(P: Basel, 5.11.193), Freitag (Karte): E.H. in München (W: 8)

Nein mein liebes liebes Weib
nichts glaube ich mehr – nicht mir selber –
Die Pro Arte-Leute habe ich getroffen, ich war eingeladen bei Madame Hentsch (Adolf kennt sie) (sie läßt Adolf grüßen), da wohnen die Pro-Arte-Leute und auch Meister Tautenhahn – der bekommt auch einen Größenwahn. Ich soll mein Quartett den Pro Arte-Leuten senden – nun ja = es könnte ja möglich sein.
Ach Gott, immer bleibe ich Dein treuer und Dich liebender Krl.
Die Pro-Arte-Leute sind sehr lieb!!
20 h Genève – Freitag
Nun bin ich mit Ansermet fertig. Ich glaube er ist nicht ehrlich – auf alle Fälle sagt er noch diesen Winter mein „Symphonisches Fragment“ zu machen – soll das möglich sein – das glaube ich nie.

(P: Basel, 5.11.193), Freitag (Karte): E.H. in München (W: 8)

Nein mein liebes liebes Weib
nichts glaube ich mehr – nicht mir selber –
Die Pro Arte-Leute habe ich getroffen, ich war eingeladen bei Madame Hentsch (Adolf kennt sie) (sie läßt Adolf grüßen), da wohnen die Pro-Arte-Leute und auch Meister Tautenhahn – der bekommt auch einen Größenwahn. Ich soll mein Quartett den Pro Arte-Leuten senden – nun ja = es könnte ja möglich sein.
Ach Gott, immer bleibe ich Dein treuer und Dich liebender Krl.
Die Pro-Arte-Leute sind sehr lieb!!
20 h Genève – Freitag
Nun bin ich mit Ansermet fertig. Ich glaube er ist nicht ehrlich – auf alle Fälle sagt er noch diesen Winter mein „Symphonisches Fragment“ zu machen – soll das möglich sein – das glaube ich nie.

  • Date
  • 4 Nov 1938

Genf, Freitag (Brief): E.H. in München (W: 8)

Mein liebes liebes Elisabethchen!
Vor allem wie geht es Dir – fühlst Du Dich wohl – bist Du gesund. Halte Dich nur, denn Du mußt doch für unseren Buben mal lange leben.
Ich war heute bei Ansermet – war sehr nett er hat mir versprochen sicher entweder „l’Œuvre“ oder „Symphonisches Fragment“ zu machen. Er sagte bestimmt. Ich lasse die Partitur vom „Symphonischen Fragment“ bei Ansermet (vielleicht hat er einen Eisschrank). Ja – ja – es ist schwer – ich glaube ich werde bald irrsinnig, man wird’s bald. Viel Lust zum Leben, das ist schon Heroismus. Sicher ein Westlicher.
Ich habe mich mit Ansermet unterhalten über allerhand wichtige Fragen, die uns heute interessieren. Aber da langts [sic] nicht. Ich weiß nicht, mein Urteil als Musiker muß ich revedieren [sic] – doch bin ich mir noch nicht klar. Vielleicht kann man bei ihm das Wort „interessant“ anbringen. Komisch zwei Männer wie Scherchen und Ansermet. Vieles haben die beiden gemeinsam: eine schlechte Bildung und noch mehr, natürlich spinnen beide – der eine mehr der andere etwas weniger, aber beide kann man nur musikalisch werten.
Heute war ich in der Probe von 9 h – 12 h und 2 h – 5 h. Jetzt gehe ich wieder – 8 h – 10 h . Morgen früh Probe 9 h – 12 h – nachmittag ¼ 4 h – 6 h bin ich bei Pro Arte mit Tautenhahn (Probe), abends Konzert und nachts weiter nach Basel. Es wäre doch schön, wenn es etwas werden würde mit „Symphonisches Fragment“???
Meine Seele – die Dir allein geweiht ist sehnt sich nach meiner Elisabeth Dein Karl.
Sage Adolf = Frau Schnabel ist in Paris. Bei Moos ist eine süssliche Ausstellung.

Genf, Freitag (Brief): E.H. in München (W: 8)

Mein liebes liebes Elisabethchen!
Vor allem wie geht es Dir – fühlst Du Dich wohl – bist Du gesund. Halte Dich nur, denn Du mußt doch für unseren Buben mal lange leben.
Ich war heute bei Ansermet – war sehr nett er hat mir versprochen sicher entweder „l’Œuvre“ oder „Symphonisches Fragment“ zu machen. Er sagte bestimmt. Ich lasse die Partitur vom „Symphonischen Fragment“ bei Ansermet (vielleicht hat er einen Eisschrank). Ja – ja – es ist schwer – ich glaube ich werde bald irrsinnig, man wird’s bald. Viel Lust zum Leben, das ist schon Heroismus. Sicher ein Westlicher.
Ich habe mich mit Ansermet unterhalten über allerhand wichtige Fragen, die uns heute interessieren. Aber da langts [sic] nicht. Ich weiß nicht, mein Urteil als Musiker muß ich revedieren [sic] – doch bin ich mir noch nicht klar. Vielleicht kann man bei ihm das Wort „interessant“ anbringen. Komisch zwei Männer wie Scherchen und Ansermet. Vieles haben die beiden gemeinsam: eine schlechte Bildung und noch mehr, natürlich spinnen beide – der eine mehr der andere etwas weniger, aber beide kann man nur musikalisch werten.
Heute war ich in der Probe von 9 h – 12 h und 2 h – 5 h. Jetzt gehe ich wieder – 8 h – 10 h . Morgen früh Probe 9 h – 12 h – nachmittag ¼ 4 h – 6 h bin ich bei Pro Arte mit Tautenhahn (Probe), abends Konzert und nachts weiter nach Basel. Es wäre doch schön, wenn es etwas werden würde mit „Symphonisches Fragment“???
Meine Seele – die Dir allein geweiht ist sehnt sich nach meiner Elisabeth Dein Karl.
Sage Adolf = Frau Schnabel ist in Paris. Bei Moos ist eine süssliche Ausstellung.

  • Date
  • 4 Nov 1938

(P: Genève), Donnerstag (Karte): E.H. in München (W: 8)

Meine liebe liebe Elisabeth
Schon wieder ein Tag in Genf. Ansermet ist noch nicht da, kommt morgen. Frau Ansermet habe ich heute Flieder geschickt und angerufen – war natürlich sehr nett – aber was habe ich davon. Wahnsinnig – Trübsinnig könnte man werden.
Immer und immer bleibe ich Dein Karl.

(P: Genève), Donnerstag (Brief mit Umschlag): E.H. in München (W: 8)

Meine liebe Elisabeth.
Nun werden es schon wieder 8 Tage – und bald bin ich wieder zu hause. Hoffentlich kommen dann freudvollere (ich möchte fast sagen: friedvollere). Und trotzdem freue ich mich sehr, wenn ich wieder bei Dir bin. Wie geht es unserm Bub. Er ist sicherlich sehr lieb. Was macht das Starnberg? Wann gehst Du hinaus? Bis jetzt habe ich noch keine Zeile von Dir. Allerdings braucht jede Post 8 Tage. Meine Karte, die ich am Dienstag schrieb (meine Ankunft) kam erst am Dienstag darauf an. Und ich kam schon am Samstag an.
Gib sofort nachricht, ob Konserve angekommen ist. Ich sende Dir nun liebe Grüße und ich umarme Dich fest und küsse Dich sehr lieb. Ich bleibe stets, das sei versichert immer Dein allertreuester Kl.
Konserve nicht aufmachen. Bitte schicke Deine Mutter zu Lebsche!!!
Ein festes Bussi für Bubi!
Immer Dein Karl
Leider reinigt Klemm nicht mehr, da er zu wenig Arbeit hat.
Bleib mir vor allem gesund. In treuer Liebe immer Dein Kl

(P: Genève), Donnerstag (Brief mit Umschlag): E.H. in München (W: 8)

Meine liebe Elisabeth.
Nun werden es schon wieder 8 Tage – und bald bin ich wieder zu hause. Hoffentlich kommen dann freudvollere (ich möchte fast sagen: friedvollere). Und trotzdem freue ich mich sehr, wenn ich wieder bei Dir bin. Wie geht es unserm Bub. Er ist sicherlich sehr lieb. Was macht das Starnberg? Wann gehst Du hinaus? Bis jetzt habe ich noch keine Zeile von Dir. Allerdings braucht jede Post 8 Tage. Meine Karte, die ich am Dienstag schrieb (meine Ankunft) kam erst am Dienstag darauf an. Und ich kam schon am Samstag an.
Gib sofort nachricht, ob Konserve angekommen ist. Ich sende Dir nun liebe Grüße und ich umarme Dich fest und küsse Dich sehr lieb. Ich bleibe stets, das sei versichert immer Dein allertreuester Kl.
Konserve nicht aufmachen. Bitte schicke Deine Mutter zu Lebsche!!!
Ein festes Bussi für Bubi!
Immer Dein Karl
Leider reinigt Klemm nicht mehr, da er zu wenig Arbeit hat.
Bleib mir vor allem gesund. In treuer Liebe immer Dein Kl

  • Date
  • 3 Nov 1938

(P: Bern, 2.11.1938), Dienstag (Brief mit Umschlag) E.H. in München (W: 8)

Bern, den 1. Nov. 38.

Meine Liebe! Meine sehr sehr liebe Elisabeth!
Nun bin ich in Bern! Am Montag war ich noch in Zürich – fuhr heute morgen nach Bern. Fahre morgen früh 7 h nach Genf. Bleibe bis Freitag dort. Am Freitag spielt Tautenhahn mit „Pro Arte“ in Genf. Freitag – zum Samstag fahre ich nachts 115 nach Basel. Also – so bin ich Samstag morgen 6 h in Basel – bleibe bis abents [sic] und fahre 5 h nach Zürich. Abends gehe ich in „Mathis“-Oper. Am Sonntag Morgen ist im Opernhaus Zürich Hindemith-Mati[n]ée. Am Montag habe ich bis 18. Nov. zu tun, nur mit der Oper „Simpl“! Das ist meine Hauptaufgabe. van Durme schrieb, daß mein „Miserae“ einen sehr tiefen Eindruck in Brüssel hinterlies [sic]. Beidler hatte besuch aus Prag – der Herr, dessen Frau Du und ich nicht leiden können – ich habe den Namen vergessen. Der erzählte mir, daß mein „Miserae“ in Prag immer noch nicht vergessen ist. Im Gegenteil, er sagte mir daß das Werk das bedeuten[d]ste war, was Prag in den letzten Jahren gehört hat.
Auch Prof. Frey traf ich – er sagte mir, daß er nur schreibfaul war, warum er nicht schrieb. Ich treffe ihn ebenfalls nächste Woche. Ich habe noch viel Arbeit vor mir – mit Scherchen mache ich nichts mehr – keine Zeile! Nun ist es und bleibt es: beendet! Ich bin doch kein Narr! Wie geht es Dir – so oft denke ich an Dich. Was macht mein Bub. Ich werde zwischen 20 − 25. Nov. nach hause kommen. (Wenn es geht an einem Samstag).
Ich habe nur einen Wunsch, bleibe mir gesund und werde dick. Wegen Untreue meinerseits – da brauche ich nicht zu schreiben, daß es überflüssig ist und unmöglich ist.
Immer küsse ich Dich am ganzen Körper
stets bleibe ich Dein treuer ewig treuer Kl.

(P: Bern, 2.11.1938), Dienstag (Brief mit Umschlag) E.H. in München (W: 8)

Bern, den 1. Nov. 38.

Meine Liebe! Meine sehr sehr liebe Elisabeth!
Nun bin ich in Bern! Am Montag war ich noch in Zürich – fuhr heute morgen nach Bern. Fahre morgen früh 7 h nach Genf. Bleibe bis Freitag dort. Am Freitag spielt Tautenhahn mit „Pro Arte“ in Genf. Freitag – zum Samstag fahre ich nachts 115 nach Basel. Also – so bin ich Samstag morgen 6 h in Basel – bleibe bis abents [sic] und fahre 5 h nach Zürich. Abends gehe ich in „Mathis“-Oper. Am Sonntag Morgen ist im Opernhaus Zürich Hindemith-Mati[n]ée. Am Montag habe ich bis 18. Nov. zu tun, nur mit der Oper „Simpl“! Das ist meine Hauptaufgabe. van Durme schrieb, daß mein „Miserae“ einen sehr tiefen Eindruck in Brüssel hinterlies [sic]. Beidler hatte besuch aus Prag – der Herr, dessen Frau Du und ich nicht leiden können – ich habe den Namen vergessen. Der erzählte mir, daß mein „Miserae“ in Prag immer noch nicht vergessen ist. Im Gegenteil, er sagte mir daß das Werk das bedeuten[d]ste war, was Prag in den letzten Jahren gehört hat.
Auch Prof. Frey traf ich – er sagte mir, daß er nur schreibfaul war, warum er nicht schrieb. Ich treffe ihn ebenfalls nächste Woche. Ich habe noch viel Arbeit vor mir – mit Scherchen mache ich nichts mehr – keine Zeile! Nun ist es und bleibt es: beendet! Ich bin doch kein Narr! Wie geht es Dir – so oft denke ich an Dich. Was macht mein Bub. Ich werde zwischen 20 − 25. Nov. nach hause kommen. (Wenn es geht an einem Samstag).
Ich habe nur einen Wunsch, bleibe mir gesund und werde dick. Wegen Untreue meinerseits – da brauche ich nicht zu schreiben, daß es überflüssig ist und unmöglich ist.
Immer küsse ich Dich am ganzen Körper
stets bleibe ich Dein treuer ewig treuer Kl.

  • Date
  • 1 Nov 1938

München, Montag (Brief): KAH in der Schweiz

d. 1. 11. 38.

Mein lieber Mann! Mein einziger Karl
Ich habe schon sehr lange nichts mehr gehört von Dir, hoffe aber daß du wohlauf bist.
Halte Dich nur gut und bleibe mir gesund.
Ich war in letzter Zeit sehr beschäftigt, am Montag habe ich das große Zimmer gestöbert. Ernst hat es geputzt und alle Türen ausgebessert. Heute am 1. war ich in der früh auf dem Grab Deiner Mutter. Es war recht schön hergerichtet. Ich habe zu den 3 Chrysanthemen in der Vase auch noch eine große dazugetan. Nachmittags waren wir in Freising. Morgen geht die Stöberei noch 3 Tage lang weiter. Da kannst Du Dich schon darauf gefaßt machen, daß Du die erste Zeit recht aufpassen mußt. Deine Schokolade habe ich erhalten, vielen Dank dafür, aber schicke jetzt nichts mehr, Du brauchst das Geld notwendiger. Auch kam das Buch für Adolf. Ich soll Dir von ihm sagen, daß er die beiden anderen Hefte mit Dank erhalten hat. Also im ganzen jetzt 3. das vierte kommt erst im November heraus, vielleicht kannst Du es mitbringen meint er. Gestern Abend ist Schmidt-Garée angekommen.
Seit Du fort bist war ich noch nicht einen Abend aus, aber ich habe mit meiner Übersetzung auch immer zu tun. An Post ist sonst nichts gekommen. Richardi ist wohlauf und sehr munter. Er erzählt jedermann, daß Du in der Schweiz bist. Nächste Woche fahren wir vielleicht noch einmal nach Salzburg. Hast Du übrigens noch Deinen Schirm und Handschuhe? Bei uns war es jetzt sehr kalt und unfreundlich.
Nun mein, lieber, lieber Karl, ich wüßte ja gerne, wo Du eben bist. Wann fährst Du nach Genf, Bern u. Basel? Für heute grüße ich Dich in heißer Liebe, ich bin immer bei Dir in Gedanken u. bleibe Deine Elisabeth.
Das ist das einzige Couvert, das ich aufgegabelt habe. Wie steht es mit Hermann? Daß Du dir doch nie angewöhnst, klar u. deutlich zu schreiben.

München, Montag (Brief): KAH in der Schweiz

d. 1. 11. 38.

Mein lieber Mann! Mein einziger Karl
Ich habe schon sehr lange nichts mehr gehört von Dir, hoffe aber daß du wohlauf bist.
Halte Dich nur gut und bleibe mir gesund.
Ich war in letzter Zeit sehr beschäftigt, am Montag habe ich das große Zimmer gestöbert. Ernst hat es geputzt und alle Türen ausgebessert. Heute am 1. war ich in der früh auf dem Grab Deiner Mutter. Es war recht schön hergerichtet. Ich habe zu den 3 Chrysanthemen in der Vase auch noch eine große dazugetan. Nachmittags waren wir in Freising. Morgen geht die Stöberei noch 3 Tage lang weiter. Da kannst Du Dich schon darauf gefaßt machen, daß Du die erste Zeit recht aufpassen mußt. Deine Schokolade habe ich erhalten, vielen Dank dafür, aber schicke jetzt nichts mehr, Du brauchst das Geld notwendiger. Auch kam das Buch für Adolf. Ich soll Dir von ihm sagen, daß er die beiden anderen Hefte mit Dank erhalten hat. Also im ganzen jetzt 3. das vierte kommt erst im November heraus, vielleicht kannst Du es mitbringen meint er. Gestern Abend ist Schmidt-Garée angekommen.
Seit Du fort bist war ich noch nicht einen Abend aus, aber ich habe mit meiner Übersetzung auch immer zu tun. An Post ist sonst nichts gekommen. Richardi ist wohlauf und sehr munter. Er erzählt jedermann, daß Du in der Schweiz bist. Nächste Woche fahren wir vielleicht noch einmal nach Salzburg. Hast Du übrigens noch Deinen Schirm und Handschuhe? Bei uns war es jetzt sehr kalt und unfreundlich.
Nun mein, lieber, lieber Karl, ich wüßte ja gerne, wo Du eben bist. Wann fährst Du nach Genf, Bern u. Basel? Für heute grüße ich Dich in heißer Liebe, ich bin immer bei Dir in Gedanken u. bleibe Deine Elisabeth.
Das ist das einzige Couvert, das ich aufgegabelt habe. Wie steht es mit Hermann? Daß Du dir doch nie angewöhnst, klar u. deutlich zu schreiben.

  • Date
  • 1 Nov 1938

(P: München), Sonntag (Karte): KAH in Winterthur (Klemm)

(P: München), Sonntag (Karte): KAH in Winterthur (Klemm)

d. 30. 10. 38.

Mein lieber Karl!
Heute möchte ich dir nur liebe Grüße senden und Dir sagen, daß es gar nichts neues gibt. Wann fährst Du nach Genf? Teile mir doch bitte mit, was ich nach Berlin dem Verlag antworten soll. Mit Adolf habe ich gestern gesprochen, die Kataloge sind noch nicht gekommen. Also, für heute, mein lieber Karl viele innige Grüße, grüße auch bitte Familie Klemm mit Sepp.
Immer bleibe ich Deine Elisabeth.
Nur Beauty ist krank.

(P: München), Sonntag (Karte): KAH in Winterthur (Klemm)

(P: München), Sonntag (Karte): KAH in Winterthur (Klemm)

d. 30. 10. 38.

Mein lieber Karl!
Heute möchte ich dir nur liebe Grüße senden und Dir sagen, daß es gar nichts neues gibt. Wann fährst Du nach Genf? Teile mir doch bitte mit, was ich nach Berlin dem Verlag antworten soll. Mit Adolf habe ich gestern gesprochen, die Kataloge sind noch nicht gekommen. Also, für heute, mein lieber Karl viele innige Grüße, grüße auch bitte Familie Klemm mit Sepp.
Immer bleibe ich Deine Elisabeth.
Nur Beauty ist krank.

  • Date
  • 30 Oct 1938

(P: Winterthur), Samstag (Karte): E.H. in München (W: 8)

Mein teures Lieb.
Vielen Dank für Deine Post. Man merkt wirklich mit wie viel Liebe des alles gemalt ist. Nimm meinen Dank. Heute war ich bei Frey. War sehr nett. Auf alle Fälle schreibe ich am Montag einen Brief. Nimm nochmals meinen Dank. Bleibe mir nur gesund.
Ich bleibe stets Dein aufrichtiger und treuer Krl
Straub gibt in München ein Konzert (da verdiene ich 100 M)
Schreibe immer an Klemm!!

(P: Winterthur), Samstag (Karte): E.H. in München (W: 8)

Mein teures Lieb.
Vielen Dank für Deine Post. Man merkt wirklich mit wie viel Liebe des alles gemalt ist. Nimm meinen Dank. Heute war ich bei Frey. War sehr nett. Auf alle Fälle schreibe ich am Montag einen Brief. Nimm nochmals meinen Dank. Bleibe mir nur gesund.
Ich bleibe stets Dein aufrichtiger und treuer Krl
Straub gibt in München ein Konzert (da verdiene ich 100 M)
Schreibe immer an Klemm!!

  • Date
  • 29 Oct 1938

München, Freitag (Brief): KAH in der Schweiz

d. 28. 10. 38.

Mein lieber Karl!
Endlich kam der langersehnte Brief von Ansermet. Er schreibt folgendes: „Lieber Herr Hartmann! Entschuldigen Sie. Ich wollte Ihnen schreiben, aber bin überbeschäftigt und verspätet. Ich bin leider in Reise (Budapest) zwischen 26. u. 2. Nov. Aber dann zurück und mit meinem neuen, sehr guten (!) Orchester, täglich beschäftigt. Kommen Sie! Mit besten Grüßen Ihr E. Ansermet.“
Sehr nett geschrieben. Also recht viel Glück. Ich würde am 3. Nov. hinfahren.
Mein lieber Karl, Du bist z. Z. etwas niedergedrückt. Immer Mut, glaube mir, ich werde immer und stets zu Dir halten u. Dich nie verlassen. Heute kam die Schokolade, Mama hat sich darüber sehr gefreut. Richardi hat schon die Hälfte davon gegessen. Mit Adolf sprach ich heute und habe ihm alles ausgerichtet. Am Montag beginnt die Stöberei!
Also mein Lieber, sei höflich und ruhig, glaube mir, Du bist nie allein, ich bin immer in Gedanken bei Dir und begleite Dich überall hin. Alles Liebe u. sei umarmt von Deiner Dich so sehr liebenden Elisabeth.
Hast Du die Kritiken erhalten? Bitte teile mir immer mit, wenn Du Post von mir bekommen hast. Verdirb es mit Ansermet nicht.

München, Freitag (Brief): KAH in der Schweiz

d. 28. 10. 38.

Mein lieber Karl!
Endlich kam der langersehnte Brief von Ansermet. Er schreibt folgendes: „Lieber Herr Hartmann! Entschuldigen Sie. Ich wollte Ihnen schreiben, aber bin überbeschäftigt und verspätet. Ich bin leider in Reise (Budapest) zwischen 26. u. 2. Nov. Aber dann zurück und mit meinem neuen, sehr guten (!) Orchester, täglich beschäftigt. Kommen Sie! Mit besten Grüßen Ihr E. Ansermet.“
Sehr nett geschrieben. Also recht viel Glück. Ich würde am 3. Nov. hinfahren.
Mein lieber Karl, Du bist z. Z. etwas niedergedrückt. Immer Mut, glaube mir, ich werde immer und stets zu Dir halten u. Dich nie verlassen. Heute kam die Schokolade, Mama hat sich darüber sehr gefreut. Richardi hat schon die Hälfte davon gegessen. Mit Adolf sprach ich heute und habe ihm alles ausgerichtet. Am Montag beginnt die Stöberei!
Also mein Lieber, sei höflich und ruhig, glaube mir, Du bist nie allein, ich bin immer in Gedanken bei Dir und begleite Dich überall hin. Alles Liebe u. sei umarmt von Deiner Dich so sehr liebenden Elisabeth.
Hast Du die Kritiken erhalten? Bitte teile mir immer mit, wenn Du Post von mir bekommen hast. Verdirb es mit Ansermet nicht.

  • Date
  • 28 Oct 1938

Ohne Ortsangabe

Meine liebe Elisabeth.
Ich danke dir für Deinen Brief, ich habe mich riesig gefreut. Solange nicht zu hören – von Montag bis Freitag ohne Post von Dir. Mein Lieb bald komme ich zu Dir, oh endlich wieder bei Dir!!! Zu erzählen habe ich natürlich viel – viel. Jeden Tag – jede Stunde zähle ich – wann komme ich zu Dir. Scherchen gibt am Mittwoch ein Konzert in Winterthur. Er wird mich bei Bekannten unterbringen – wo weiß ich noch nicht. So komme ich Donnerstag nach München. Oh wie freue ich mich!!
Meine liebe liebe Elisabeth mich zieht es fürchterlich zu Dir. Wie freue ich mich auf den Donnerstag. Komm ich küsse Dich innigst.
Also ich war in Basel und Zürich – nun werde ich Dir alles erzählen. Könntest Du mir 15 Schweizerfranken senden ich habe nämlich kein Fahrgeld! Ich weiß auch nicht ob ich dort Essen habe oder nicht. Ich möchte am Dienstag abfahren. Bist Du mir deswegen böse! Ich habe es mir wirklich lange überlegt. Scherchen will haben, daß ich unbedingt komme. Ich hoffe, daß ich mit vielen Leuten zusammenkomme. Hoffentlich! Sei mir bitte nicht böse wegen den 15 Fr. Vielleicht kommt es noch Dienstag vormittag an.
Wie geht es Mutter! Bitte schreibe mir wenn es schlechter geht. Oh! wie freue ich mich auf Donnerstag. Ich glaube es ist besser, wenn ich nicht am Montag fahre und noch am Dienstag zu Scherchen fahre. Hier sind die Menschen verrückt nach mir. Ich soll bleiben, noch eine Woche. Nein Nein auf mich wartet ein Wesen [mit] viel Liebe und Treue – ja Elisabeth. Sei nicht traurig ich freue mich auf unser Wiedersehn. Grüße meine Lieben zu hause.
Liebe Grüße an Vater
und Du – ich umarme Dich – küsse Dich und bleibe Dein Karl.

Ohne Ortsangabe

Meine liebe Elisabeth.
Ich danke dir für Deinen Brief, ich habe mich riesig gefreut. Solange nicht zu hören – von Montag bis Freitag ohne Post von Dir. Mein Lieb bald komme ich zu Dir, oh endlich wieder bei Dir!!! Zu erzählen habe ich natürlich viel – viel. Jeden Tag – jede Stunde zähle ich – wann komme ich zu Dir. Scherchen gibt am Mittwoch ein Konzert in Winterthur. Er wird mich bei Bekannten unterbringen – wo weiß ich noch nicht. So komme ich Donnerstag nach München. Oh wie freue ich mich!!
Meine liebe liebe Elisabeth mich zieht es fürchterlich zu Dir. Wie freue ich mich auf den Donnerstag. Komm ich küsse Dich innigst.
Also ich war in Basel und Zürich – nun werde ich Dir alles erzählen. Könntest Du mir 15 Schweizerfranken senden ich habe nämlich kein Fahrgeld! Ich weiß auch nicht ob ich dort Essen habe oder nicht. Ich möchte am Dienstag abfahren. Bist Du mir deswegen böse! Ich habe es mir wirklich lange überlegt. Scherchen will haben, daß ich unbedingt komme. Ich hoffe, daß ich mit vielen Leuten zusammenkomme. Hoffentlich! Sei mir bitte nicht böse wegen den 15 Fr. Vielleicht kommt es noch Dienstag vormittag an.
Wie geht es Mutter! Bitte schreibe mir wenn es schlechter geht. Oh! wie freue ich mich auf Donnerstag. Ich glaube es ist besser, wenn ich nicht am Montag fahre und noch am Dienstag zu Scherchen fahre. Hier sind die Menschen verrückt nach mir. Ich soll bleiben, noch eine Woche. Nein Nein auf mich wartet ein Wesen [mit] viel Liebe und Treue – ja Elisabeth. Sei nicht traurig ich freue mich auf unser Wiedersehn. Grüße meine Lieben zu hause.
Liebe Grüße an Vater
und Du – ich umarme Dich – küsse Dich und bleibe Dein Karl.

  • Jahr
  • Undatiert, Nov. 1933?