(P: Alassio), Mittwoch (Karte): KAH in München (W: 8)

Mein lieber Karl!
Bin gut angekommen. Die Reise verlief ganz gut, besser als ich gedacht habe. Mir geht es auch besser. Natürlich waren wir alle sehr müde. Bis Mailand waren wir allein im Abteil, konnten also lang liegen, ab Genua waren wir wieder allein. Ich habe ein Hotel gefunden, das mir in allem gefällt. M. Adr. ist: Alassio, Hotel Viktoria. Hier ist heller Sonnenschein u. sehr schön warm. Morgen schreibe ich einen ausführlichen Brief. Bleibe nur Du mir gesund u. wohlauf, ich denke so viel an Dich!
Für heute sei innigst geküßt von Deiner treuen Elisabeth.

(P: Alassio), Mittwoch (Karte): KAH in München (W: 8)

Mein lieber Karl!
Bin gut angekommen. Die Reise verlief ganz gut, besser als ich gedacht habe. Mir geht es auch besser. Natürlich waren wir alle sehr müde. Bis Mailand waren wir allein im Abteil, konnten also lang liegen, ab Genua waren wir wieder allein. Ich habe ein Hotel gefunden, das mir in allem gefällt. M. Adr. ist: Alassio, Hotel Viktoria. Hier ist heller Sonnenschein u. sehr schön warm. Morgen schreibe ich einen ausführlichen Brief. Bleibe nur Du mir gesund u. wohlauf, ich denke so viel an Dich!
Für heute sei innigst geküßt von Deiner treuen Elisabeth.

  • Date
  • 28 Apr 1937

Winterthur, Montag (Brief): E.H. in München

3. Brief (4. Post)
Winterthur, den 20. März 1939.

Liebe Elisabeth, mein lieber Bub.
Wie geht es Euch wohl. Hoffentlich so gut und glänzend wie mir. Ich fühle mich immer so glücklich und frisch!
Ich habe Hermann Albers getroffen. Er entschuldigte sich dass er nicht geschrieben hatte. Frug nach meinem concert [Streicherconcert]. Ich möchte zu Reinhart gehen, denselben zu begrüssen und ihn zu bitten ob er nicht die Güte hätte meine Partitur des Streichorchesters anzuschauen. Das sind demütigungen, obwohl Scherchen weiss dass er nichts versteht…
Ich frug ihn, hörten sie nichts von Haba, da antwortet er mir: ich stehe mit Haba schon länger nicht mehr in Verbindung. Sonst nichts…
Ich erzählte ihm dass ich unbedingt Geld verdienen muss, da sagte er mir, haben sie Aufführungen gehabt, auch nicht das Quartett, nein – erwiderte ich, dann fing er gleich das Thema abschneident [sic] etwas anderes an, und kritisierte sehr scharf Berg…
Ich sagte (ihm ebenfalls das Thema abschneidend) was er mit der Oper beabsichtige. Was er mit Brüssel in Aussicht hat. Ja, meint er, das geht nicht, aber vielleicht wo anders, ja meinte ich dann nur in Winterthur selbst, wo sein eigenes Orchester ist, das ist unmöglich, und plötzlich verabschiedete er sich… Gut! Da beginne ich ebenfalls wieder, wenn ich ihn wieder treffe. Scherchen legt sein Hauptgewicht bei mir auf das Streicherconcert. (Ja das tut nicht weh.) Ich werde Zürich natürlich nicht fallen lassen, im gegenteil. Das züricher Stadttheater führen den „Bürger als Edelmann“ von Moliere – Strauss im kleinen Schauspielhaus auf. Gut, das ist vielleicht für mich wichtig.
Nebenbei wird dieses Jahr in Florenz ein Hindemith aufgeführt (während der Festspiele). Warum nicht Hartmann in Venedig? Hat Dallapiccola schon geschrieben? Nun habe ich zwei Verlage: Obrecht und Rascher beide in Zürich. Darüber schreibe ich, wenn ich etwas weiss.
Ich schreibe Dir wieder wenn ich etwas weiss. Meine lieben Beide, bleibt gesund (Pillen). Ich grüße Euch und ich bleibe stets Euer Freund Kamerad und Geliebter treuer und nie vergessener Karl.
Grüsse bitte alle lieben Angehörigen.

Winterthur, Montag (Brief): E.H. in München

3. Brief (4. Post)
Winterthur, den 20. März 1939.

Liebe Elisabeth, mein lieber Bub.
Wie geht es Euch wohl. Hoffentlich so gut und glänzend wie mir. Ich fühle mich immer so glücklich und frisch!
Ich habe Hermann Albers getroffen. Er entschuldigte sich dass er nicht geschrieben hatte. Frug nach meinem concert [Streicherconcert]. Ich möchte zu Reinhart gehen, denselben zu begrüssen und ihn zu bitten ob er nicht die Güte hätte meine Partitur des Streichorchesters anzuschauen. Das sind demütigungen, obwohl Scherchen weiss dass er nichts versteht…
Ich frug ihn, hörten sie nichts von Haba, da antwortet er mir: ich stehe mit Haba schon länger nicht mehr in Verbindung. Sonst nichts…
Ich erzählte ihm dass ich unbedingt Geld verdienen muss, da sagte er mir, haben sie Aufführungen gehabt, auch nicht das Quartett, nein – erwiderte ich, dann fing er gleich das Thema abschneident [sic] etwas anderes an, und kritisierte sehr scharf Berg…
Ich sagte (ihm ebenfalls das Thema abschneidend) was er mit der Oper beabsichtige. Was er mit Brüssel in Aussicht hat. Ja, meint er, das geht nicht, aber vielleicht wo anders, ja meinte ich dann nur in Winterthur selbst, wo sein eigenes Orchester ist, das ist unmöglich, und plötzlich verabschiedete er sich… Gut! Da beginne ich ebenfalls wieder, wenn ich ihn wieder treffe. Scherchen legt sein Hauptgewicht bei mir auf das Streicherconcert. (Ja das tut nicht weh.) Ich werde Zürich natürlich nicht fallen lassen, im gegenteil. Das züricher Stadttheater führen den „Bürger als Edelmann“ von Moliere – Strauss im kleinen Schauspielhaus auf. Gut, das ist vielleicht für mich wichtig.
Nebenbei wird dieses Jahr in Florenz ein Hindemith aufgeführt (während der Festspiele). Warum nicht Hartmann in Venedig? Hat Dallapiccola schon geschrieben? Nun habe ich zwei Verlage: Obrecht und Rascher beide in Zürich. Darüber schreibe ich, wenn ich etwas weiss.
Ich schreibe Dir wieder wenn ich etwas weiss. Meine lieben Beide, bleibt gesund (Pillen). Ich grüße Euch und ich bleibe stets Euer Freund Kamerad und Geliebter treuer und nie vergessener Karl.
Grüsse bitte alle lieben Angehörigen.

  • Date
  • 20 Mar 1939

(P: Winterthur), Montag (Karte): E.H. in München (Wilhelmstraße 8/ III / r.)

Vielen Dank für Eure 2 Briefe und 2 Karten liebe Elisabeth und mein lieber Richard.
Ich würde gern etwas arbeiten mit meiner Geige. Vielleicht ist es Dir möglich mir dieselbe zu schicken. Bormanns kommen nicht nach Junkersdorf, in München habe ich auch keine Lust. Warum geht es bei Lettenbauer nicht. Was ist der Grund! Leider wird das Konzert von Mahler „Lied von der Erde“ erst am 5. April gegeben – da die Sängerin krank ist. Die Hauptsache wird verschoben. Ich fahre Mittwoch mittag nach Basel.
Nehmt meine Grüße und meine innigsten Wünsche und bleibt gesund, Du meine Liebe und der kleine liebe Richard
Grüße bitte Deine lieben Angehörigen (grüße auch mal Resi) und sage doch Adolf er soll uns keine Sorge machen, er möchte doch Fabers schreiben. Herr Sutér geht es schlecht – er wird wahrscheinlich sterben. Immer Dein Kl
Schicke mir noch ein Inhaltsverzeichnis und das 1. Kapitels von Nyinsky.
Pillen nehmen

(P: Winterthur), Montag (Karte): E.H. in München (Wilhelmstraße 8/ III / r.)

Vielen Dank für Eure 2 Briefe und 2 Karten liebe Elisabeth und mein lieber Richard.
Ich würde gern etwas arbeiten mit meiner Geige. Vielleicht ist es Dir möglich mir dieselbe zu schicken. Bormanns kommen nicht nach Junkersdorf, in München habe ich auch keine Lust. Warum geht es bei Lettenbauer nicht. Was ist der Grund! Leider wird das Konzert von Mahler „Lied von der Erde“ erst am 5. April gegeben – da die Sängerin krank ist. Die Hauptsache wird verschoben. Ich fahre Mittwoch mittag nach Basel.
Nehmt meine Grüße und meine innigsten Wünsche und bleibt gesund, Du meine Liebe und der kleine liebe Richard
Grüße bitte Deine lieben Angehörigen (grüße auch mal Resi) und sage doch Adolf er soll uns keine Sorge machen, er möchte doch Fabers schreiben. Herr Sutér geht es schlecht – er wird wahrscheinlich sterben. Immer Dein Kl
Schicke mir noch ein Inhaltsverzeichnis und das 1. Kapitels von Nyinsky.
Pillen nehmen

  • Date
  • 20 Mar 1939

Bern, Donnerstag (Brief): E.H. in München

2. Brief.
zur Zeit in Bern, den 16. März 1939.

Liebe, liebe Elisabeth, und mein lieber Richard!
Wie geht es Euch? Ich habe viel dieser Tage an Euch gedacht. Oft waren meine Gedanken bei Euch. Und plötzlich hatte ich viel Zeitlang nach Euch bekommen. Gerne hättest Du Dich sicherlich bei mir ausgesprochen. Ja, ich dachte es mir gleich. Ich habe mich nicht mit Musik befasst, noch sah ich Scherchen oder ein anderes musikalisches Individuum. Nichts –
Ich bitte Dich schicke mir doch die Adressen von Rascher, Osborn und Redlich. Ich werde mal bzw. sofort schreiben.
Ob Du es glaubst oder nicht, jetzt schreibe ich etwas über Musiker. Nun ja das Interesse kommt immer mit der Zeit erst. Jede Krankheit verlangt zeit. Auf dem Programm des I.G.N.M. stehen Vogel, Osterc, Larsson, Dallapiccola, Webern, Riisager (der grosse Held, eigentlich war ja oder ist ja jeder ein Held von den ebengenannten) und dann noch vier Tschechen. Das Programm ist nicht besonders interes[s]ant, manches würde mich natürlich interes[s]ieren, aber – und jetzt erst recht mit diesen Schwierigkeiten. Danke.
Heute gehe ich noch zu Lertz, wegen im Rundfunk zu dirigieren. Hoffentlich habe ich Glück – obwohl mir ja alles gleich ist. Den Herrn Bonnant brauchst Du nicht anzurufen, auch laden wir ihn nicht mehr ein. An Herrn Ansermet schreibe ich heute er möchte mir meine Partitur „Symphonisches Fragment“ wieder zurück senden. Denn der macht ja doch nichts. Wenn Du Schmitt-Garree siehst, sei kurz, lass den dummen Menschen in Ruh, und gib ihm die Ruh. Gib bitte Adolf den beiliegenden Brief. Sonst weiss ich noch nicht viel neues.
Liebe, liebste Elisabeth und du lieber lieber Richard seid alle zwei herzlichst und inniglich geküsst ich bleibe immer Euer Freund und Kamerad Krl
Grüßt bitte Eure Lieben zu hause und sagt Ihnen meine besten Wünsche euer Kl.

Bern, Donnerstag (Brief): E.H. in München

2. Brief.
zur Zeit in Bern, den 16. März 1939.

Liebe, liebe Elisabeth, und mein lieber Richard!
Wie geht es Euch? Ich habe viel dieser Tage an Euch gedacht. Oft waren meine Gedanken bei Euch. Und plötzlich hatte ich viel Zeitlang nach Euch bekommen. Gerne hättest Du Dich sicherlich bei mir ausgesprochen. Ja, ich dachte es mir gleich. Ich habe mich nicht mit Musik befasst, noch sah ich Scherchen oder ein anderes musikalisches Individuum. Nichts –
Ich bitte Dich schicke mir doch die Adressen von Rascher, Osborn und Redlich. Ich werde mal bzw. sofort schreiben.
Ob Du es glaubst oder nicht, jetzt schreibe ich etwas über Musiker. Nun ja das Interesse kommt immer mit der Zeit erst. Jede Krankheit verlangt zeit. Auf dem Programm des I.G.N.M. stehen Vogel, Osterc, Larsson, Dallapiccola, Webern, Riisager (der grosse Held, eigentlich war ja oder ist ja jeder ein Held von den ebengenannten) und dann noch vier Tschechen. Das Programm ist nicht besonders interes[s]ant, manches würde mich natürlich interes[s]ieren, aber – und jetzt erst recht mit diesen Schwierigkeiten. Danke.
Heute gehe ich noch zu Lertz, wegen im Rundfunk zu dirigieren. Hoffentlich habe ich Glück – obwohl mir ja alles gleich ist. Den Herrn Bonnant brauchst Du nicht anzurufen, auch laden wir ihn nicht mehr ein. An Herrn Ansermet schreibe ich heute er möchte mir meine Partitur „Symphonisches Fragment“ wieder zurück senden. Denn der macht ja doch nichts. Wenn Du Schmitt-Garree siehst, sei kurz, lass den dummen Menschen in Ruh, und gib ihm die Ruh. Gib bitte Adolf den beiliegenden Brief. Sonst weiss ich noch nicht viel neues.
Liebe, liebste Elisabeth und du lieber lieber Richard seid alle zwei herzlichst und inniglich geküsst ich bleibe immer Euer Freund und Kamerad Krl
Grüßt bitte Eure Lieben zu hause und sagt Ihnen meine besten Wünsche euer Kl.

  • Date
  • 16 Mar 1939

Winterthur, Sonntag (Brief, von KAH falsche Jahresangabe): E.H. in München

1. Post.
Winterthur 13. März 1938
Liebe Elisabeth!
Ich kam gut an. Auch wurde ich überall herzlichst empfangen. Nur schade, daß Richardl so spät kam – nicht mal richtig verabschiedet haben wir uns – aber er hat doch eine gute Stimme: denn Papa haben wir vom Bahnsteig doch her zum Zug gehört.
Ich hätte doch meine Geige mitnehmen sollen. Sehr schade! Dann hätte ich arbeiten können. Das nächste mal nehme ich dieselbe mit. Zoll muß ich nicht entrichten. Bitte erledige Du oder Adolf die Angelegenheit mit der Geige. Wenn es geht bald. Sonst komme ich nicht zum arbeiten.
Mein Freund, hier erzählte mir er hat wieder nachricht bekommen von den Fabers. Sie sind außerordentlich lieb. Aber Fabers möchten vom Adolf wissen, ob er die Sendung erhalten hat. Die Fabers sind beunruhigt ob Adolf dieselbe bekommen hat. Nun ja 1. es gehört sich, daß man sich bedankt 2. es gehört sich, daß man eine Briefsendung (die Ankunft) bestätigt. Sag es Adolf − aber sehr eindringlich. Frage oder sage ihm ob er geschrieben hat. Er wird ja sagen (ein notorischer Lügner) aber bitte sage ihm, er muß schreiben – nur „danke schön“ sagen. Die wirklich anständigen Leute, darf man doch nicht verschnupfen. Ich schreibe dies nur Dir (kannst den Abschnitt schon Adolf lesen lassen) aber ich schreibe dies nur Dir weil Du ihn jeden Tag drängen kannst. Ich weiß es, Du tust es ja, wenn ich Dich bitte. Er kann auch ruhig öfters schreiben an die lieben Freunde (es kostet nur 25 Pfennig! Zeit hat er! Lasse ihn das lesen: er soll uns keine Sorge machen.
Meine Liebe bitte erledige es. Ich weiß, daß Du alles gründlich machst. Nächste Woche gehe ich in Zürich zu einem Verlag (der größte Schweizer) wegen Nijinsky. ich habe Beziehungen. Darüber schreibe ich Dir dann sehr ausführlich. Darüber werde ich nicht ruhen.
Scherchen habe ich noch nicht gesehen aber einen Artikel habe ich gelesen, den er geschrieben hat über „Englische Musik“ – so Arschleckerisch zum Kotzen. Ich bringe denselben mit. Er ist und bleibt ein Schwein.
Zum Schluße küße ich Dich und den lieben lieben Buben!! Bitte grüße Deine lieben Eltern. Sage beiden meine Grüße. Lasse Adolf auch grüßen. Ich bleibe immer Dein „böser“ aber doch lieber Mann Krl.
Medicin nicht vergessen!

Winterthur, Sonntag (Brief, von KAH falsche Jahresangabe): E.H. in München

1. Post.
Winterthur 13. März 1938
Liebe Elisabeth!
Ich kam gut an. Auch wurde ich überall herzlichst empfangen. Nur schade, daß Richardl so spät kam – nicht mal richtig verabschiedet haben wir uns – aber er hat doch eine gute Stimme: denn Papa haben wir vom Bahnsteig doch her zum Zug gehört.
Ich hätte doch meine Geige mitnehmen sollen. Sehr schade! Dann hätte ich arbeiten können. Das nächste mal nehme ich dieselbe mit. Zoll muß ich nicht entrichten. Bitte erledige Du oder Adolf die Angelegenheit mit der Geige. Wenn es geht bald. Sonst komme ich nicht zum arbeiten.
Mein Freund, hier erzählte mir er hat wieder nachricht bekommen von den Fabers. Sie sind außerordentlich lieb. Aber Fabers möchten vom Adolf wissen, ob er die Sendung erhalten hat. Die Fabers sind beunruhigt ob Adolf dieselbe bekommen hat. Nun ja 1. es gehört sich, daß man sich bedankt 2. es gehört sich, daß man eine Briefsendung (die Ankunft) bestätigt. Sag es Adolf − aber sehr eindringlich. Frage oder sage ihm ob er geschrieben hat. Er wird ja sagen (ein notorischer Lügner) aber bitte sage ihm, er muß schreiben – nur „danke schön“ sagen. Die wirklich anständigen Leute, darf man doch nicht verschnupfen. Ich schreibe dies nur Dir (kannst den Abschnitt schon Adolf lesen lassen) aber ich schreibe dies nur Dir weil Du ihn jeden Tag drängen kannst. Ich weiß es, Du tust es ja, wenn ich Dich bitte. Er kann auch ruhig öfters schreiben an die lieben Freunde (es kostet nur 25 Pfennig! Zeit hat er! Lasse ihn das lesen: er soll uns keine Sorge machen.
Meine Liebe bitte erledige es. Ich weiß, daß Du alles gründlich machst. Nächste Woche gehe ich in Zürich zu einem Verlag (der größte Schweizer) wegen Nijinsky. ich habe Beziehungen. Darüber schreibe ich Dir dann sehr ausführlich. Darüber werde ich nicht ruhen.
Scherchen habe ich noch nicht gesehen aber einen Artikel habe ich gelesen, den er geschrieben hat über „Englische Musik“ – so Arschleckerisch zum Kotzen. Ich bringe denselben mit. Er ist und bleibt ein Schwein.
Zum Schluße küße ich Dich und den lieben lieben Buben!! Bitte grüße Deine lieben Eltern. Sage beiden meine Grüße. Lasse Adolf auch grüßen. Ich bleibe immer Dein „böser“ aber doch lieber Mann Krl.
Medicin nicht vergessen!

  • Date
  • 13 Mar 1939

(P: Winterthur), Samstag (Karte): E.H. in München (W: 8)

mein Lieb.
Wie freue ich mich auf den Dienstag. Nicht viel Gepäck mitnehmen. Einen Mantel (Pelzmantel) – Ein Kleid für die Fahrt. Eines für die Strasse. Eines für das Konzert. Am Mittwoch vormittag haben wir zeit für Winterthur und sonstige Geschäftliche Arbeiten*. – um 1 h mittag ist Generalprobe dann haben wir von von 4 h – 8 h Zeit für uns – am Donnerstag fahren wir nach Zürich, abends ist Konzert (Pro arte-Quartett) (das beste Quartett) da muß ich hin – wegen mein[em] Quartett, um 11¼ h fahren wir nach Winterthur – und Freitag geht es in die Heimat. Ich freue mich sehr und bleibe Dein Krl.
* (Besuche)
Mein Miserae ist für London – Rundfunk, und Brüssel bestimmt.
!Haare richten!

(P: Winterthur), Samstag (Karte): E.H. in München (W: 8)

mein Lieb.
Wie freue ich mich auf den Dienstag. Nicht viel Gepäck mitnehmen. Einen Mantel (Pelzmantel) – Ein Kleid für die Fahrt. Eines für die Strasse. Eines für das Konzert. Am Mittwoch vormittag haben wir zeit für Winterthur und sonstige Geschäftliche Arbeiten*. – um 1 h mittag ist Generalprobe dann haben wir von von 4 h – 8 h Zeit für uns – am Donnerstag fahren wir nach Zürich, abends ist Konzert (Pro arte-Quartett) (das beste Quartett) da muß ich hin – wegen mein[em] Quartett, um 11¼ h fahren wir nach Winterthur – und Freitag geht es in die Heimat. Ich freue mich sehr und bleibe Dein Krl.
* (Besuche)
Mein Miserae ist für London – Rundfunk, und Brüssel bestimmt.
!Haare richten!

  • Date
  • 25 Oct 1936

(P: Winterthur), Samstag (Karte): E.H. in München (Wilhelmstr. 8/III)

Liebe Elisabeth
Du fährst am Dienstag mittag 1½ h (glaube ich) ab nach Winterthur. Karte bis Zürich nehmen. (Bubi nimmt Tante Maga – am Dienstag –) An der Bahn wirst Du abgeholt! Unbedingt Dienstag abend in Winterthur und Freitag mittag um 3 h bist Du in München. 10 M habe ich noch (in Reichsmark) die nehmen wir nach München mit. aber ich wechsle in 17 Fr. – Wenn nicht, ist auch wurst. Komme!!! Bist Du Montag um ½ 2 – 2 in der Königinstr.
Auf Wiedersehn Dein treuer Krl. –
Kommt Adolf auch?

(P: Winterthur), Samstag (Karte): E.H. in München (Wilhelmstr. 8/III)

Liebe Elisabeth
Du fährst am Dienstag mittag 1½ h (glaube ich) ab nach Winterthur. Karte bis Zürich nehmen. (Bubi nimmt Tante Maga – am Dienstag –) An der Bahn wirst Du abgeholt! Unbedingt Dienstag abend in Winterthur und Freitag mittag um 3 h bist Du in München. 10 M habe ich noch (in Reichsmark) die nehmen wir nach München mit. aber ich wechsle in 17 Fr. – Wenn nicht, ist auch wurst. Komme!!! Bist Du Montag um ½ 2 – 2 in der Königinstr.
Auf Wiedersehn Dein treuer Krl. –
Kommt Adolf auch?

  • Date
  • 24 Oct 1936

Winterthur, Montag (Brief) E.H. in München

Winterthur, 19. Okt. 1936.
Meine beste Elisabeth! Liebe Kameradin!
Endlich komme ich dazu, Dir etwas genauer zu schreiben. Am Samstag war Krěnek –
Dr. Reich – Dubs (Zürich) da. Es war hochbetrieb. Die Tage vorher waren sehr anstrengend. Von Krěnek wurde „Karl V. gegeben – klanglich sehr schön – ohne jedes festes Melos. Ich mußte im Orchester – Glocken schlagen. Ich habe mit Krěnek gesprochen wegen Chorwettbewerb. Es war sehr zurückhaltend. – Er muß etwas Neid haben – da ich immer bei Scherchen war. Dr. Reich war sehr nett; – und Dubs – habe ich nicht viel gesprochen (ein richtiger Schweizer). Prof. Frey mit Frau kam von Zürich herüber. Ich habe mich bedankt für die Aufführung meines Quartettes. Was, – ein sehr schönes Programm das ganze Jahr über. Heute Montag ist es wieder ruhiger. Aber Scherchen hat einen kranken Fuß –. Fürchterlich geschwollen – und ganz Blutunterlaufen am Rist. Gestern (Sonntag) und heute liegt er zu Bett. Hoffentlich wird es bald besser. Er hält sich gar nicht. Immer eine Tücke des Schicksals. Heute schrieb ich an Osterc. Scherchen schrieb auch ein paar Zeilen an meinen Brief. Osterc sollte mit allen Mitteln versuchen, daß er mein Stück durchsetzen sollte u.s.w. – eine schöne Ovation für mich. Also – die Angelegenheit Baden-Baden ist von meiner Seite aus erledigt. Paris so ziemlich auch, nur werde ich noch an Gerhard (Barcelona) und Clark (London), schreiben – das mache ich bevor ich wegfahre. Die Angelegenheit „Simpl“ ist sehr schlimm. Mit dem Corso-Theater-Zürich glaube ich nicht daran. Scherchen hofft! Aber ich weiß nicht – es ist fürchterlich schwer – Scherchens Verlag hat 8 Briefe bekommen – Budapest = Jemnitz – dann Mannheim = Redlich, dann London = Buß und Wien = Reich, Paris = da habe ich den Namen vergessen, die alle begeistert sind und mit vollster Anerkennung über „Simpl“ geschrieben haben. Großartige Briefe – überall Bewunderung – Dr. Kreitner hat Scherchen erzählt wie schön der „Simpl“ wäre – aber es ist schwer an ein Theater zu kommen. Scherchen bemüht sich ehrlich darum. Aber es kommt schon. Nur Geduld. Betreff des Chorwerks habe ich mit Krěnek gesprochen – wenn ich [es] eingeschickt habe so schreibe ich an Reich = und Redlich. Gustl Scherchen werde ich von München aus schreiben. Finkes Concertinos für 2 Klaviere gib Weiler –
Nun zum Schluß das wichtigste: –
Ich erwarte Dich am 28. Okt [in Winterthur]. Du fährst am 28. Okt. morgens 812 in München ab. Um ½ 4 h erwartet Dich Sepp, da ich Probe (Generalprobe) habe. Am 29. Okt. Fahren wir beide nach Zürich – und am 30. Okt. (Freitag) fährst Du morgens nach München und bist um 3 h in München. Wegen Geld – Das Fahrgeld weißt Du ja – (wenn Du nicht so viel hast, rufe Hagen an. Solltest Du 10 M mitnehmen – so kein Deutsches Geld – hat gar keinen Zweck nur Schweizer Franken, laß es gleich wechseln. Es gibt keine Widerrede – du mußt unbedingt kommen – wer weiß ob wir noch nach Paris kommen – man kann nichts sagen. Auf alle Fälle kommst Du – unsern kleinen Richard nimmt Tante Maga – oder Frau Rechtsanwalt Dr. –
Meine liebste und beste Elisabeth!
Ich freue mich, wenn wir beisammen sind – es wird schön, doch mir graust es nach hause [zu] fahren – bei Deinen Eltern wieder zu sein – mich ekelts vor dieser Zeit. Komm – komm – komm – komm komm zu mir meine Liebste!!
ich freue mich auf Dein Wiedersehn! Hoffentlich wird meine Hoffnung kein Traum.
Stets bleibe ich Dein aufrichtiger und treuer Karl. Nimm einen festen Kuss von mir.

Winterthur, Montag (Brief) E.H. in München

Winterthur, 19. Okt. 1936.
Meine beste Elisabeth! Liebe Kameradin!
Endlich komme ich dazu, Dir etwas genauer zu schreiben. Am Samstag war Krěnek –
Dr. Reich – Dubs (Zürich) da. Es war hochbetrieb. Die Tage vorher waren sehr anstrengend. Von Krěnek wurde „Karl V. gegeben – klanglich sehr schön – ohne jedes festes Melos. Ich mußte im Orchester – Glocken schlagen. Ich habe mit Krěnek gesprochen wegen Chorwettbewerb. Es war sehr zurückhaltend. – Er muß etwas Neid haben – da ich immer bei Scherchen war. Dr. Reich war sehr nett; – und Dubs – habe ich nicht viel gesprochen (ein richtiger Schweizer). Prof. Frey mit Frau kam von Zürich herüber. Ich habe mich bedankt für die Aufführung meines Quartettes. Was, – ein sehr schönes Programm das ganze Jahr über. Heute Montag ist es wieder ruhiger. Aber Scherchen hat einen kranken Fuß –. Fürchterlich geschwollen – und ganz Blutunterlaufen am Rist. Gestern (Sonntag) und heute liegt er zu Bett. Hoffentlich wird es bald besser. Er hält sich gar nicht. Immer eine Tücke des Schicksals. Heute schrieb ich an Osterc. Scherchen schrieb auch ein paar Zeilen an meinen Brief. Osterc sollte mit allen Mitteln versuchen, daß er mein Stück durchsetzen sollte u.s.w. – eine schöne Ovation für mich. Also – die Angelegenheit Baden-Baden ist von meiner Seite aus erledigt. Paris so ziemlich auch, nur werde ich noch an Gerhard (Barcelona) und Clark (London), schreiben – das mache ich bevor ich wegfahre. Die Angelegenheit „Simpl“ ist sehr schlimm. Mit dem Corso-Theater-Zürich glaube ich nicht daran. Scherchen hofft! Aber ich weiß nicht – es ist fürchterlich schwer – Scherchens Verlag hat 8 Briefe bekommen – Budapest = Jemnitz – dann Mannheim = Redlich, dann London = Buß und Wien = Reich, Paris = da habe ich den Namen vergessen, die alle begeistert sind und mit vollster Anerkennung über „Simpl“ geschrieben haben. Großartige Briefe – überall Bewunderung – Dr. Kreitner hat Scherchen erzählt wie schön der „Simpl“ wäre – aber es ist schwer an ein Theater zu kommen. Scherchen bemüht sich ehrlich darum. Aber es kommt schon. Nur Geduld. Betreff des Chorwerks habe ich mit Krěnek gesprochen – wenn ich [es] eingeschickt habe so schreibe ich an Reich = und Redlich. Gustl Scherchen werde ich von München aus schreiben. Finkes Concertinos für 2 Klaviere gib Weiler –
Nun zum Schluß das wichtigste: –
Ich erwarte Dich am 28. Okt [in Winterthur]. Du fährst am 28. Okt. morgens 812 in München ab. Um ½ 4 h erwartet Dich Sepp, da ich Probe (Generalprobe) habe. Am 29. Okt. Fahren wir beide nach Zürich – und am 30. Okt. (Freitag) fährst Du morgens nach München und bist um 3 h in München. Wegen Geld – Das Fahrgeld weißt Du ja – (wenn Du nicht so viel hast, rufe Hagen an. Solltest Du 10 M mitnehmen – so kein Deutsches Geld – hat gar keinen Zweck nur Schweizer Franken, laß es gleich wechseln. Es gibt keine Widerrede – du mußt unbedingt kommen – wer weiß ob wir noch nach Paris kommen – man kann nichts sagen. Auf alle Fälle kommst Du – unsern kleinen Richard nimmt Tante Maga – oder Frau Rechtsanwalt Dr. –
Meine liebste und beste Elisabeth!
Ich freue mich, wenn wir beisammen sind – es wird schön, doch mir graust es nach hause [zu] fahren – bei Deinen Eltern wieder zu sein – mich ekelts vor dieser Zeit. Komm – komm – komm – komm komm zu mir meine Liebste!!
ich freue mich auf Dein Wiedersehn! Hoffentlich wird meine Hoffnung kein Traum.
Stets bleibe ich Dein aufrichtiger und treuer Karl. Nimm einen festen Kuss von mir.

  • Date
  • 19 Oct 1936

(P: Winterthur), Samstag (Karte): E.H. in München (K: 31)

Meine liebe Elisabeth
ich werde Dir bald einen großen Brief senden – jetzt kann ich nicht – Krěnek kam gestern – abends mußte ich nach Zürich zu einem Konzert für Scherchen (Scherchen vertreten –)
Mein Lieb, so bald ich etwas Zeit habe schreibe ich Dir länger
Grüße bitte Deine Eltern. Was macht unser Bubi? Bleibe mir nur gesund und ich bleibe stets Dein Karl.

(P: Winterthur), Samstag (Karte): E.H. in München (K: 31)

Meine liebe Elisabeth
ich werde Dir bald einen großen Brief senden – jetzt kann ich nicht – Krěnek kam gestern – abends mußte ich nach Zürich zu einem Konzert für Scherchen (Scherchen vertreten –)
Mein Lieb, so bald ich etwas Zeit habe schreibe ich Dir länger
Grüße bitte Deine Eltern. Was macht unser Bubi? Bleibe mir nur gesund und ich bleibe stets Dein Karl.

  • Date
  • 17 Oct 1936

(P: Winterthur), Mittwoch/Donnerstag (Karte): E.H. in München (K: 31)

Hast Du, meine liebe Elisabeth, meine Post immer erhalten, auch den letzten Brief. In den letzten Tagen war es sehr ruhig. Am Donnerstag oder Freitag vormittag bin ich bei Reinhard bestellt. Auch in den nächsten Tagen fahr ich nach Zürich, und verhandle mit Scherchen und Herrn Curjell (Direktor des großen Züricher Corso-Theater) wegen des „Simpls“. Meine liebe Elisabeth, wie geht es Dir – was gibt es zuhause neues? Heute Donnerstag habe ich wieder einen schweren Tag mit Scherchen.
Grüße bitte Deine lieben Eltern herzlichst. Was macht die neue Wohnung. Ich sende Dir, mein Lieb, die besten Grüße und die besten Wünsche für Dich und unsern Bubi, ich bleibe Dein Karl.
Deine Post habe ich erhalten sobald ich Zeit habe schreibe ich alle Fragen. Grüße von Scherchen. Ich erwarte Dich bestimmt am 28. hier. darüber schreibe ich noch!!! Schicke kein G. mehr.

(P: Winterthur), Mittwoch/Donnerstag (Karte): E.H. in München (K: 31)

Hast Du, meine liebe Elisabeth, meine Post immer erhalten, auch den letzten Brief. In den letzten Tagen war es sehr ruhig. Am Donnerstag oder Freitag vormittag bin ich bei Reinhard bestellt. Auch in den nächsten Tagen fahr ich nach Zürich, und verhandle mit Scherchen und Herrn Curjell (Direktor des großen Züricher Corso-Theater) wegen des „Simpls“. Meine liebe Elisabeth, wie geht es Dir – was gibt es zuhause neues? Heute Donnerstag habe ich wieder einen schweren Tag mit Scherchen.
Grüße bitte Deine lieben Eltern herzlichst. Was macht die neue Wohnung. Ich sende Dir, mein Lieb, die besten Grüße und die besten Wünsche für Dich und unsern Bubi, ich bleibe Dein Karl.
Deine Post habe ich erhalten sobald ich Zeit habe schreibe ich alle Fragen. Grüße von Scherchen. Ich erwarte Dich bestimmt am 28. hier. darüber schreibe ich noch!!! Schicke kein G. mehr.

  • Date
  • 15 Oct 1936