(P: Alassio), Donnerstag (Karte) KAH in München (W: 8)

Mein lieber Karl!
Besten Dank für Deine letzte Post. Es ist einfach unerhört, daß Du schon wieder so einen schönen Film gesehen hast, bestimmt hätte ich mehr davon gehabt, weil ich das Stück schon kenne. Hier gibt es keinen guten Film, solange ich hier bin. Gehe doch bitte abends etwas mehr aus, wenn ich wieder daheim bin fällt es Dir dann bestimmt ein, Du möchtest gerne wieder einmal bis 4 h ausgehen. Nütze bitte jetzt die Zeit aus. Gehe wieder einmal mit Stefi u. s. w. Auf vorstehendem Bild siehst Du Adolfs Kirche. Wie geht es Fritz? Bitte schreibe mir über alles genau. Morgen schreibe ich wieder einen Brief. Hoffentlich bekomme ich noch diese Woche mein Geld, der Paß ist schon wieder da.
Auch ich freue mich sehr, sehr auf uns[er] Wiedersehen u. bleibe in Liebe Deine Elisabeth.

(P: Alassio), Donnerstag (Karte) KAH in München (W: 8)

Mein lieber Karl!
Besten Dank für Deine letzte Post. Es ist einfach unerhört, daß Du schon wieder so einen schönen Film gesehen hast, bestimmt hätte ich mehr davon gehabt, weil ich das Stück schon kenne. Hier gibt es keinen guten Film, solange ich hier bin. Gehe doch bitte abends etwas mehr aus, wenn ich wieder daheim bin fällt es Dir dann bestimmt ein, Du möchtest gerne wieder einmal bis 4 h ausgehen. Nütze bitte jetzt die Zeit aus. Gehe wieder einmal mit Stefi u. s. w. Auf vorstehendem Bild siehst Du Adolfs Kirche. Wie geht es Fritz? Bitte schreibe mir über alles genau. Morgen schreibe ich wieder einen Brief. Hoffentlich bekomme ich noch diese Woche mein Geld, der Paß ist schon wieder da.
Auch ich freue mich sehr, sehr auf uns[er] Wiedersehen u. bleibe in Liebe Deine Elisabeth.

  • Date
  • 13 May 1937

München, Donnerstag (Brief): E.H. in Alassio

München, (Donnerstag), 13. Mai 37.
Meine liebe Elisabeth!
Du wirst Dich wundern über meine letzte Karte, über das Verhältniss zwischen Neddy und mir. Doch wir verstehen uns ausgezeichnet. Sie ist direkt lieb zu mir – keine Angst nicht daß Du die „Bettliebe“ meinst, doch außerordentlich zuvorkommend und aufmerksam und anerkennend. Der Alte ärgert sich schon dabei! Wenn das Verhältniss so bleibt, (was ich unbedingt glaube) so können wir beide äußerst zufrieden sein. Natürlich ist grundbedingung beide Teile nachgeben und verstehen!!!!!
Meinen Brief (im Brief war ein Doppelbrief) wirst du erhalten haben!!! So könnte ich jeden Tag einen schreiben! Ich danke Dir für Deinen Brief, wenn Du mich überall… u.s.w. ich verstand Dein Verlangen! Sobald Du zurück bist werde ich dem Verlangen nachkommen, hoffentlich mit gegenseitigem Einverständnis! Ich habe 2 Packungen à –.80 M. zusammen 1.60 M. gekauft. Nun ja, die werden wohl für die erste Nacht (oder für den ersten Anprall) langen. Soll ich vielleicht noch 4 Packungen kaufen! Was meinst Du! ich komme von dem Thema nicht mehr weg! –
meine Arbeit geht langsam – doch sehr sicher! Viel kann ich nicht sagen, doch ich bin sehr zufrieden damit. (((Eben ist Frau Hecht gekommen zum Putzen))) Nun also fahren wir morgen Donnerstag weg. Bei mir gibts nichts neues.
Mein heißes Lieb, wann hast Du vor zu kommen – also doch am 26. Mai. Ich dachte mir am 24. Mai fahrt Ihr ab. Dann machst Du in Genua halt; und fährst weiter damit Du am Abend in Verona ankommst. Dann bleibst Du am 25. (Dienstag) einen Tag in Verona. Am 26. Mai fährst Du nach München!
Nun meine Elisabeth ich schreibe Dir morgen wieder. Lebe wohl, ich küsse Dich…… und……. und…….. Dein Karl.

München, Donnerstag (Brief): E.H. in Alassio

München, (Donnerstag), 13. Mai 37.
Meine liebe Elisabeth!
Du wirst Dich wundern über meine letzte Karte, über das Verhältniss zwischen Neddy und mir. Doch wir verstehen uns ausgezeichnet. Sie ist direkt lieb zu mir – keine Angst nicht daß Du die „Bettliebe“ meinst, doch außerordentlich zuvorkommend und aufmerksam und anerkennend. Der Alte ärgert sich schon dabei! Wenn das Verhältniss so bleibt, (was ich unbedingt glaube) so können wir beide äußerst zufrieden sein. Natürlich ist grundbedingung beide Teile nachgeben und verstehen!!!!!
Meinen Brief (im Brief war ein Doppelbrief) wirst du erhalten haben!!! So könnte ich jeden Tag einen schreiben! Ich danke Dir für Deinen Brief, wenn Du mich überall… u.s.w. ich verstand Dein Verlangen! Sobald Du zurück bist werde ich dem Verlangen nachkommen, hoffentlich mit gegenseitigem Einverständnis! Ich habe 2 Packungen à –.80 M. zusammen 1.60 M. gekauft. Nun ja, die werden wohl für die erste Nacht (oder für den ersten Anprall) langen. Soll ich vielleicht noch 4 Packungen kaufen! Was meinst Du! ich komme von dem Thema nicht mehr weg! –
meine Arbeit geht langsam – doch sehr sicher! Viel kann ich nicht sagen, doch ich bin sehr zufrieden damit. (((Eben ist Frau Hecht gekommen zum Putzen))) Nun also fahren wir morgen Donnerstag weg. Bei mir gibts nichts neues.
Mein heißes Lieb, wann hast Du vor zu kommen – also doch am 26. Mai. Ich dachte mir am 24. Mai fahrt Ihr ab. Dann machst Du in Genua halt; und fährst weiter damit Du am Abend in Verona ankommst. Dann bleibst Du am 25. (Dienstag) einen Tag in Verona. Am 26. Mai fährst Du nach München!
Nun meine Elisabeth ich schreibe Dir morgen wieder. Lebe wohl, ich küsse Dich…… und……. und…….. Dein Karl.

  • Jahr
  • 13.05.1937 (eher: 12. Mai)

München?, Freitag (Brief): E.H. in Alassio

den 16. Juni 39.

Liebe Elisabeth!
Ihr werdet nun allein, zu 3 en, sein. Hoffentlich ist Papa gut nach hause gekommen. Hat er sich nicht gut erholt? Wäre schade! Wie geht es Richard – sicherlich gut. Was macht Dein Befinden? Ich wünsche dir alles erdenkliche Gute. Bleibe nur ruhig. Euch wünsche ich immer Liebe und Glück.
Bevor ich nach Straßburg fahre werde ich mich Sacher verabreden (zuerst telefonisch). Eben schreibe ich noch an Frey. Jetzt beginne ich mit den Skizzen für meine Trauermusik. Ich habe hier schönes Material vorgefunden für einen Choral. Ich denke immer mehr an ein mystisches Ballett?
Als ich von Mchn abfuhr – da sah mich die Wohnung in der Wilhelmstr. ganz traurig an – „Schon wieder gehst Du“ – „leider“ sagte ich „aber ich komme bald und bleibe in Dir“. Sie ist schon sehr schön.
Alles ist sehr traurig – alles verneigt sich immer in Dunkel, selbst die Sonne will alles versengen, immer gleich sterben – oh Gott ist das Leben schwer – Traurigkeit – Traurigkeit –Traurigkeit meine einzige Wonne.
Leb wohl. Bis Dienstag abends 1530 h. Dann bin ich bei Dir in Deinem müden Arm – dann will ich schlafen – immer schlafen – sei geküßt
Dein Kl bleibt immer bei Dir und liebt Dich inniglich
Bestelle mir irgendwo ein kleines Zimmer.
Genieße dort das süsse Leben und bleibe mit Deinen Gedanken immer dort wo das Leben aufhört.

München?, Freitag (Brief): E.H. in Alassio

den 16. Juni 39.

Liebe Elisabeth!
Ihr werdet nun allein, zu 3 en, sein. Hoffentlich ist Papa gut nach hause gekommen. Hat er sich nicht gut erholt? Wäre schade! Wie geht es Richard – sicherlich gut. Was macht Dein Befinden? Ich wünsche dir alles erdenkliche Gute. Bleibe nur ruhig. Euch wünsche ich immer Liebe und Glück.
Bevor ich nach Straßburg fahre werde ich mich Sacher verabreden (zuerst telefonisch). Eben schreibe ich noch an Frey. Jetzt beginne ich mit den Skizzen für meine Trauermusik. Ich habe hier schönes Material vorgefunden für einen Choral. Ich denke immer mehr an ein mystisches Ballett?
Als ich von Mchn abfuhr – da sah mich die Wohnung in der Wilhelmstr. ganz traurig an – „Schon wieder gehst Du“ – „leider“ sagte ich „aber ich komme bald und bleibe in Dir“. Sie ist schon sehr schön.
Alles ist sehr traurig – alles verneigt sich immer in Dunkel, selbst die Sonne will alles versengen, immer gleich sterben – oh Gott ist das Leben schwer – Traurigkeit – Traurigkeit –Traurigkeit meine einzige Wonne.
Leb wohl. Bis Dienstag abends 1530 h. Dann bin ich bei Dir in Deinem müden Arm – dann will ich schlafen – immer schlafen – sei geküßt
Dein Kl bleibt immer bei Dir und liebt Dich inniglich
Bestelle mir irgendwo ein kleines Zimmer.
Genieße dort das süsse Leben und bleibe mit Deinen Gedanken immer dort wo das Leben aufhört.

  • Date
  • 16 Jun 1939

(P: München), Donnerstag (Karte): E.H. in Alassio

Donnerstag, den 13. Mai 1937.
Meine liebe Elisabeth, heute kam von [Hans Ferdinand] Redlich (Wien) eine Karte. Er schrieb mir, dass er in der Wiener-Zeitung gelesen hat, dass der „K. A. Hartmann (München) eine lobende Anerkennung für seine Komposition erhalten hat“ – Von der U.E. Wien habe ich noch keine Nachricht. Will mal sehen, ob die Kantate in die U.E. aufgenommen wird. Vielleicht. Für Deine Mama kaufte ich eine Karte für die Mailänder-Scala = Verdi’s Requiem, zu 15 M. Morgen früh fahren wir zum Bodensee, das Wetter ist ja miserabel. Für Deine Mama und Deinen Papa habe ich bei [Werner] Egk Karten mir versorgt [sic], beide haben nun keine Zeit, da sie morgen früh um 8 Uhr wegfahren. Macht nichts, nur schade dass Du nicht da bist, – 1. Parkett-Reihe. Wir hätten schon Zeit. Morgen früh schreibe ich Dir einen Brief. Von Beromünster Radio bekam ich einen Brief, dass der Preis von 15 Franken auf 10 Franken handeln wollen (ist doch unglaublich wegen 5 Franken) aber ich bin doch froh.
Nun bis morgen alles Liebe, ich bleibe stets Deine [sic] aufrichtiger und treuer Krl.

(P: München), Donnerstag (Karte): E.H. in Alassio

Donnerstag, den 13. Mai 1937.
Meine liebe Elisabeth, heute kam von [Hans Ferdinand] Redlich (Wien) eine Karte. Er schrieb mir, dass er in der Wiener-Zeitung gelesen hat, dass der „K. A. Hartmann (München) eine lobende Anerkennung für seine Komposition erhalten hat“ – Von der U.E. Wien habe ich noch keine Nachricht. Will mal sehen, ob die Kantate in die U.E. aufgenommen wird. Vielleicht. Für Deine Mama kaufte ich eine Karte für die Mailänder-Scala = Verdi’s Requiem, zu 15 M. Morgen früh fahren wir zum Bodensee, das Wetter ist ja miserabel. Für Deine Mama und Deinen Papa habe ich bei [Werner] Egk Karten mir versorgt [sic], beide haben nun keine Zeit, da sie morgen früh um 8 Uhr wegfahren. Macht nichts, nur schade dass Du nicht da bist, – 1. Parkett-Reihe. Wir hätten schon Zeit. Morgen früh schreibe ich Dir einen Brief. Von Beromünster Radio bekam ich einen Brief, dass der Preis von 15 Franken auf 10 Franken handeln wollen (ist doch unglaublich wegen 5 Franken) aber ich bin doch froh.
Nun bis morgen alles Liebe, ich bleibe stets Deine [sic] aufrichtiger und treuer Krl.

  • Date
  • 13 May 1937

Alassio, Mittwoch (Brief): KAH in München

Alassio, den 12. 5. 37.
Mein liebster, bester Karl!
Deine beiden Briefe haben mich sehr, sehr gefreut. Vielen Dank dafür. Mein liebster Karl, mir geht es so oft wie Dir und ich w… beinahe jeden Abend mit Gedanken und Erinnerungen an Dich. Lasse übrigens um Gottes willen meine Briefe nicht herumliegen!! Zerreiße sie. Heute war ein trüber Tag, das macht aber nichts, die Luft ist trotzdem schön und es ist hier nie so kalt wie bei uns. Morgen fahre ich nach Genua um mir das etwas anzusehen. Auf Grund meiner Fahrkarte bekomme ich 50% Ermäßigung für jede Bahnfahrt. Sage Adolf, daß das Freilichtkino erst am 15. Juni eröffnet wird. In dem geschlossenen Kino hier wird lauter Mist gegeben. Heute habe ich meinen Paß eingeschrieben an die Bank geschickt. Leider kann ich nicht nach Monte Carlo fahren, weil ich das Visum von Deutschland aus bräuchte, hier kostet es eine Menge Geld.
Mein bester Karl, habe Geduld bei Deiner Arbeit, plötzlich geht es schnell vorwärts, da ist doch immer so bei Dir. Und mit dem Preis war doch gar keine Aussicht vorhanden. Herr Krenek hat schon das nötige dafür getan, dessen kannst du versichert sein. Nur nicht den Kopf hängen lassen! Wir sind noch immer durchgekommen. Nur fest zusammenhalten. Und das weißt Du ja, daß mein ganzes Leben nur Dir gilt. Übrigens, wozu gehst Du denn so viel zu Papa. Vorige Woche hast Du ihn doch nicht immer aufzusuchen brauchen. Aber laß Dich auch hier durch nichts verdrießen. Bitte.
Nun mein Einziger und mein Alles, bleib mir treu, wie auch meine Gedanken immer bei Dir weilen und ich bleibe in heißer Liebe Deine Elisabeth.

Alassio, Mittwoch (Brief): KAH in München

Alassio, den 12. 5. 37.
Mein liebster, bester Karl!
Deine beiden Briefe haben mich sehr, sehr gefreut. Vielen Dank dafür. Mein liebster Karl, mir geht es so oft wie Dir und ich w… beinahe jeden Abend mit Gedanken und Erinnerungen an Dich. Lasse übrigens um Gottes willen meine Briefe nicht herumliegen!! Zerreiße sie. Heute war ein trüber Tag, das macht aber nichts, die Luft ist trotzdem schön und es ist hier nie so kalt wie bei uns. Morgen fahre ich nach Genua um mir das etwas anzusehen. Auf Grund meiner Fahrkarte bekomme ich 50% Ermäßigung für jede Bahnfahrt. Sage Adolf, daß das Freilichtkino erst am 15. Juni eröffnet wird. In dem geschlossenen Kino hier wird lauter Mist gegeben. Heute habe ich meinen Paß eingeschrieben an die Bank geschickt. Leider kann ich nicht nach Monte Carlo fahren, weil ich das Visum von Deutschland aus bräuchte, hier kostet es eine Menge Geld.
Mein bester Karl, habe Geduld bei Deiner Arbeit, plötzlich geht es schnell vorwärts, da ist doch immer so bei Dir. Und mit dem Preis war doch gar keine Aussicht vorhanden. Herr Krenek hat schon das nötige dafür getan, dessen kannst du versichert sein. Nur nicht den Kopf hängen lassen! Wir sind noch immer durchgekommen. Nur fest zusammenhalten. Und das weißt Du ja, daß mein ganzes Leben nur Dir gilt. Übrigens, wozu gehst Du denn so viel zu Papa. Vorige Woche hast Du ihn doch nicht immer aufzusuchen brauchen. Aber laß Dich auch hier durch nichts verdrießen. Bitte.
Nun mein Einziger und mein Alles, bleib mir treu, wie auch meine Gedanken immer bei Dir weilen und ich bleibe in heißer Liebe Deine Elisabeth.

  • Date
  • 12 May 1937

München, Dienstag (Brief): E.H. in Alassio

Liebe Elisabeth!
Wie geht es Dir. Ich muß Dir schildern was ich die letzten Tage getrieben habe. Ich habe viel an Dich gedacht!
Am Samstag war ich zu hause – meine Arbeit geht so langsam vorwärts. Abends bin ich um 7h zum Alten, und war bis 11 h bei ihm. Wir zwei allein! Was taten wir – die „Neueste“ den Völkischen restlos durchgelesen! Ich las sogar Annoncen was verkauft und gekauft wird. Ich las alle Heiratsanzeigen. Lächerlich – aber ich kann ja kein Gespräch mit dem beginnen.
Am Sonntag war vormittags Deine Mutter bei mir – mittags und nachmittags war Adolf, Scharl und ich spazieren dann hat es von 3 h geregnet – wir gingen ins Kino. (Fern Andra-Lichtspiele) Ein Stück von Heinz Rühmann – den sah ich zum erstenmal im Kino, abends ging ich um ½ 9 h nach hause.
Gestern Montag – Vormittag war ich auf der Devisenstelle nachmittags arbeitete ich und abends war ich beim Essen bei Deinen Eltern.
Bei mir gibt es nicht’s neues. Mein[e] Partitur „Anno 48 – Friede“ habe ich noch nicht zurück bekommen. Ich habe gestern einen Brief erwartet von Dir – vielleicht heute mittag. Nun bin ich froh, daß Ihr Drei bis 26. (bzw. 25.) dort bleibt. Heute Dienstag in 14 Tagen reist Ihr ab. Oh Elisabeth genieße – denke nur nicht ans heimfahren. Grüße bitte Fräulein Resi von mir und meinen Dididi!
Meine liebe Elisabeth! Essen – Trinken – Ruhen! Ich freue mich wahnsinnig auf unser Wiedersehn. aber jetzt genieße noch. Glaub mir ich freue mich riesig, daß es Dir gefällt. Ich weiß ja wie gerne Du da unten bist. Genieße!!!
Ich wünsche Dir alles Liebe und ich bleibe stets Dein Karl.

München, Dienstag (Brief): E.H. in Alassio

Liebe Elisabeth!
Wie geht es Dir. Ich muß Dir schildern was ich die letzten Tage getrieben habe. Ich habe viel an Dich gedacht!
Am Samstag war ich zu hause – meine Arbeit geht so langsam vorwärts. Abends bin ich um 7h zum Alten, und war bis 11 h bei ihm. Wir zwei allein! Was taten wir – die „Neueste“ den Völkischen restlos durchgelesen! Ich las sogar Annoncen was verkauft und gekauft wird. Ich las alle Heiratsanzeigen. Lächerlich – aber ich kann ja kein Gespräch mit dem beginnen.
Am Sonntag war vormittags Deine Mutter bei mir – mittags und nachmittags war Adolf, Scharl und ich spazieren dann hat es von 3 h geregnet – wir gingen ins Kino. (Fern Andra-Lichtspiele) Ein Stück von Heinz Rühmann – den sah ich zum erstenmal im Kino, abends ging ich um ½ 9 h nach hause.
Gestern Montag – Vormittag war ich auf der Devisenstelle nachmittags arbeitete ich und abends war ich beim Essen bei Deinen Eltern.
Bei mir gibt es nicht’s neues. Mein[e] Partitur „Anno 48 – Friede“ habe ich noch nicht zurück bekommen. Ich habe gestern einen Brief erwartet von Dir – vielleicht heute mittag. Nun bin ich froh, daß Ihr Drei bis 26. (bzw. 25.) dort bleibt. Heute Dienstag in 14 Tagen reist Ihr ab. Oh Elisabeth genieße – denke nur nicht ans heimfahren. Grüße bitte Fräulein Resi von mir und meinen Dididi!
Meine liebe Elisabeth! Essen – Trinken – Ruhen! Ich freue mich wahnsinnig auf unser Wiedersehn. aber jetzt genieße noch. Glaub mir ich freue mich riesig, daß es Dir gefällt. Ich weiß ja wie gerne Du da unten bist. Genieße!!!
Ich wünsche Dir alles Liebe und ich bleibe stets Dein Karl.

  • Date
  • 11 May 1937

Alassio, Donnerstag (Brief): KAH in Junkersdorf

d. 15. 6. 39.

Mein lieber, lieber Karl!
Ich kann mir wirklich nicht erklären, daß mein letzter Brief am Sonntag noch nicht in Junkersdorf war, ich habe ihn am Mittwoch hier abgeschickt. Die Post scheint unendlich lange zu dauern, oder sie haben Junkersdorf nicht gefunden. Ich habe fast jeden 2ten Tag geschrieben.
Nun auf alle Fälle freue ich mich riesig auf unser Wiedersehen. Da machen wir uns 2 herrliche Tage. Du schreibst, du hoffst ich sei ruhiger geworden, denn Du möchtest nicht mit mir streiten. Mein lieber Karl, die allein Schuldige bin ich höchst selten. Du mußt schon auch ruhiger werden. Für Mittwoch habe ich schon zwei Karten gekauft für einen Ausflug. Also schreibe mir noch genau die Zeit u. den Tag deiner Ankunft. Ich freue mich riesig u. werde Dich lieb empfangen. Nimm zur Vorsorge 10 Schweizer Fr. in Silber mit. Hier bekommst du dafür 43 L. Ich habe mich erkundigt. Aber Du wirst sie nicht gebrauchen. Nur zur Vorsorge. Vergiß Pa[ß] nicht. Bringe keinen Hut mit. Wir hatten jetzt 2 Tage lang starken Wind, das war unangenehm, da bin ich gestern kurz entschlossen für einen Tag nach Genua gefahren, denn hier konnte man gar nichts anfangen.
Sonst gibt es hier nichts neues. Wir sehen uns ja bald. Auf ein frohes Wiedersehen freut sich Deine Dich innig liebende Elisabeth.
Ich werde Resi 2 Tage vorher sagen, daß Du kommst u. bis Genua mit dem Auto mitgenommen wirst. Jetzt ist wieder schönes Wetter. Leider kann ich z. Z. nicht baden. Es ist schade um jeden Tag.

Alassio, Donnerstag (Brief): KAH in Junkersdorf

d. 15. 6. 39.

Mein lieber, lieber Karl!
Ich kann mir wirklich nicht erklären, daß mein letzter Brief am Sonntag noch nicht in Junkersdorf war, ich habe ihn am Mittwoch hier abgeschickt. Die Post scheint unendlich lange zu dauern, oder sie haben Junkersdorf nicht gefunden. Ich habe fast jeden 2ten Tag geschrieben.
Nun auf alle Fälle freue ich mich riesig auf unser Wiedersehen. Da machen wir uns 2 herrliche Tage. Du schreibst, du hoffst ich sei ruhiger geworden, denn Du möchtest nicht mit mir streiten. Mein lieber Karl, die allein Schuldige bin ich höchst selten. Du mußt schon auch ruhiger werden. Für Mittwoch habe ich schon zwei Karten gekauft für einen Ausflug. Also schreibe mir noch genau die Zeit u. den Tag deiner Ankunft. Ich freue mich riesig u. werde Dich lieb empfangen. Nimm zur Vorsorge 10 Schweizer Fr. in Silber mit. Hier bekommst du dafür 43 L. Ich habe mich erkundigt. Aber Du wirst sie nicht gebrauchen. Nur zur Vorsorge. Vergiß Pa[ß] nicht. Bringe keinen Hut mit. Wir hatten jetzt 2 Tage lang starken Wind, das war unangenehm, da bin ich gestern kurz entschlossen für einen Tag nach Genua gefahren, denn hier konnte man gar nichts anfangen.
Sonst gibt es hier nichts neues. Wir sehen uns ja bald. Auf ein frohes Wiedersehen freut sich Deine Dich innig liebende Elisabeth.
Ich werde Resi 2 Tage vorher sagen, daß Du kommst u. bis Genua mit dem Auto mitgenommen wirst. Jetzt ist wieder schönes Wetter. Leider kann ich z. Z. nicht baden. Es ist schade um jeden Tag.

  • Date
  • 15 Jun 1939

München, Montag (Brief): E.H. in Alassio

Mein Lieb!
Heute vormittag war ich bei der Devisenstelle ((Prannerstr.)); mir wurden 100 M bewilligt. Das letzte Mal. Denn es sind neue Bestimmungen herausgekommen. Der Olle wollte unbedingt mit um Dich heimzubringen. Ich habe ihm abgeraten – und sagte ihm, er möchte unbedingt im Herbst mal 14 Tage allein hinunter fahren. Ja, das hat er eingesehen – und somit bist Du allein (zu Dritt bis 26. Mittwoch ((Tag vor Fronleichnam)) Mai in Alassio. Sei froh!
Deinen Paß wirst Du unterdessen an die Dresdner Bank – Filiale München = Eingeschrieben geschickt haben! Die Dresdner Bank schickt Dir den Paß mit der Eintragung von 100 M zurück!
Ruhen – Essen – Trinken = bitte befolg diesen Rat! Liegen und Naßfuttern setzt Fett an. Also los. Rege dich über nichts auf! Freue Dich nur und genieße die Natur. Jeder Tag ist ein Geschenk. Wenn Du das Wetter bei uns sehen würdest – 2 Stunden schön – dafür 2 Tage Regen! Wirklich ich freue mich so mit Dir.
Es ist keine Post – nichts gekommen! Nun lebe wohl ich sage Dir: Freue Dich
Allen Grüße und Dir viele Küsse!!! stets Dein Karl.

München, Montag (Brief): E.H. in Alassio

Mein Lieb!
Heute vormittag war ich bei der Devisenstelle ((Prannerstr.)); mir wurden 100 M bewilligt. Das letzte Mal. Denn es sind neue Bestimmungen herausgekommen. Der Olle wollte unbedingt mit um Dich heimzubringen. Ich habe ihm abgeraten – und sagte ihm, er möchte unbedingt im Herbst mal 14 Tage allein hinunter fahren. Ja, das hat er eingesehen – und somit bist Du allein (zu Dritt bis 26. Mittwoch ((Tag vor Fronleichnam)) Mai in Alassio. Sei froh!
Deinen Paß wirst Du unterdessen an die Dresdner Bank – Filiale München = Eingeschrieben geschickt haben! Die Dresdner Bank schickt Dir den Paß mit der Eintragung von 100 M zurück!
Ruhen – Essen – Trinken = bitte befolg diesen Rat! Liegen und Naßfuttern setzt Fett an. Also los. Rege dich über nichts auf! Freue Dich nur und genieße die Natur. Jeder Tag ist ein Geschenk. Wenn Du das Wetter bei uns sehen würdest – 2 Stunden schön – dafür 2 Tage Regen! Wirklich ich freue mich so mit Dir.
Es ist keine Post – nichts gekommen! Nun lebe wohl ich sage Dir: Freue Dich
Allen Grüße und Dir viele Küsse!!! stets Dein Karl.

  • Date
  • 10 May 1937

Alassio, Montag (Brief) KAH in Junkersdorf

Alassio, den 12. 6. 39.

Mein lieber Karl!
Ich habe mich sehr gefreut, daß Du dich entschlossen hast, doch hierher zu kommen. Du kommst also am Montag 19. 6. gegen abend hier an (schreibe mir genau den Zug) am 20. werde ich Dir Alassio mit Umgebung genau zeigen, auch können wir da am Strand liegen und für Mittwoch bestelle ich 2 Karten für einen Ausflug nach San Remo, Bordighera, Ventimiglia und La Mortola. Das muß man gesehen haben, wenn man hier war. Du darfst aber an dem Termin nichts mehr ändern, da die Karten sonst verfallen würden. Da machen wir uns 2 herrliche Tage. Selbstverständlich wohnst Du hier, sonst wäre ich Dir ernstlich böse. Die Pension von Adolf kannst Du Dir ja einmal von außen ansehen. Du mußt mitnehmen: den grauen Anzug, die Leinenjacke, Badeanzug, keinen Hut. Ich freue mich schon sehr auf unser Wiedersehen am 19. abends. Zu Resi werde ich am Samstag sagen, daß Du wahrscheinlich kommst. So das wäre nun alles fest ausgemacht!
Heute morgen ist Papa nach Bozen abgefahren, wo er noch bis Donnerstag Abend bleiben will. Jetzt bin ich wieder Freiherrin. Hast Du auch daran gedacht, Du schlimmer Vater, daß Richardi heute Geburtstag hatte? Er bekam vom Hotel eine große Tüte Süßigkeiten. Er ist sehr lieb und anständig [wie] immer. Heute weht hier der Schirokko, ein recht ekelhafter Sturmwind, der den ganzen Sand in die Augen weht. Zum Baden ist das bewegte Meer allerdings herrlich.
Nun mein Liebster, lebe wohl, auf Wiedersehen und besonders herzliche Grüße an Sepp, der meine Karte hoffentlich erhalten hat, ich bleibe immer Deine Dich innig liebende Elisabeth.

Alassio, Montag (Brief) KAH in Junkersdorf

Alassio, den 12. 6. 39.

Mein lieber Karl!
Ich habe mich sehr gefreut, daß Du dich entschlossen hast, doch hierher zu kommen. Du kommst also am Montag 19. 6. gegen abend hier an (schreibe mir genau den Zug) am 20. werde ich Dir Alassio mit Umgebung genau zeigen, auch können wir da am Strand liegen und für Mittwoch bestelle ich 2 Karten für einen Ausflug nach San Remo, Bordighera, Ventimiglia und La Mortola. Das muß man gesehen haben, wenn man hier war. Du darfst aber an dem Termin nichts mehr ändern, da die Karten sonst verfallen würden. Da machen wir uns 2 herrliche Tage. Selbstverständlich wohnst Du hier, sonst wäre ich Dir ernstlich böse. Die Pension von Adolf kannst Du Dir ja einmal von außen ansehen. Du mußt mitnehmen: den grauen Anzug, die Leinenjacke, Badeanzug, keinen Hut. Ich freue mich schon sehr auf unser Wiedersehen am 19. abends. Zu Resi werde ich am Samstag sagen, daß Du wahrscheinlich kommst. So das wäre nun alles fest ausgemacht!
Heute morgen ist Papa nach Bozen abgefahren, wo er noch bis Donnerstag Abend bleiben will. Jetzt bin ich wieder Freiherrin. Hast Du auch daran gedacht, Du schlimmer Vater, daß Richardi heute Geburtstag hatte? Er bekam vom Hotel eine große Tüte Süßigkeiten. Er ist sehr lieb und anständig [wie] immer. Heute weht hier der Schirokko, ein recht ekelhafter Sturmwind, der den ganzen Sand in die Augen weht. Zum Baden ist das bewegte Meer allerdings herrlich.
Nun mein Liebster, lebe wohl, auf Wiedersehen und besonders herzliche Grüße an Sepp, der meine Karte hoffentlich erhalten hat, ich bleibe immer Deine Dich innig liebende Elisabeth.

  • Date
  • 12 Jun 1939

Alassio, Montag (Brief): KAH in München

Alassio, den 10. Mai 37.
Mein lieber Karl!
Dein Brief heute hat bewirkt daß ich am liebsten gleich abgefahren wäre. Es ist nicht sehr rücksichtsvoll mir angst zu machen, ich müsse vorsichtig sein, damit du keine Dummheiten machst. Wie soll man sich erholen können, wenn man immer angst um einen lieben Menschen haben muß. Karl, ich habe keine Ruhe, schon immer bin ich aus diesem Grund um Dich in angst – und erst jetzt. Den ganzen Abend finde ich keine ruhige Minute mehr. Karl, wie kannst Du so etwas tun! Ich bin ganz verzweifelt um Dich. Bitte, bitte bleibe mir. Weißt Du denn nicht, was Du mir antust? Immer, immer in Ängsten sein zu müssen. Karl, Du hast nicht das Recht dazu einen Menschen für immer in das größte Unglück zu stürzen. Ich habe aber das feste Vertrauen zu Dir, daß Du dich mir zuliebe gesund erhältst [sic]. Sonst müßte ich an Deiner Liebe zweifeln. Schreibe mir täglich, daß ich ruhiger werden kann.
Mein lieber Karl, ich habe Papa mit keiner Silbe angedeutet, daß ich deinetwegen heimkommen möchte. Das ist eine reine Vermutung von ihm. Er soll es Dir doch zeigen, wenn er kann. Karl, soweit solltest Du mich doch kennen, daß ich keine solche Dummheit begehe und Papa auf Dich eifersüchtig mache.
Also Karl, ich werde noch nächste Woche hierbleiben, aber nicht länger. Das geht schon aus dem Grund nicht, weil ich kein Geld mehr habe. Wo denkst Du denn hin. Meinst Du diese 390 M dauern ewig? Ich habe schon weit über die Hälfte verbraucht. Weißt Du, gar zu primitiv leben mag ich halt auch nicht. Ich habe mir dieses Eden angesehen. Dort könnte es mir nicht gefallen. Erstens ist die Pension viel primitiver, als wie hier, und das hier ist schon kein Luxushotel. Und dann der Strand in diesem Teil!! Dort sind die Fischer und die Einheimischen, die werfen allen Dreck hin, tote Fischköpfe liegen da, Orangenschalen, Papier u. s. w. das ist alles hier nicht so. Da wird der Strand täglich sauber gemacht. Man braucht nur aus dem Hotel zu treten u. die Liegestühle mit Schirm u. s. w. werden bereit gestellt auf sauberem Sand. Mag ja sein, daß zur Saison wo Adolf war es im Eden besser ist. Weißt Du, lieber habe ich nur 8 Tage aber gut., als wie 6 Wochen u. so einfach. Da könnte ich mich nicht erholen. Bitte sage Adolf nichts hiervon, wir können ja darüber sprechen, wenn ich da bin. Wieso meint er übrigens auf einmal ich könnte mich hier besser erholen als daheim? Also mein lieber Karl, ich bleibe noch nächste Woche. Die Leute hier sagen alle, man könnte mein Aussehen gar nicht mehr erkennen im Vergleich zu meiner Ankunft. Das stimmt auch. Mein Karl Du weißt doch nur zu gut, daß ich für Dich gesund und kräftig werden will. Wenn ich nur ruhig um Dich sein könnte!!! Der kl. Richard ist der Liebling vom Hotel geworden, alle spielen mit ihm u. photographiert wird er am Strand auch unzähligemal. Ich esse u. trinke sehr viel. Der Brief von Fiorillo freute mich sehr. Ich würde Dir raten, das Werk vorerst in Amerika zu lassen, dort ist es vielleicht viel anzufangen. Heini hat mir geschrieben, es geht ihm sehr gut, er wird Dir bald persönlich schreiben. Warst du einmal bei Kozendorfers? Du mußt unbedingt hingehen. Heute weiß ich nichts neues mehr.
Mein Alles, erhalte Dich für mich, ich küsse Dich herzinniglich, überall u. bleibe Deine Dich innig liebende Elisabeth.
Bleibe mir! Bleibe mir! Bleibe mir!

Alassio, Montag (Brief): KAH in München

Alassio, den 10. Mai 37.
Mein lieber Karl!
Dein Brief heute hat bewirkt daß ich am liebsten gleich abgefahren wäre. Es ist nicht sehr rücksichtsvoll mir angst zu machen, ich müsse vorsichtig sein, damit du keine Dummheiten machst. Wie soll man sich erholen können, wenn man immer angst um einen lieben Menschen haben muß. Karl, ich habe keine Ruhe, schon immer bin ich aus diesem Grund um Dich in angst – und erst jetzt. Den ganzen Abend finde ich keine ruhige Minute mehr. Karl, wie kannst Du so etwas tun! Ich bin ganz verzweifelt um Dich. Bitte, bitte bleibe mir. Weißt Du denn nicht, was Du mir antust? Immer, immer in Ängsten sein zu müssen. Karl, Du hast nicht das Recht dazu einen Menschen für immer in das größte Unglück zu stürzen. Ich habe aber das feste Vertrauen zu Dir, daß Du dich mir zuliebe gesund erhältst [sic]. Sonst müßte ich an Deiner Liebe zweifeln. Schreibe mir täglich, daß ich ruhiger werden kann.
Mein lieber Karl, ich habe Papa mit keiner Silbe angedeutet, daß ich deinetwegen heimkommen möchte. Das ist eine reine Vermutung von ihm. Er soll es Dir doch zeigen, wenn er kann. Karl, soweit solltest Du mich doch kennen, daß ich keine solche Dummheit begehe und Papa auf Dich eifersüchtig mache.
Also Karl, ich werde noch nächste Woche hierbleiben, aber nicht länger. Das geht schon aus dem Grund nicht, weil ich kein Geld mehr habe. Wo denkst Du denn hin. Meinst Du diese 390 M dauern ewig? Ich habe schon weit über die Hälfte verbraucht. Weißt Du, gar zu primitiv leben mag ich halt auch nicht. Ich habe mir dieses Eden angesehen. Dort könnte es mir nicht gefallen. Erstens ist die Pension viel primitiver, als wie hier, und das hier ist schon kein Luxushotel. Und dann der Strand in diesem Teil!! Dort sind die Fischer und die Einheimischen, die werfen allen Dreck hin, tote Fischköpfe liegen da, Orangenschalen, Papier u. s. w. das ist alles hier nicht so. Da wird der Strand täglich sauber gemacht. Man braucht nur aus dem Hotel zu treten u. die Liegestühle mit Schirm u. s. w. werden bereit gestellt auf sauberem Sand. Mag ja sein, daß zur Saison wo Adolf war es im Eden besser ist. Weißt Du, lieber habe ich nur 8 Tage aber gut., als wie 6 Wochen u. so einfach. Da könnte ich mich nicht erholen. Bitte sage Adolf nichts hiervon, wir können ja darüber sprechen, wenn ich da bin. Wieso meint er übrigens auf einmal ich könnte mich hier besser erholen als daheim? Also mein lieber Karl, ich bleibe noch nächste Woche. Die Leute hier sagen alle, man könnte mein Aussehen gar nicht mehr erkennen im Vergleich zu meiner Ankunft. Das stimmt auch. Mein Karl Du weißt doch nur zu gut, daß ich für Dich gesund und kräftig werden will. Wenn ich nur ruhig um Dich sein könnte!!! Der kl. Richard ist der Liebling vom Hotel geworden, alle spielen mit ihm u. photographiert wird er am Strand auch unzähligemal. Ich esse u. trinke sehr viel. Der Brief von Fiorillo freute mich sehr. Ich würde Dir raten, das Werk vorerst in Amerika zu lassen, dort ist es vielleicht viel anzufangen. Heini hat mir geschrieben, es geht ihm sehr gut, er wird Dir bald persönlich schreiben. Warst du einmal bei Kozendorfers? Du mußt unbedingt hingehen. Heute weiß ich nichts neues mehr.
Mein Alles, erhalte Dich für mich, ich küsse Dich herzinniglich, überall u. bleibe Deine Dich innig liebende Elisabeth.
Bleibe mir! Bleibe mir! Bleibe mir!

  • Date
  • 10 May 1937