es für das beste, wenn Sie direkt an das Hotel schreiben und um die Einsendung der Noten ersuchen, zugleich aber den Betrag für das Porto beilegen, da gerade in dieser Angelegenheit die Hotelleitung sich mehr als unfreundlich benimmt…! Es gibt vielleicht noch eine Möglichkeit. Dr. Redlich fährt nächste Woche
nach München. Da dieser auch noch Partituren dort liegen hat, könnte er so Ihre Noten gleich mitnehmen (angeblich setzen nämlich die Autoren bei persönlicher Vorsprache im Hotel doch die Herausgabe durch) so daß die Noten durch sichere Hände zu Ihnen kämen. Schreiben Sie doch bitte sofort an ihn und ersuchen Sie ihn um diese Gefälligkeit. Ich kann leider derzeit nicht mehr für die Sache tun.“
Lieber Karl, ich habe Dir nun die genaue Abschrift des Briefes geschickt. Mein Brief an Redlich ist schon fort, ich habe ihn sehr dringend gebeten, sich um Deine Noten zu kümmern. Ich schickte den Brief eingeschrieben fort. Es ist nun das beste Du gehst sofort zu Scherchen, er soll dir die Vollmacht geben. Die Adresse von Redlich ist: Wien I, Rothenturmstr. 14 bei Frau Pogány. Schreibe du ihm auch noch einmal. Hoffentlich kommt die Sache bald in Ordnung.
Sonst ist hier alles in Ordnung. Richardi ist wieder fast gesund. Heute um 5 h kommt Miss Osborne. Ich hatte schon eine fürchterliche Hetze heute. Bis man für einen Besuch alles gerichtet hat, dann wählen, und noch dazu Sonntag. Heute schrieb Jean eine Karte aus Tunis von einer Konzertreise. Karl Hagen schrieb auch einen gesalzenen Brief wegen seiner Bilder, recht hat er ja. Miss Osborne hatte eine unglückliche Liebe und da sollen nun einige Assistenten von Prof. Schmidt sie abends manchmal zum tanzen mitnehmen. Darum bat ihre Mutter. Das ist mir ja ganz angenehm.
Mein lieber, lieber Karl bleibe mir gesund, und komme Donnerstag froh in meine Arme. Ich freue mich schon so darauf!! Tausend innige Küsse in heißer Liebe bleibe ich Deine Elisabeth.
Dies ist meine letzte Post. Ich erwarte dich ½ 10 h am Zug

(P: München), Samstag (Karte): KAH in Winterthur (Klemm) d. 9. 4. 38

Mein lieber Karl!
Allzu ausführlich schreibst Du ja gerade nicht, aber du kannst mir ja nun bald alles selbst erzählen. Auch schreibst Du mir nie welche Post Du von mir erhalten hast, darum habe ich Dich immer schon auf Deinen früheren Reisen gebeten. Richardi hat Grippe, aber nicht gefährlich, Prof. Hecker behandelt ihn sehr gut. Sonst gibt es nichts neues. Post ist auch keine gekommen. Am Mittwoch kommt voraussichtlich Fritz, so sagte wenigstens Adolf denn mir hat er ja nicht geschrieben.
Mein lieber Karl, ich freue mich auf den Donnerstag und hoffe auf ein freudiges Wiedersehen. Grüße bitte die liebe Familie Klemm recht herzlich von mir u. sei innigst geküßt von Deiner Elisabeth.

(P: München), Samstag (Karte): KAH in Winterthur (Klemm) d. 9. 4. 38

Mein lieber Karl!
Allzu ausführlich schreibst Du ja gerade nicht, aber du kannst mir ja nun bald alles selbst erzählen. Auch schreibst Du mir nie welche Post Du von mir erhalten hast, darum habe ich Dich immer schon auf Deinen früheren Reisen gebeten. Richardi hat Grippe, aber nicht gefährlich, Prof. Hecker behandelt ihn sehr gut. Sonst gibt es nichts neues. Post ist auch keine gekommen. Am Mittwoch kommt voraussichtlich Fritz, so sagte wenigstens Adolf denn mir hat er ja nicht geschrieben.
Mein lieber Karl, ich freue mich auf den Donnerstag und hoffe auf ein freudiges Wiedersehen. Grüße bitte die liebe Familie Klemm recht herzlich von mir u. sei innigst geküßt von Deiner Elisabeth.

(P: Zürich), Freitag (Karte): E.H. in München (W: 8)

Mein Lieb!
Die Oper war gestern fürchterlich. Nun beginne ich ernstlich mit meinem „Simpl“ in Zürich fuss zu fassen.
Auf Wiedersehn am Donnerstag 14. April / ½ 10 abends [sic].
Stets Dein treuer Kl.
Grüße an Richd

(P: Zürich), Donnerstag (Karte): E.H. in München (W: 8)

Mein Lieb!
Ich war gestern in Zürich bei[m] Schoeck-Konzert, war langweilig, aber Frey mit Frau hat mich gesehen. Das war wichtig. Heute abend gehe ich in die Oper, ein Deutscher Komponist, der heute in Deutschland [einen] Namen hat. Bin neugierig.
Sage bitte, wenn du Deine Stimme mit „Ja“ abgibst, daß ich verreist bin.
Mein Lieb stets denke ich an Dich immer Dein Karl.
Grüße Adolf. Mein Lieber Richardi Wie geht es Dir sei herzlichst gegrüßt von Deinem Karl
Wiedersehn: Donnerstag 14. IV. abends ½ 10.

(P: Zürich), Donnerstag (Karte): E.H. in München (W: 8)

Mein Lieb!
Ich war gestern in Zürich bei[m] Schoeck-Konzert, war langweilig, aber Frey mit Frau hat mich gesehen. Das war wichtig. Heute abend gehe ich in die Oper, ein Deutscher Komponist, der heute in Deutschland [einen] Namen hat. Bin neugierig.
Sage bitte, wenn du Deine Stimme mit „Ja“ abgibst, daß ich verreist bin.
Mein Lieb stets denke ich an Dich immer Dein Karl.
Grüße Adolf. Mein Lieber Richardi Wie geht es Dir sei herzlichst gegrüßt von Deinem Karl
Wiedersehn: Donnerstag 14. IV. abends ½ 10.

München, Mittwoch (Brief): KAH in der Schweiz d. 6. 4. 38

Mein lieber, guter Karl!
Ich bin froh, daß Du bei Ansermet warst und gut aufgenommen wurdest. Habe nur Geduld, es wird schon alles gut gehen. Das warten lernt [sic] und muß man mit der Zeit lernen. Ich weiß wie schwer das fällt. Bleibe mir nur ruhig und verliere die Nerven nicht. Du kannst etwas und wirst immer wieder obenauf kommen. Laß es Dir noch bis zum 14. gut gehen und komme dann froh zu mir zurück, ich freue mich ja so sehr darauf Dich wieder bei mir zu haben. Immer mehr merk ich, wie sehr ich an Dir hänge und wie Du mir bei allem fehlst. Ohne Dich könnte ich nie mehr leben. Du bist mein zweites ich, du mein lieber, lieber Karl.
Uns geht es soweit gut. Richard ist wieder fast ganz hergestellt. Das war eine unangenehme Sache. Er wird ein richtiger Wildfang ist aber dabei nicht böse. Er frägt immer schon, wann der Papa wieder kommt. Heute habe ich Adolf getroffen. Es geht ihm gut. Tt. Cilly hat ihm schon wieder einen Auftrag für ein Aquarell gegeben. Ich bin froh darüber. Fritz hat noch nichts geschrieben, auch nicht ob er mein Paket erhalten hat. Das finde ich komisch. Am Sonntag kommt Mrs. Osbornes Tochter. Ich werde sie ins Kinderzimmer auf die couch legen und zum essen gehen wir zu meinen Eltern. Hoffentlich ist sie nett. Sie bleibt bis 24. April. Heute traf ich Frau Leo. Ihr Sohn kommt am 20. April nach München. Sonst ist keine Post gekommen. Ich würde Dir raten, trotzdem in Hermanns Konzert zu gehen. Bei ihm weißt du nie, ob seine Stimmung nicht plötzlich wieder für neue Musik umschlägt und dann ist es nicht gut, es mit ihm verdorben zu haben. Glaube mir, ich kann das besser von hier aus beurteilen, weil ich durch sein Benehmen nicht wütend gemacht wurde, und deshalb die Sache ruhiger übersehen kann. Ich weiß bestimmt, daß ich, wenn ich an Deiner Stelle wäre, jetzt auch nicht anders handeln würde, ich weiß, wie furchtbar man sich über so etwas ärgert und doch ist es besser, Du läßt Dir bei ihm nichts anmerken.
Mein innig geliebter Karl, für heute sage ich Dir auf wiedersehen, in steter Liebe u. treuer Freundschaft bleibe ich Deine Elisabeth.
Grüße Familie Klemm mit Sepp.
Mrs. Osborne schrieb, daß das Kutcher Quartett ganz hervorragend sei.

München, Mittwoch (Brief): KAH in der Schweiz d. 6. 4. 38

Mein lieber, guter Karl!
Ich bin froh, daß Du bei Ansermet warst und gut aufgenommen wurdest. Habe nur Geduld, es wird schon alles gut gehen. Das warten lernt [sic] und muß man mit der Zeit lernen. Ich weiß wie schwer das fällt. Bleibe mir nur ruhig und verliere die Nerven nicht. Du kannst etwas und wirst immer wieder obenauf kommen. Laß es Dir noch bis zum 14. gut gehen und komme dann froh zu mir zurück, ich freue mich ja so sehr darauf Dich wieder bei mir zu haben. Immer mehr merk ich, wie sehr ich an Dir hänge und wie Du mir bei allem fehlst. Ohne Dich könnte ich nie mehr leben. Du bist mein zweites ich, du mein lieber, lieber Karl.
Uns geht es soweit gut. Richard ist wieder fast ganz hergestellt. Das war eine unangenehme Sache. Er wird ein richtiger Wildfang ist aber dabei nicht böse. Er frägt immer schon, wann der Papa wieder kommt. Heute habe ich Adolf getroffen. Es geht ihm gut. Tt. Cilly hat ihm schon wieder einen Auftrag für ein Aquarell gegeben. Ich bin froh darüber. Fritz hat noch nichts geschrieben, auch nicht ob er mein Paket erhalten hat. Das finde ich komisch. Am Sonntag kommt Mrs. Osbornes Tochter. Ich werde sie ins Kinderzimmer auf die couch legen und zum essen gehen wir zu meinen Eltern. Hoffentlich ist sie nett. Sie bleibt bis 24. April. Heute traf ich Frau Leo. Ihr Sohn kommt am 20. April nach München. Sonst ist keine Post gekommen. Ich würde Dir raten, trotzdem in Hermanns Konzert zu gehen. Bei ihm weißt du nie, ob seine Stimmung nicht plötzlich wieder für neue Musik umschlägt und dann ist es nicht gut, es mit ihm verdorben zu haben. Glaube mir, ich kann das besser von hier aus beurteilen, weil ich durch sein Benehmen nicht wütend gemacht wurde, und deshalb die Sache ruhiger übersehen kann. Ich weiß bestimmt, daß ich, wenn ich an Deiner Stelle wäre, jetzt auch nicht anders handeln würde, ich weiß, wie furchtbar man sich über so etwas ärgert und doch ist es besser, Du läßt Dir bei ihm nichts anmerken.
Mein innig geliebter Karl, für heute sage ich Dir auf wiedersehen, in steter Liebe u. treuer Freundschaft bleibe ich Deine Elisabeth.
Grüße Familie Klemm mit Sepp.
Mrs. Osborne schrieb, daß das Kutcher Quartett ganz hervorragend sei.

Arnshausen, Montag (Brief): KAH in Junkersdorf

d. 4. 7. 32.
Lieber Karl!
Du bist reichlich schreibfaul, jetzt hast du doch meine Adresse u. könntest mir wenigstens alle 2 Tage einen kleinen Gruß zukommen lassen. Ich habe Samstag auf eine Nachricht ganz bestimmt gewartet, hoffentlich kommt heute etwas.
Bitte schreibe mir sofort, ob Du am Donnerstag oder Freitag kommst, ich muß es wegen des Zimmers u. auch wegen der Konzertkarten wissen. Mir wäre es Donnerstag lieber u. gib mir auch den genauen Zug an. Aber bitte schreibe alles genau. Ich war bis jetzt erst 1 mal in Kissingen, ich bin z. Z. sehr müde, und bleibe fast lieber zu Hause. Die Ruhe tut mir so wohl, einmal keine Streitigkeiten hören zu müssen. Auch fühle ich mich hier mehr zuhause, als bei meiner Mutter. Ich sitze fast den ganzen Tag am Radio. Heute muß ich zum Zahnarzt, wahrscheinlich, muß ich mir eine Goldkrone machen lassen.
Meine Tante weiß alles zwischen uns beiden, Du darfst also ruhig Du zu mir sagen u. wir dürfen uns ganz natürlich geben. Natürlich herrscht hier eine ganze andere Welt u. andere Ansichten wie wir gewöhnt sind u. ganz besonders Du, es ist am besten nicht viel dagegen zu sagen. Ich weiß warum ich das sage, u. ich glaube Du verstehst mich. Es hängt viel davon ab, ob sie sich hier für oder gegen uns stellen. Bitte, komm aber bestimmt diese Woche noch, wir müssen uns endlich einmal wiedersehen u. ich habe vieles mit Dir zu besprechen. Ich vermute, du hast Besuch u. kamst deshalb nicht zum schreiben. Wie geht es der Mutter. Hoffentlich besser. Bitte grüße sie von mir.
Nun auf baldiges wiedersen [sic], tausend Grüße von Deiner Elisabeth.
Eigentlich sollte man ja so einem Schreibfaulpelz nicht so viel erzählen. Grüße auch Deinen Bruder Fritz.

Arnshausen, Montag (Brief): KAH in Junkersdorf

d. 4. 7. 32.
Lieber Karl!
Du bist reichlich schreibfaul, jetzt hast du doch meine Adresse u. könntest mir wenigstens alle 2 Tage einen kleinen Gruß zukommen lassen. Ich habe Samstag auf eine Nachricht ganz bestimmt gewartet, hoffentlich kommt heute etwas.
Bitte schreibe mir sofort, ob Du am Donnerstag oder Freitag kommst, ich muß es wegen des Zimmers u. auch wegen der Konzertkarten wissen. Mir wäre es Donnerstag lieber u. gib mir auch den genauen Zug an. Aber bitte schreibe alles genau. Ich war bis jetzt erst 1 mal in Kissingen, ich bin z. Z. sehr müde, und bleibe fast lieber zu Hause. Die Ruhe tut mir so wohl, einmal keine Streitigkeiten hören zu müssen. Auch fühle ich mich hier mehr zuhause, als bei meiner Mutter. Ich sitze fast den ganzen Tag am Radio. Heute muß ich zum Zahnarzt, wahrscheinlich, muß ich mir eine Goldkrone machen lassen.
Meine Tante weiß alles zwischen uns beiden, Du darfst also ruhig Du zu mir sagen u. wir dürfen uns ganz natürlich geben. Natürlich herrscht hier eine ganze andere Welt u. andere Ansichten wie wir gewöhnt sind u. ganz besonders Du, es ist am besten nicht viel dagegen zu sagen. Ich weiß warum ich das sage, u. ich glaube Du verstehst mich. Es hängt viel davon ab, ob sie sich hier für oder gegen uns stellen. Bitte, komm aber bestimmt diese Woche noch, wir müssen uns endlich einmal wiedersehen u. ich habe vieles mit Dir zu besprechen. Ich vermute, du hast Besuch u. kamst deshalb nicht zum schreiben. Wie geht es der Mutter. Hoffentlich besser. Bitte grüße sie von mir.
Nun auf baldiges wiedersen [sic], tausend Grüße von Deiner Elisabeth.
Eigentlich sollte man ja so einem Schreibfaulpelz nicht so viel erzählen. Grüße auch Deinen Bruder Fritz.

Arnshausen, Freitag (Brief): KAH in Junkersdorf

Geliebter Karl!
Tausend herzlichen Dank für Deinen so lieben, langen Brief, Du weißt nicht wie bitter es war, wochenlang nichts von dem Menschen zu wissen, den man so sehr liebt.
Jetzt bin ich unbeschreiblich glücklich und wie Du ja weißt fürchte ich mich nicht im geringsten vor dem Kampf, den wir noch zu bestehen haben, ja ich führe ihn sogar gerne, und habe das bestimmte Gefühl, daß alles zu einem guten Ende führen wird. Für unsere Liebe ist das alles ja nur gut. Oft fürchte ich, ich könnte Dir später einmal nicht genügend Stütze sein, doch werde ich immer versuchen mein möglichstes für Dich zu tun. Ein großes Glück ist es, daß wir uns auch ohne viel Worte so gut verstehen u. kennen. Ich weiß was ich an Dir habe und möchte, daß Du Dich nicht so allein fühlst, wie du es oft tust.
Dein Erzählen über Deine Arbeiten interessierte mich sehr, doch schriebst Du mir nicht, ob Dich Deine Werke jetzt selbst wieder befriedigen. Es ist tatsächlich wunderbar, wie schnell die Juryfreien in einem Jahr durch ihre Konzerte berühmt wurden. Nur Mut! es geht bald alles gut. Nur eines fürchte ich, Du übersiehst die politische Gefahr doch nicht ganz. Es war immer schon ein kleiner Fehler von Dir alles auf einmal so stürmisch haben zu wollen. Bitte nenne mich nicht undankbar, ich weiß selbst, daß Du vieles meinetwegen tust und schnell berühmt werden möchtest, doch fürchte ich immer, Du schadest eher als nützt uns durch zu radikale Art. Natürlich darf ich jetzt noch nicht viel sagen, da ich Deine Sachen, die Du aufführen willst noch gar nicht kenne. Nur warnen will ich Dich, vorsichtig zu sein. Selbstverständlich in Deine eigenen Werke rede ich Dir gar nicht ein, weil Du der bleiben sollst, der Du von Natur bist und ich weiß, daß Du ein großer Künstler bist. Ich habe nur immer so entsetzlich Angst um Dich. Ich freue mich für Dich, daß Du Deinen Freund wieder einmal gesehen hast u. Du Dich aussprechen konntest über alles. Heute bekam ich von Papa einen Brief, er teilte mir mit, daß ihm Richard erzählt hätte, Deiner Mutter ginge es gar nicht gut, bitte willst Du mir umgehend mitteilen, wie es geht, wenn ich etwas helfen kann, komme ich selbstverständlich. Bitte grüße sie recht herzlich von mir u. ich lasse ihr recht gute Besserung wünschen. Versuche doch, wenn es Dir möglich ist wenigstens am Donnerstag hierher zu kommen, ich möchte gerne abends mit Dir ins Symphoniekonzert gehen, schade, daß Du Montag nicht kommen kannst, ich freute mich so sehr darauf. Die gestrige Reise hierher war entsetzlich. Ich sitze gerade am Radio und höre Rom, sehr schön. Ich lasse jetzt natürlich so viel als möglich den Radio laufen. Ich könnte noch viel schreiben, und zwar über meine Liebe zu Dir, doch läßt sich das schwer ausdrücken. Wie schön wird es sein, wenn wir wieder beisammen sind. Mein lieber Karl, lebe wohl, sei so fröhlich so gut es geht, ich denke immer in treuer Liebe an Dich. Ich möchte Dir ja so viel geben. Gute nacht ich küsse Dich herzlich u. bleibe stets
Deine dichliebende Elisabeth.
Unendlich freute ich mich über Deine Photographie, vielen, vielen Dank dafür. Jetzt soll Scherchen im Radio kommen, bin schon gespannt darauf. Morgen werde ich Schallplatten von Strawinsky hören.

Arnshausen, Freitag (Brief): KAH in Junkersdorf

Geliebter Karl!
Tausend herzlichen Dank für Deinen so lieben, langen Brief, Du weißt nicht wie bitter es war, wochenlang nichts von dem Menschen zu wissen, den man so sehr liebt.
Jetzt bin ich unbeschreiblich glücklich und wie Du ja weißt fürchte ich mich nicht im geringsten vor dem Kampf, den wir noch zu bestehen haben, ja ich führe ihn sogar gerne, und habe das bestimmte Gefühl, daß alles zu einem guten Ende führen wird. Für unsere Liebe ist das alles ja nur gut. Oft fürchte ich, ich könnte Dir später einmal nicht genügend Stütze sein, doch werde ich immer versuchen mein möglichstes für Dich zu tun. Ein großes Glück ist es, daß wir uns auch ohne viel Worte so gut verstehen u. kennen. Ich weiß was ich an Dir habe und möchte, daß Du Dich nicht so allein fühlst, wie du es oft tust.
Dein Erzählen über Deine Arbeiten interessierte mich sehr, doch schriebst Du mir nicht, ob Dich Deine Werke jetzt selbst wieder befriedigen. Es ist tatsächlich wunderbar, wie schnell die Juryfreien in einem Jahr durch ihre Konzerte berühmt wurden. Nur Mut! es geht bald alles gut. Nur eines fürchte ich, Du übersiehst die politische Gefahr doch nicht ganz. Es war immer schon ein kleiner Fehler von Dir alles auf einmal so stürmisch haben zu wollen. Bitte nenne mich nicht undankbar, ich weiß selbst, daß Du vieles meinetwegen tust und schnell berühmt werden möchtest, doch fürchte ich immer, Du schadest eher als nützt uns durch zu radikale Art. Natürlich darf ich jetzt noch nicht viel sagen, da ich Deine Sachen, die Du aufführen willst noch gar nicht kenne. Nur warnen will ich Dich, vorsichtig zu sein. Selbstverständlich in Deine eigenen Werke rede ich Dir gar nicht ein, weil Du der bleiben sollst, der Du von Natur bist und ich weiß, daß Du ein großer Künstler bist. Ich habe nur immer so entsetzlich Angst um Dich. Ich freue mich für Dich, daß Du Deinen Freund wieder einmal gesehen hast u. Du Dich aussprechen konntest über alles. Heute bekam ich von Papa einen Brief, er teilte mir mit, daß ihm Richard erzählt hätte, Deiner Mutter ginge es gar nicht gut, bitte willst Du mir umgehend mitteilen, wie es geht, wenn ich etwas helfen kann, komme ich selbstverständlich. Bitte grüße sie recht herzlich von mir u. ich lasse ihr recht gute Besserung wünschen. Versuche doch, wenn es Dir möglich ist wenigstens am Donnerstag hierher zu kommen, ich möchte gerne abends mit Dir ins Symphoniekonzert gehen, schade, daß Du Montag nicht kommen kannst, ich freute mich so sehr darauf. Die gestrige Reise hierher war entsetzlich. Ich sitze gerade am Radio und höre Rom, sehr schön. Ich lasse jetzt natürlich so viel als möglich den Radio laufen. Ich könnte noch viel schreiben, und zwar über meine Liebe zu Dir, doch läßt sich das schwer ausdrücken. Wie schön wird es sein, wenn wir wieder beisammen sind. Mein lieber Karl, lebe wohl, sei so fröhlich so gut es geht, ich denke immer in treuer Liebe an Dich. Ich möchte Dir ja so viel geben. Gute nacht ich küsse Dich herzlich u. bleibe stets
Deine dichliebende Elisabeth.
Unendlich freute ich mich über Deine Photographie, vielen, vielen Dank dafür. Jetzt soll Scherchen im Radio kommen, bin schon gespannt darauf. Morgen werde ich Schallplatten von Strawinsky hören.