„Hartmann und Henze“ – Vortrag von Peter Petersen

Am 26. Oktober 2013 hielt der renommierte Henze-Forscher Prof. Dr. Peter Petersen für die PROJEKTINSEL HARTMANN-HENZE im Rahmen des „Karl-Amadeus-Hartmann-Jahres 2013“ (2012-2014) einen Vortrag mit dem Titel „Henze und Hartmann.

Anmerkungen zu einer asymmetrischen Künstlerfreundschaft“, in dem er ihrer persönlichen und künstlerischen Freundschaft unter Bezugnahme auf den ausführlichen Briefwechsel der beiden Komponisten nachspürte.

Gerne möchten wir den Vortrag hiermit der Öffentlichkeit zugänglich machen. Sie finden ihn im Menüpunkt „Musikwissenschaftliche Texte“ hier im Archiv!

„Klänge des Friedens!?“ – Vortrag von Dieter Senghaas

Unter dem Titel „Klänge des Friedens!?“ erarbeitete der international renommierte Friedens-, Konflikt- und Entwicklungsforscher Prof. em. Dr. Dr. Dieter Senghaas (Universität Bremen) für die PROJEKTINSEL HARTMANN-NONO im Rahmen des „Karl-Amadeus-Hartmann-Jahres 2013“ (2012-2014) einen kapitalen, richtungsweisenden Vortrag.

Es wird dabei der Frage nachgespürt, inwieweit Kunst als sogenannter „weicher Indikator“ zur Deeskalation beitragen, bzw. als frühzeitige Warnung auf drohende Fehlentwicklungen des seelischen Haushalts einer Gesellschaft aufmerksam machen kann.

Gerade Komponisten wie Hartmann, die einen Sensus für gesellschaftspolitische Missstände haben, die mit seismografischer Antenne noch nicht offenkundige Entwicklungen wahrnehmen, ihre ggf. verhängnisvolle Dynamik aufspüren und sich mit Ihrer Kunst damit auseinandersetzen, bieten sich da an. Die Forschung spricht dabei von der Fähigkeit des „early warning“.

Hartmann hat schon Jahre vor 1933 auf jede Art und Weise vor der Gefahr des Nationalsozialismus für die Gesellschaft, die Menschheit, den Humanismus gewarnt. In jedem Werk thematisierte er dies auf andere Weise und beschwor in Allianzen zwischen den Kulturen, den Religionen sowie den Völkern den Widerstand; zeigte Alternativen auf, zeichnete ein anderes Weltbild. Erstaunlich ist auch, dass er in seinem letzten Werk, der „Gesangsszene“ für Bariton und Orchester, erneut die Fähigkeit des „early warning“ bewies: Texte Jean Giraudouxs assimilierend, vermittelt er eine apokalyptische Vision über das Ende einer sich rauschhaft in eine Todesspirale hineinbegebende Zivilisation.

Die anfängliche Fortschrittsdynamik verkehrt sich nicht nur in Rückschritt, sondern in den Untergang, in das „Übel der großen Reiche, das tödliche Übel“. Untergang der Bankenwelt, der gesellschaftlichen Strukturen, Atomtkatastrophe, Krieg und das tödlichste Übel: dass auch der „Seelenschatz“ verlustig geht. Der Vortrag wurde am 20. März 2013 im Münchner Stadtmuseum gehalten.

Lesen Sie den kompletten Vortrag unter dem Menüpunkt „Musikwissenschaftliche Texte“ hier im Archiv!

Interessante CD-Neuerscheinungen bei Challenge Records

Das verdienstvolle niederländische Label Challenge Classics hat dafür gesorgt, dass die Hartmann-Diskografie um einige wesentliche Beiträge bereichert wurde.

Bereits Anfang 2014 erschien eine neue Gesamtaufnahme der acht Symphonien Hartmanns mit der Niederländischen Radio-Philharmonie. Es handelt sich um Live-Aufnahmen unter der Leitung der Dirigenten Ingo Metzmacher, Christoph Poppen, Michael Schönwandt, Markus Stenz, Osmo Vänskä und James Gaffigan – auf drei SACDs. Das FONO FORUM sprach angesichts der durchweg hervorragenden künstlerischen und klanglichen Qualität der Einspielungen von einer „neuen Referenz“.

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Ebenfalls mit der Niederländischen Radiophilharmonie kam eine Neueinspielung von Hartmanns Oper „Simplicius Simplicissimus“ (in der revidierten Version von 1957) zustande. Die Titelrolle singt Juliane Banse; am Pult des Orchesters steht Markus Stenz. Der Einspielung liegt eine Live-Aufführung vom 24. November 2012 im Concertgebouw Amsterdam zugrunde.

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Schlussendlich präsentiert der Geiger Linus Roth auf Challenge Classics seine Interpretation des „Concerto funebre“ – gekoppelt mit Werken von Mieczyslaw Weinberg sowie der Erstaufnahme einer unvollendeten Violinsonate von Dmitri Schostakowitsch.

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Youtube-Interview mit Linus Roth zu dieser CD

Karl Amadeus Hartmann goes to Kiev

In einer Kooperation mit dem ukrainischen Staatsorchester Kyiv Kamerata, dem Goehte-Institut Ukraine, dem Kiev Summer Music Festival, dem Komponistenverband Ukraine und der Karl-Amadeus-Hartmann-Gesellschaft e.V. findet am 4. Juni 2015 im Konzertsaal der Akademie der Wissenschaften in Kiew (Ukraine) ein Konzert mit Werken von Karl Amadeus Hartmann und Wolfgang Rihm statt.

Gemeinsam mit dem Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter der Kyiv Kamerata Valeriy Matyukhin leitet der Dirigent und Leiter der Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft e.V. Andreas Hérm Baumgartner, auf dessen Initiative hin das Projekt zustande kam, dieses in jeder Hinsicht besondere Konzert: Ein Akt der Solidarität, ein Zeichen der Verbundenheit in einer existenziell bedrohlichen politischen Situation, in der die Musik Hartmanns mit ihrer Botschaft des Humanismus nicht fehlen darf. In einer begleitenden Einführungsveranstaltung mit dem Thema „Klänge des Friedens!?“ wird ergänzend der Frage nachgespürt, was Musik kann, was sollte Musik und Kunst zu leisten imstande sein?

Mit dieser Thematik setzt sich auch die aktuelle Entwicklungs-, Konflikt- und Friedensforschung auseinander. Gerade bei Komponisten wie Hartmann, die einen Sensus für gesellschaftspolitische Missstände haben, die mit seismografischer Antenne noch nicht offenkundige Entwicklungen wahrnehmen, ihre gegebenenfalls verhängnisvolle Dynamik aufspüren und sich mit Ihrer Kunst damit auseinandersetzen. Die Forschung spricht dabei von der Fähigkeit des „early warning“. Hartmann hat schon Jahre vor 1933 auf jede Art und Weise vor der Gefahr des Nationalsozialismus für die Gesellschaft, die Menschheit, den Humanismus gewarnt.

In jedem Werk thematisierte er dies auf andere Weise und beschwor in Allianzen zwischen den Kulturen, den Religionen sowie den Völkern den Widerstand; zeigte Alternativen auf, zeichnete ein anderes Weltbild. Erstaunlich ist auch, dass er in seinem letzten Werk – der „Gesangsszene“ für Bariton und Orchester – erneut die Fähigkeit des „early warning“ bewies: Texte Jean Giraudouxs assimilierend, vermittelt er eine apokalyptische Vision über das Ende einer sich rauschhaft in eine Todesspirale hineinbegebende Zivilisation. Die anfängliche Fortschrittsdynamik verkehrt sich nicht nur in Rückschritt, sondern in den Untergang, in das „Übel der großen Reiche, das tödliche Übel“. Untergang der Bankenwelt, der gesellschaftlichen Strukturen, Atomkatastrophe und das tödlichste Übel: Dass auch der „Seelenschatz“ verlustig geht. Ein leider nur allzu aktuelles Thema.

PROGRAMM
Wolfgang Rihm: nature morte – still alive

Karl Amadeus Hartmann:
Concerto funebre
Symphonie Nr. 4

Katya Suglobina, Violine
Kyiv Kamerata
Leitung: Valeriy Matyukhin, Andreas Hérm Baumgartner

Erfolg für Hartmanns „Gesangsszene“

Christian Gerhaher und Kirill Petrenko interpretierten im April 2015 mit dem Bayerischen Staatsorchester Karl Amadeus Hartmanns „Gesangsszene“ in München, Budapest und Wien.

Hier ein Überblick über das Echo in der Presselandschaft:

Süddeutsche Zeitung, 14. April

Süddeutsche Zeitung, 24. April

Abendzeitung München, 15. April

Die Presse, Wien, 21. April

Kurier, Wien, 21. April

Der Standard, Wien 22. April

Wiener Zeitung, 28. April

Kleine Zeitung, Wien, 28. April

Neuer Vorstand

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Neuer Vorstand

Pressemitteilung

München, den 06.02.2015

Die Mitgliederversammlung der Karl-Amadeus-Hartmann-Gesellschaft e. V. hat am 16. Dezember 2014 einen neuen Vorstand gewählt. Unter dem Vorsitz des im Amt bestätigten Geschäftsführers Andreas Hérm Baumgartner (Dirigent, Künstlerischer Leiter) wurden der Dirigent Christoph Poppen als Präsident, der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Rathert (LMU-München) als stellv. Geschäftsführer, der Rechtsanwalt Andreas Ammersbach als Schatzmeister sowie der Musikwissenschaftler Thomas Schulz als Schriftführer/Medienvorstand in den Vorstand berufen.

Zu den Mitgliedern der Karl-Amadeus-Hartmann-Gesellschaft zählen neben Musikinteressierten, Wissenschaftlern vor allem auch Persönlichkeiten aus dem nationalen wie internationalen Kulturleben, darunter u. a. Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann, Udo Zimmermann, Friedrich Cerha, Fabio Luisi, Ingo Metzmacher, Marek Janowski, Kurt Masur, Thomas Zehetmair, Ingolf Turban, Siegfried Mauser und Reinhold Kreile.

Zentrale Aufgabe der Karl-Amadeus-Hartmann-Gesellschaft ist, die Verbreitung und das Verständnis der Werke des Komponisten zu fördern und seiner Person wie seinem Schaffen ein Forum zu sein. Dies geschieht zum einen durch Sammeln und Archivieren des Materials von und über Hartmann,  die wissenschaftliche Erschließung seines Schaffens und seiner Biographie sowie die Bereitstellung des Archivguts für Interpreten, Wissenschaftler und Interessierte. Dabei werden nicht nur wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen betreut und herausgegeben, sondern auch neue Wege der Vermittlung beschritten, wie z. B. durch Fortbildungen für angehende Musiklehrer, Kooperationen mit Schulen und lebendige, die Kreativität der Schüler einfordernde Education-Projekte.
Zum anderen versteht sich die Hartmann-Gesellschaft auch als Impulsgeber für nationale wie internationale Aufführungen sowie als Schnittstelle und Verbindungsglied zwischen den Leitungsebenen der Orchester/Festivals und den Interpreten. Sie tritt sowohl als Veranstalter als auch als Co-Veranstalter von Konzerten, Vorträgen, Symposien  und Ausstellungen  national wie international in Erscheinung. Insbesondere dem von Andreas Hérm Baumgartner als Künstlerischen Leiter verantworteten, und allerorten Aufmerksamkeit erregende internationale Festival „Karl-Amadeus-Hartmann-Jahr 2013“ (Saisons 2012/13 und 2013/14) gelang es, im Jubiläumsjahr (50. Todestag) zu Ehren des bedeutendsten deutschsprachigen Symphonikers des 20. Jahrhunderts und Gründers der musica viva-Konzertreihe des Bayerischer Rundfunks mit weltweit über 140 Konzerten, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Symposien neue Impulse in der Auseinandersetzung mit dem Œuvre des Komponisten zu setzen. Künstlerisch hochrangige Klangkörper und Interpreten von Weltrang konnten dabei mit eingebunden werden. Stellvertretend seien das London Philharmonic Orchestra, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Orchestre de Paris, Philharmonia Zürich, Rundfunkorchester Berlin, American Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Netherlands Radio Philharmonic Orchestra sowie Patricia Kopatchinskaja, Isabelle Faust, Thomas Zehetmair, Reto Bieri, Matthias Goerne, Juliane Banse, Kent Nagano, Fabio Luisi, Markus Stenz, Ingo Metzmacher, James Gaffigan und Vladimir Jurowski genannt.
Das Tätigkeitsfeld der Hartmann-Gesellschaft komplettieren Ausstellungen, die sich nicht nur Aspekten aus Leben und Werk Karl Amadeus Hartmanns widmen, sondern sich in besonderer Weise dem geistigen, künstlerischen, sozialen und gesellschaftspolitischen Erbe des Komponisten verpflichtet fühlen. Die derzeitige Sonderausstellung „In Liebe …. auf ewig?“ basiert auf dem Briefwechsel des Ehepaars Elisabeth und Karl Amadeus Hartmann und umfasst die Zeitspanne von 1931 bis 1945, also genau die Jahre, die Hartmanns Lebensweg wie auch seine Musiksprache so entscheidend geprägt haben. Der Briefwechsel schildert intensiv und schonungslos, wie es einem jungen, den Verführungen des Nazi-Regimes widerstehenden und in vielfältiger Weise Widerstand leistenden Künstler in dieser Zeit ergangen ist. Eine Besichtigung der Dauerausstellung und der Sonderausstellung ist nach Voranmeldung von Dienstag bis Donnerstag (10.00-12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr) möglich.

 

Kontakt:

Karl-Amadeus-Hartmann-Gesellschaft e. V.
Franz-Joseph-Str. 20
D-80801 München

Tel: +49 (0)89 34 79 67

Fax: +49 (0) 3212 1357 315

Email: info@hartmann-gesellschaft.de

Tagesordnungspunkte der Mitgliederversammlung 2011

Tagesordnung:

Ordentliche Mitgliederversammlung 2011

Am 09.12.2011, 16.30 Uhr 

  1. Begrüßung
  2. Bericht des Vorstands zur Lage der Gesellschaft
  3. Bericht des Schatzmeisters über das Geschäftsjahr 2010
  4. Bericht des Rechnungsprüfers über das Geschäftsjahr 2009
  5. Entlastung des Vorstands
  6. Wahl des Rechnungsprüfers für 2010
  7. Kurzer Rückblick über die Aktivitäten der Gesellschaft 2011
  8. „Karl-Amadeus-Hartmann-Jahr 2013“
  9. Sonstiges (z.B. auch Anliegen, Vorschläge der Mitglieder, offene Diskussion)

Etwaige Änderungen bzw. Ergänzungen behält sich der Vorstand vor.

Andreas Hérm Baumgartner
Geschäftsführer der Karl-Amadeus-Hartmann-Gesellschaft e.V.

Schirmherrschaft von Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch über das Hartmann-Jahr 2013

Es ist uns gelungen, Herrn Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch für die Schirmherrschaft über das Karl-Amadeus-Hartmann-Jahr 2013 gewinnen!

Auch über dieses Medium möchten wir unseren herzlichen Dank ausdrücken. Das ist ein ganz wichtiges Signal des Freistaates Bayern, das die Bedeutung des Komponisten auch in Bayern ausdrückt.

Mit Unterstützung des Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst versucht die Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft e.V. die Initiierung und Koordinierung vielfältigster Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen etc.. Des Weiteren sollen erstmalig auch wissenschaftliche Arbeiten zu bestimmten Themata aus Hartmanns Werk vergeben werden.

Karl-Amadeus-Hartmann-Jahr 2013

Im Jahr 2013 begeht die Musikwelt den 50. Todestag Karl Amadeus Hartmanns.

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat sich deshalb entschlossen, ein „Karl-Amadeus-Hartmann-Jahr 2013“ auszurufen.

Die Schirmherrschaft wird Herr Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch übernehmen.

Die Karl-Amadeus-Hartmann-Gesellschaft e.V. tritt dabei als Initiator, Schnittstelle, Impulsgeber, Veranstalter und als Organisator auf.

Künstlerischer Leiter des Festivals ist der Dirigent Andreas Hérm Baumgartner.