München, Mittwoch (Karte, auf der Vorderseite Photo von KAH): E.R. in Mittenwald (postlagernd)

Meine liebe Elisabeth!
Wie geht’s Euch beiden. Ruhe nur viel! und lege Dich in die Sonne. Ich habe gute Nachrichten aus Brüssel. Heute muß ich feste schreiben, Briefe und Noten. Morgen gehe ich zu Tutein.
Lebe wohl, grüße Vater herzlichst ich küsse Dich und bleibe Dein Karl.

München, Mittwoch (Karte, auf der Vorderseite Photo von KAH): E.R. in Mittenwald (postlagernd)

Meine liebe Elisabeth!
Wie geht’s Euch beiden. Ruhe nur viel! und lege Dich in die Sonne. Ich habe gute Nachrichten aus Brüssel. Heute muß ich feste schreiben, Briefe und Noten. Morgen gehe ich zu Tutein.
Lebe wohl, grüße Vater herzlichst ich küsse Dich und bleibe Dein Karl.

  • Date
  • 6 Sep 1933

(P: Zürich), Mittwoch (Karte): E.H. in München (W: 8)

mein Lieb
Endlich – jetzt kam ich in Zürich an – !!“
Mit [Hermann] Scherchen ging leider die Sache schneller aus. Er bestellte [mich] heute 8 h morgens – dann ließ er um 8 h in der Krone sagen mir sagen ich soll um 9 h kommen, ich kam um 9 h – er kann mich jetzt nicht empfangen, er sei „krank“. Nun ist es aus.
Mein Lieb immer Dein Krl.

(P: Zürich), Mittwoch (Karte): E.H. in München (W: 8)

mein Lieb
Endlich – jetzt kam ich in Zürich an – !!“
Mit [Hermann] Scherchen ging leider die Sache schneller aus. Er bestellte [mich] heute 8 h morgens – dann ließ er um 8 h in der Krone sagen mir sagen ich soll um 9 h kommen, ich kam um 9 h – er kann mich jetzt nicht empfangen, er sei „krank“. Nun ist es aus.
Mein Lieb immer Dein Krl.

  • Date
  • 26 Oct 1938

(P: fehlt) Junkersdorf (Karte) E.R. in München, (K: 23)

Mein Lieb.
Ich fahre am Dienstag ab, wenn [sic] ich abfahre und ankomme weiß ich noch nicht – ich werde viel erzählen! Am Mittwoch werde ich mich mit Herrn Staatskapellmeister Tutein in Verbindung bringen. Aus Brüssel habe ich gute Nachricht. Nun habe ich mich mit Bern (Schweiz) in Verbindung gesetzt. Scherchen arbeitet in Paris mit Marya Freund. Nun muß ich mal sehen, daß ich zu Scherchen nach Paris komme.
Mutter geht es besser. Was sie hatte werde ich erzählen. Sie hat sich richtig gefreut, daß ich gekommen bin. Adolf u. Dölze bleiben dort und ich fahre ab.
Ich rufe Dich gleich an am Mittwoch (vormittag 9 h) – so treffen wir uns bald – welche Freude.
Meine Liebste, sollte mein Concert in München nicht klappen – so beginne ich gleich was neues. Hoffentlich hast Du Dich gut erholt! Hoffentlich – grüße Vater vielmals. Nimm meine Grüße ich küsse Dich und bleibe Dein Karl.

(P: fehlt) Junkersdorf (Karte) E.R. in München, (K: 23)

Mein Lieb.
Ich fahre am Dienstag ab, wenn [sic] ich abfahre und ankomme weiß ich noch nicht – ich werde viel erzählen! Am Mittwoch werde ich mich mit Herrn Staatskapellmeister Tutein in Verbindung bringen. Aus Brüssel habe ich gute Nachricht. Nun habe ich mich mit Bern (Schweiz) in Verbindung gesetzt. Scherchen arbeitet in Paris mit Marya Freund. Nun muß ich mal sehen, daß ich zu Scherchen nach Paris komme.
Mutter geht es besser. Was sie hatte werde ich erzählen. Sie hat sich richtig gefreut, daß ich gekommen bin. Adolf u. Dölze bleiben dort und ich fahre ab.
Ich rufe Dich gleich an am Mittwoch (vormittag 9 h) – so treffen wir uns bald – welche Freude.
Meine Liebste, sollte mein Concert in München nicht klappen – so beginne ich gleich was neues. Hoffentlich hast Du Dich gut erholt! Hoffentlich – grüße Vater vielmals. Nimm meine Grüße ich küsse Dich und bleibe Dein Karl.

  • Jahr
  • Um den 3.09.1933

München, (Brief) KAH in Straßburg

Mein geliebter Karl!
Schwer ist es, dich noch einmal fünf Tage länger entbehren zu müssen, ich habe mich so sehr auf den Donnerstag gefreut. Doch glaube nicht, daß ich Dir böse bin. Nein, ich sehe vollständig ein, dass Du die Gelegenheit benutzen mußtest, in das Innere Frankreichs etwas hineinzukommen und ich bin ja so froh für Dich, wenn Du schönes zu sehen bekommst. Ich finde das reizend von Scherchen, daß er euch da eingeladen hat. Genieße nur, soviel Du kannst. Auch ist es gut, wenn Du mit den anderen noch etwas beisammen bleibst. Nur – natürlich war es eine kleine Enttäuschung im letzten Augenblick zu erfahren, daß Du 5 Tage später kommst. Doch Du hast vollständig recht. – Die Kritiker scheinen überall gleich zu sein. Doch mein Karl, laß Dich nicht beirren, geh Deinen Weg ruhig weiter, wie Du ihn jetzt angefangen hast und Du kommst zum Ziel. Bei den Künstlern hattest Du Erfolg und das ist die Hauptsache. Ich bin so fest überzeugt, daß Du etwas erreichen wirst, daß ich keine Minute daran zweifle. Ich fühle das genau. Hier in Deutschland wird es für Dich ein ruhiges, schönes Schaffen geben. Mein Karl, ich glaube es ist am besten Du fährst Montag 905 h in Str. ab und kommst 1726 h hier an. Bitte komme nicht später, wenn es möglich ist. Das wird der beste Zug sein. Hoffentlich passiert auf dem Ausflug nichts ich habe immer angst und hoffentlich erreicht Dich der Brief noch. Was ist übrigens mit Adolf? Ich habe keine Ahnung, ob er mit Dir fährt.
Nun mein Karl, ich freu mich auf den Montag, Du kannst Dir nicht vorstellen wie. Sei innigst geküßt u. umarmt, auf frohes Wiedersehen und ich bleibe immer Deine Dich heißliebende Elisabeth.
Ich bin ja gespannt, wie Du gesundheitlich dran bist.

München, (Brief) KAH in Straßburg

Mein geliebter Karl!
Schwer ist es, dich noch einmal fünf Tage länger entbehren zu müssen, ich habe mich so sehr auf den Donnerstag gefreut. Doch glaube nicht, daß ich Dir böse bin. Nein, ich sehe vollständig ein, dass Du die Gelegenheit benutzen mußtest, in das Innere Frankreichs etwas hineinzukommen und ich bin ja so froh für Dich, wenn Du schönes zu sehen bekommst. Ich finde das reizend von Scherchen, daß er euch da eingeladen hat. Genieße nur, soviel Du kannst. Auch ist es gut, wenn Du mit den anderen noch etwas beisammen bleibst. Nur – natürlich war es eine kleine Enttäuschung im letzten Augenblick zu erfahren, daß Du 5 Tage später kommst. Doch Du hast vollständig recht. – Die Kritiker scheinen überall gleich zu sein. Doch mein Karl, laß Dich nicht beirren, geh Deinen Weg ruhig weiter, wie Du ihn jetzt angefangen hast und Du kommst zum Ziel. Bei den Künstlern hattest Du Erfolg und das ist die Hauptsache. Ich bin so fest überzeugt, daß Du etwas erreichen wirst, daß ich keine Minute daran zweifle. Ich fühle das genau. Hier in Deutschland wird es für Dich ein ruhiges, schönes Schaffen geben. Mein Karl, ich glaube es ist am besten Du fährst Montag 905 h in Str. ab und kommst 1726 h hier an. Bitte komme nicht später, wenn es möglich ist. Das wird der beste Zug sein. Hoffentlich passiert auf dem Ausflug nichts ich habe immer angst und hoffentlich erreicht Dich der Brief noch. Was ist übrigens mit Adolf? Ich habe keine Ahnung, ob er mit Dir fährt.
Nun mein Karl, ich freu mich auf den Montag, Du kannst Dir nicht vorstellen wie. Sei innigst geküßt u. umarmt, auf frohes Wiedersehen und ich bleibe immer Deine Dich heißliebende Elisabeth.
Ich bin ja gespannt, wie Du gesundheitlich dran bist.

  • Jahr
  • Mitte August 1933

(P: München), Dienstag (Karte): KAH in Straßburg (Hummel)

Mein liebster Karl!
Herzlichen Dank für Deine Karte. Ich bin gespannt, wie Dein Konzert aufgenommen wurde. Hoffentlich haben die Musiker gut gespielt. – Meine Karte blieb jetzt ein paar Tage liegen. Kam nun gestern abend heim und fand Deine Karte vor. Ich freue mich sehr! Überrascht war ich über Deinen Erfolg allerdings nicht sehr, ich habe es nicht anders erwartet. Mutter konnte nichts im Radio hören, es waren an dem Tag große Gewitterstörungen. Leider! Übrigens regte sich Mutter furchtbar auf, weil Du nichts geschrieben hast. Jetzt können wir uns ja bald alles erzählen. Noch einen letzten Gruß nach Straßburg sende ich Dir. Auf frohes Wiedersehen, komme gut heim ich bleibe in glücklicher Erwartung Deine Elisabeth.
Morgen fahre ich in d. Wies. Hoffentlich schreibst Du noch genau, wann Du kommst.

(P: München), Dienstag (Karte): KAH in Straßburg (Hummel)

Mein liebster Karl!
Herzlichen Dank für Deine Karte. Ich bin gespannt, wie Dein Konzert aufgenommen wurde. Hoffentlich haben die Musiker gut gespielt. – Meine Karte blieb jetzt ein paar Tage liegen. Kam nun gestern abend heim und fand Deine Karte vor. Ich freue mich sehr! Überrascht war ich über Deinen Erfolg allerdings nicht sehr, ich habe es nicht anders erwartet. Mutter konnte nichts im Radio hören, es waren an dem Tag große Gewitterstörungen. Leider! Übrigens regte sich Mutter furchtbar auf, weil Du nichts geschrieben hast. Jetzt können wir uns ja bald alles erzählen. Noch einen letzten Gruß nach Straßburg sende ich Dir. Auf frohes Wiedersehen, komme gut heim ich bleibe in glücklicher Erwartung Deine Elisabeth.
Morgen fahre ich in d. Wies. Hoffentlich schreibst Du noch genau, wann Du kommst.

  • Date
  • 15 Aug 1933

(P: Strasbourg), Samstag (Karte): E.R. in München (Schw: 14)

Meine liebe Elisabeth!
Große Spannung war. Alles war Neugierig. Was kommt. Durch meinen Vortrag war alles gespannt. Dann dieses Staunen. Am Schluß meines Stückes wollte der Beifall nicht enden. Ich mußte 8 mal aufs Podium. Ich [habe] vorher ½ Stunde selbst geprobt. Dann hat Scherchen die Probe abgenommen. Der Erfolg war kolossal. Nun habe ich für Paris und Brüssel eine Aufführung vor. Doch die Arbeit vorher war schrecklich. Den ganzen Tag im Conservatorium. Gestern bin [war] ich um 8 h morgens bis 11 h abends dann noch Besuch beim Minister.
Also freue Dich mit mir grüße unsern Vater herzlichst!
Tausend Grüße und ich bleibe Dein Karl.
Verzeihe wegen der Schrift, aber du kannst denken – –

(P: Strasbourg), Samstag (Karte): E.R. in München (Schw: 14)

Meine liebe Elisabeth!
Große Spannung war. Alles war Neugierig. Was kommt. Durch meinen Vortrag war alles gespannt. Dann dieses Staunen. Am Schluß meines Stückes wollte der Beifall nicht enden. Ich mußte 8 mal aufs Podium. Ich [habe] vorher ½ Stunde selbst geprobt. Dann hat Scherchen die Probe abgenommen. Der Erfolg war kolossal. Nun habe ich für Paris und Brüssel eine Aufführung vor. Doch die Arbeit vorher war schrecklich. Den ganzen Tag im Conservatorium. Gestern bin [war] ich um 8 h morgens bis 11 h abends dann noch Besuch beim Minister.
Also freue Dich mit mir grüße unsern Vater herzlichst!
Tausend Grüße und ich bleibe Dein Karl.
Verzeihe wegen der Schrift, aber du kannst denken – –

  • Date
  • 12 Aug 1933

Freising, Samstag (Brief): KAH in Straßburg

Mein liebster, bester Karl!
Gerade jetzt wird Dein Stück aufgeführt und ich kann nicht zuhören. Das sind Enttäuschungen!!! Ich hoffte immer, hier doch noch irgendwo hören zu können, doch es geht nicht. Niemand näher Bekannter hat einen großen Radio. Nach München zu Fr. Dr. Schraube fahren konnte ich auch nicht, weil ich zu Papa sagte, Adolf sei mit ihr in Straßburg. Ich habe alles versucht, doch vergebens. Wie schlimm ist es doch, wenn ich Deine Werke nicht einmal von weitem hören kann. Nur hoffe ich, daß ich es bald einmal hier oder wo anders hören kann. Hoffentlich ist alles gut gegangen, o teile mir hierüber bald mit. Und hoffentlich hattest Du viel Freude an Deinem Werk. Das glaube ich ja bestimmt. Dein Können ist ja so groß. Mein Karl, glaube mir, in dieser Stunde lebe ich ganz besonders mit Dir. Doch etwas beunruhigt mich. Es ist noch keine Nachricht von Dir da. Es wird Dir doch gut gehen. Nachdem Adolf bei Dir ist, bin ich etwas ruhiger, doch kann ich mir den Grund Deines nichtschreibens nicht recht erklären. Du wirst mich doch in nichts mißverstanden haben! Wir kennen uns doch so gut, daß wir alles gegenseitig verstehen. Karl, seit Du fort bist gibt es täglich eine andere Aufregung. Es ist schrecklich, wenn ich nur endlich wüßte was mit Dir los ist. Nur wenn Du bei mir bist bin ich ruhig. Schreibe bitte jetzt wieder an Papas Adresse. Noch 6 Tage und dann haben wir uns wieder. Wie freu ich mich!!! Dann können wir und erzählen und uns küssen. Bis dahin lebe wohl, bleib gesund, ich küsse Dich und bleibe Deine Elisabeth.
Schreibe genau den Zug mit dem Du kommst, versuche es so einzurichten, daß Du nachmittags oder gegen Abend ankommst, nicht zu spät.

Freising, Samstag (Brief): KAH in Straßburg

Mein liebster, bester Karl!
Gerade jetzt wird Dein Stück aufgeführt und ich kann nicht zuhören. Das sind Enttäuschungen!!! Ich hoffte immer, hier doch noch irgendwo hören zu können, doch es geht nicht. Niemand näher Bekannter hat einen großen Radio. Nach München zu Fr. Dr. Schraube fahren konnte ich auch nicht, weil ich zu Papa sagte, Adolf sei mit ihr in Straßburg. Ich habe alles versucht, doch vergebens. Wie schlimm ist es doch, wenn ich Deine Werke nicht einmal von weitem hören kann. Nur hoffe ich, daß ich es bald einmal hier oder wo anders hören kann. Hoffentlich ist alles gut gegangen, o teile mir hierüber bald mit. Und hoffentlich hattest Du viel Freude an Deinem Werk. Das glaube ich ja bestimmt. Dein Können ist ja so groß. Mein Karl, glaube mir, in dieser Stunde lebe ich ganz besonders mit Dir. Doch etwas beunruhigt mich. Es ist noch keine Nachricht von Dir da. Es wird Dir doch gut gehen. Nachdem Adolf bei Dir ist, bin ich etwas ruhiger, doch kann ich mir den Grund Deines nichtschreibens nicht recht erklären. Du wirst mich doch in nichts mißverstanden haben! Wir kennen uns doch so gut, daß wir alles gegenseitig verstehen. Karl, seit Du fort bist gibt es täglich eine andere Aufregung. Es ist schrecklich, wenn ich nur endlich wüßte was mit Dir los ist. Nur wenn Du bei mir bist bin ich ruhig. Schreibe bitte jetzt wieder an Papas Adresse. Noch 6 Tage und dann haben wir uns wieder. Wie freu ich mich!!! Dann können wir und erzählen und uns küssen. Bis dahin lebe wohl, bleib gesund, ich küsse Dich und bleibe Deine Elisabeth.
Schreibe genau den Zug mit dem Du kommst, versuche es so einzurichten, daß Du nachmittags oder gegen Abend ankommst, nicht zu spät.

  • Date
  • 12 Aug 1933

Freising (Brief): KAH in Straßburg

Mein heißgeliebter Karl!
Wie geht es Dir? Ich bin gespannt von Dir wieder zu hören. Du wirst nun ganz in gespannter Erwartung Deines Konzertes leben. Mir geht es ebenso. O Karl, schön – schön ist das alles. Ich wollt ich wäre bei Dir und könnte alles mit Dir erleben. Ich muß Dir danken für all das Schöne, das Du mich mit Dir erleben läßt. Du gibst mir mehr – als ich oft verdiene. Ohne Dich fühle ich mich ja so allein, auch hier, wo ich doch in ganz anderer Umgebung bin. Ich denk halt Minute für Minute an Dich. –
Mein hiesiges Tagesprogramm ist. In der Früh radle ich zum baden, dort ist ein herrliches Freibad und nehme Sonnenbäder. Nachmittags lese ich im Garten und gegen abend wird dann Tennis gespielt. Ich laufe den ganzen Tag im Strandanzug herum, das ist ein schönes Luftbad. Also, Du siehst, ich tue alles um mich gut zu erholen, ich war in letzter zeit etwas herunten, doch geht es mir wieder ganz gut. Aber erst wenn Du wieder bei mir bist geht es mir richtig gut. Egk hatte Donnerstag wieder einmal die musikalische Leitung der Stunde der Nation im Rundfunk. – Jetzt habe ich den Brief über Nacht liegen lassen und hoffte, früh Nachricht von Dir zu bekommen, doch wieder nichts. O Karl, sollen wieder diese Aufregungen angehen, wo ich Tag um Tag warte und nicht weiß was los ist. Bitte schreibe doch bald. Von Samstag ab schreibe bitte wieder an Papas Adresse, weil ich Montag heimkomme, voraussichtlich. Schreibe mir bitte sofort über Dein Werk nachdem es aufgeführt wurde, ich bin ja so furchtbar gespannt.
Nun wünsche ich Dir für Samstag alles Gute, es wird bestimmt alles recht, und grüße und küsse Dich tausendmal und bleibe in heißer Liebe Deine Elisabeth.
Grüße bitte Adolf von mir bestens. Schreibe genau wann und mit welchem Zug Du kommst. Wie entsetzlich freue ich mich auf den Donnerstag. Auf Wiedersehen! Deine Elisabeth.

Freising (Brief): KAH in Straßburg

Mein heißgeliebter Karl!
Wie geht es Dir? Ich bin gespannt von Dir wieder zu hören. Du wirst nun ganz in gespannter Erwartung Deines Konzertes leben. Mir geht es ebenso. O Karl, schön – schön ist das alles. Ich wollt ich wäre bei Dir und könnte alles mit Dir erleben. Ich muß Dir danken für all das Schöne, das Du mich mit Dir erleben läßt. Du gibst mir mehr – als ich oft verdiene. Ohne Dich fühle ich mich ja so allein, auch hier, wo ich doch in ganz anderer Umgebung bin. Ich denk halt Minute für Minute an Dich. –
Mein hiesiges Tagesprogramm ist. In der Früh radle ich zum baden, dort ist ein herrliches Freibad und nehme Sonnenbäder. Nachmittags lese ich im Garten und gegen abend wird dann Tennis gespielt. Ich laufe den ganzen Tag im Strandanzug herum, das ist ein schönes Luftbad. Also, Du siehst, ich tue alles um mich gut zu erholen, ich war in letzter zeit etwas herunten, doch geht es mir wieder ganz gut. Aber erst wenn Du wieder bei mir bist geht es mir richtig gut. Egk hatte Donnerstag wieder einmal die musikalische Leitung der Stunde der Nation im Rundfunk. – Jetzt habe ich den Brief über Nacht liegen lassen und hoffte, früh Nachricht von Dir zu bekommen, doch wieder nichts. O Karl, sollen wieder diese Aufregungen angehen, wo ich Tag um Tag warte und nicht weiß was los ist. Bitte schreibe doch bald. Von Samstag ab schreibe bitte wieder an Papas Adresse, weil ich Montag heimkomme, voraussichtlich. Schreibe mir bitte sofort über Dein Werk nachdem es aufgeführt wurde, ich bin ja so furchtbar gespannt.
Nun wünsche ich Dir für Samstag alles Gute, es wird bestimmt alles recht, und grüße und küsse Dich tausendmal und bleibe in heißer Liebe Deine Elisabeth.
Grüße bitte Adolf von mir bestens. Schreibe genau wann und mit welchem Zug Du kommst. Wie entsetzlich freue ich mich auf den Donnerstag. Auf Wiedersehen! Deine Elisabeth.

  • Jahr
  • Um den 10.08.1933

München, Dienstag (Brief): KAH in der Schweiz

25. 10. 38

Mein innig geliebter Karl!
Ich danke Dir für Deine Karte. Schreibe aber bitte sonst alles in die Wilhelmstr. Auch ich bin sehr, sehr neugierig auf den großen Empfang. Bitte rege Dich nie, nie auf und laß Dich auch nie hinreißen. Sage aber trotzdem Deine Meinung. Laße Dir nichts mehr gefallen, sonst machen die Leute mit einem was sie wollen. Bitte schreibe mir alles genau. Von Fritz Straub kam heute eine Karte, der Dir mitteilt, daß am 27. Okt. Pro Arte spielt. Wo, das schrieb er nicht.
Ich war bis Montag Abend mit Papa und Richardi in Berchtesgaden. Wir hatten herrliches Wetter doch auch kalt und es war auch sonst recht nett. Heute brachte mir Adolf die Kritikenauszüge zur Durchsicht, sie sehen sehr gut aus. Sobald sie fertig sind schicke ich sie Dir zu. Schmidt-Garré hat geschrieben aus Düsseldorf, er möchte den Monat November bei Adolf wohnen, was Adolf auch tun will. Immerhin eine kleine Verdiensteinnahme. Er hat wieder eine Kiste Schallplatten aus Amerika bekommen „und rückt nun seinem Ziel näher“, wie er schreibt. Morgen hat Papa Geburtstag, am 26.
Bei See war ich heute auch schon. Er will die Übersetzung nun durcharbeiten. Ich kann das Textbuch von „Simpl“ nicht finden. Bitte erkläre es genauer. Sonst gibt es hier nichts neues, nur daß ich mich schon wieder auf Dein Kommen freue. Nun genieße die Wochen noch recht, recht und ich freue mich mit Dir, wenn Du es schön hast. Ich habe z. Z. so Bauchweh, sonst geht es mir aber gut. Werde mir nur nicht zu oft untreu!! Laß Deine Anzüge richten. Ziehe Dich immer ordentlich an.
Für heute umarme ich Dich innig und küsse Dich heiß, grüße auch Familie Klemm mit Sepp und stets bleibe ich Deine Dich heißliebende Elisabeth.

München, Dienstag (Brief): KAH in der Schweiz

25. 10. 38

Mein innig geliebter Karl!
Ich danke Dir für Deine Karte. Schreibe aber bitte sonst alles in die Wilhelmstr. Auch ich bin sehr, sehr neugierig auf den großen Empfang. Bitte rege Dich nie, nie auf und laß Dich auch nie hinreißen. Sage aber trotzdem Deine Meinung. Laße Dir nichts mehr gefallen, sonst machen die Leute mit einem was sie wollen. Bitte schreibe mir alles genau. Von Fritz Straub kam heute eine Karte, der Dir mitteilt, daß am 27. Okt. Pro Arte spielt. Wo, das schrieb er nicht.
Ich war bis Montag Abend mit Papa und Richardi in Berchtesgaden. Wir hatten herrliches Wetter doch auch kalt und es war auch sonst recht nett. Heute brachte mir Adolf die Kritikenauszüge zur Durchsicht, sie sehen sehr gut aus. Sobald sie fertig sind schicke ich sie Dir zu. Schmidt-Garré hat geschrieben aus Düsseldorf, er möchte den Monat November bei Adolf wohnen, was Adolf auch tun will. Immerhin eine kleine Verdiensteinnahme. Er hat wieder eine Kiste Schallplatten aus Amerika bekommen „und rückt nun seinem Ziel näher“, wie er schreibt. Morgen hat Papa Geburtstag, am 26.
Bei See war ich heute auch schon. Er will die Übersetzung nun durcharbeiten. Ich kann das Textbuch von „Simpl“ nicht finden. Bitte erkläre es genauer. Sonst gibt es hier nichts neues, nur daß ich mich schon wieder auf Dein Kommen freue. Nun genieße die Wochen noch recht, recht und ich freue mich mit Dir, wenn Du es schön hast. Ich habe z. Z. so Bauchweh, sonst geht es mir aber gut. Werde mir nur nicht zu oft untreu!! Laß Deine Anzüge richten. Ziehe Dich immer ordentlich an.
Für heute umarme ich Dich innig und küsse Dich heiß, grüße auch Familie Klemm mit Sepp und stets bleibe ich Deine Dich heißliebende Elisabeth.

  • Date
  • 25 Oct 1938

(P: Strasbourg), Freitag (Karte): E.R. in Freising

Meine liebe Elisabeth.
Dein letzter Brief hat mich sehr gefreut. Vielen Dank. Zur Zeit habe ich hier viele Einladungen. Gestern war ich bei einer Dame zum Tee eingeladen mit Prof. Bartok – der Begründer der neuen ungarischen Musik und Habá, der Begründer der neuen tschechischen Musik, Du kannst Dir [denken], daß es sehr interessant war. Heute abend sind nur die Komponisten mit Scherchen beim Minister eingeladen. Adolf ist mit mir auch eingeladen worden. Jetzt ist es sehr interes[s]ant. Die Tage hindurch hatte ich Proben für meine Arbeit. Das Konzert ist jetzt sehr gut. Die Probe habe ich selbst geleitet. Scherchen ist begeistert über meine Probenart. Also morgen Vormittag steigt mein Werk. Vielleicht kannst Du in Freising hören. 1045. Ich werde Dir gleich schreiben wie es war? Große Spannung ist über mein Werk – Die anderen Komponisten warten alle. Ich habe einen kleinen Vortrag gehalten über mein Schaffen nur vor Komponisten. Im Rundfunk wird etwas wiederholt von meinem Vortrag. Nun meine Liebe. Ich freue mich riesig auf unser Wiedersehn.
Sei herzlichst gegrüßt von Deinem Karl.
Erhole Dich gut und bleibe mir gesund.

(P: Strasbourg), Freitag (Karte): E.R. in Freising

Meine liebe Elisabeth.
Dein letzter Brief hat mich sehr gefreut. Vielen Dank. Zur Zeit habe ich hier viele Einladungen. Gestern war ich bei einer Dame zum Tee eingeladen mit Prof. Bartok – der Begründer der neuen ungarischen Musik und Habá, der Begründer der neuen tschechischen Musik, Du kannst Dir [denken], daß es sehr interessant war. Heute abend sind nur die Komponisten mit Scherchen beim Minister eingeladen. Adolf ist mit mir auch eingeladen worden. Jetzt ist es sehr interes[s]ant. Die Tage hindurch hatte ich Proben für meine Arbeit. Das Konzert ist jetzt sehr gut. Die Probe habe ich selbst geleitet. Scherchen ist begeistert über meine Probenart. Also morgen Vormittag steigt mein Werk. Vielleicht kannst Du in Freising hören. 1045. Ich werde Dir gleich schreiben wie es war? Große Spannung ist über mein Werk – Die anderen Komponisten warten alle. Ich habe einen kleinen Vortrag gehalten über mein Schaffen nur vor Komponisten. Im Rundfunk wird etwas wiederholt von meinem Vortrag. Nun meine Liebe. Ich freue mich riesig auf unser Wiedersehn.
Sei herzlichst gegrüßt von Deinem Karl.
Erhole Dich gut und bleibe mir gesund.

  • Date
  • 11 Aug 1933